{"id":610,"date":"2010-12-14T12:05:32","date_gmt":"2010-12-14T11:05:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=610"},"modified":"2015-12-12T15:44:18","modified_gmt":"2015-12-12T14:44:18","slug":"wann-ist-ein-blogbeitrag-zu-lang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2010\/12\/14\/wann-ist-ein-blogbeitrag-zu-lang\/","title":{"rendered":"Wann ist ein Blogbeitrag zu lang?"},"content":{"rendered":"<p>Gestern schrieb mir Erwin (<a href=\"http:\/\/zentao.wordpress.com\/\">ZENTAO<\/a>) in die Kommentare: <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Ich finde Deinen Blog interessant \u2013 obwohl f\u00fcr mich sind die Texte oft zu lang und zu lange Texte werden nur \u00fcberflogen \u2013 etwas k\u00fczer w\u00e4re vielleicht etwas mehr.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Es stimmt, ich schreibe vergleichsweise lange Artikel.  Das war immer schon so, doch das Umfeld, mit dem verglichen wird, hat sich in den letzten zehn Jahren drastisch ver\u00e4ndert. Kurze &#8222;H\u00e4ppchen&#8220; sind quasi zur Leitkultur im Netz geworden und auch ich &#8222;scanne&#8220; Texte in aller Regel mehr als dass ich sie wirklich lese. <!--more--><\/p>\n<p>Und doch schreibe ich immer noch lange Artikel. Warum?<\/p>\n<p>Zum einen, weil der Schreibprozess es verlangt. Ich schreibe so lange, bis ich zu einem Thema das gesagt habe, was ich sagen wollte. Wie lange das wird, wei\u00df ich vorher gar nicht. Begonnen hat diese Art Schreiben mit Briefen an meinen Yoga-Lehrer, die meist drei DinA4-Seiten lang waren. Im Lauf der Jahre hat sich diese &#8222;gewohnte L\u00e4nge&#8220; durch das Schreiben im Web bereits um die H\u00e4lfte bis zwei Drittel reduziert &#8211; und doch wirkt ein Beitrag immer noch &#8222;lang&#8220;. <\/p>\n<p>Ein zweiter Grund: die Beitr\u00e4ge werden ja doch gelesen. Zwar nicht von den &#8222;Massen&#8220;, aber von einer \u00fcberschaubaren Stammleserschaft, die auch mal Lust hat, in intensive Kommentargespr\u00e4che einzusteigen. Und ich bekam des \u00f6fteren auch R\u00fcckmeldungen von Menschen, denen es gef\u00e4llt, auf einen l\u00e4ngeren Gedankenweg mitgenommen zu werden &#8211; und dabei dann sich selbst anzuschauen: wie verh\u00e4lt sich das bei mir?<\/p>\n<p>Womit als dritter Grund die Textsorte angesprochen ist: Ich bringe hier keine verdichteten Weisheiten, keine Lehrgeschichten und besinnlichen Affirmationen f\u00fcr ein besseres Leben. Auch keine einfachen, klaren Wahrheiten und keine kurzen politischen Forderungen, zu denen jeder nur nicken kann. All das hab ich in meinem langen Leseleben bis zum Abwinken aufgenommen &#8211; und es hat mir NICHTS gen\u00fctzt! <\/p>\n<h2>Konkretes Erleben wird im Text zur Erz\u00e4hlung<\/h2>\n<p>Lebendig und wirksam sind solche Weisheiten und Wahrheiten f\u00fcr mich erst, wenn sie mit konkretem Erleben erkennbarer Personen verbunden werden. Und weil Erwin vom Zen her kommt: nicht nur die kurze Zen-Lehr-Geschichte, sondern die eigene Interpretation durch den, der sie pr\u00e4sentiert. Aber nicht in abstrakter Manier, sondern mit Bezug auf das eigene Leben: wie ist es mir damit ergangen? Was war mein Bem\u00fchen und woran bin ich gescheitert bzw. wo habe ich Schwierigkeiten? <\/p>\n<p>So kommt &#8222;Butter bei die Fische&#8220;, wie der Berliner sagt. Und diese &#8222;Butter&#8220; f\u00fchrt dann eben oft zu einem l\u00e4ngeren Text! <\/p>\n<p>Dennoch bedanke ich mich f\u00fcr den Hinweis. Denn es ist gut, die Dimension &#8222;Textl\u00e4nge&#8220; im Bewusstsein zu behalten. Sich also bei jedem Satz und Absatz zu fragen: muss der sein? Oder ist das nur ein Ausf\u00fchren dessen, was eh schon gesagt wurde? Und: muss dieser Aspekt nun auch noch in den Text, oder schreibe ich das vielleicht besser in einem weiteren Artikel?<\/p>\n<p>In diesem Sinne will ich mich gerne um gr\u00f6\u00dfere &#8222;Verdichtung&#8220; bem\u00fchen. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern schrieb mir Erwin (ZENTAO) in die Kommentare: &#8222;Ich finde Deinen Blog interessant \u2013 obwohl f\u00fcr mich sind die Texte oft zu lang und zu lange Texte werden nur \u00fcberflogen \u2013 etwas k\u00fczer w\u00e4re vielleicht etwas mehr.&#8220; Es stimmt, ich schreibe vergleichsweise lange Artikel. 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