{"id":608,"date":"2010-12-10T12:55:37","date_gmt":"2010-12-10T10:55:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=608"},"modified":"2010-12-10T17:10:36","modified_gmt":"2010-12-10T15:10:36","slug":"was-ist-gemeinsinn-brauchen-wir-mehr-davon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2010\/12\/10\/was-ist-gemeinsinn-brauchen-wir-mehr-davon\/","title":{"rendered":"Was ist Gemeinsinn? Brauchen wir mehr davon?"},"content":{"rendered":"<p>In Fortsetzung der mittlerweile sehr lang geratenen Diskussion zum letzten Beitrag (<a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2010\/11\/25\/brauchen-wir-gemeinsame-ziele\/\">Brauchen wir gemeinsame Ziele?<\/a>) schreib&#8216; ich lieber in Gestalt eines neuen Artikels weiter. <\/p>\n<p>Mein Verst\u00e4ndnis von Gemeinsinn hatte ich als eine Einstellung beschrieben, die allen n\u00fctzt, aber auch dem jeweiligen Individuum, z,B. MIR. <\/p>\n<blockquote><p>Schlie\u00dflich haben Menschen viele Interessen gemeinsam, doch haben wir deren Erledigung in hohem Ma\u00dfe an Institutionen ausgelagert bzw. arbeitsteilig organisiert. Man sp\u00fcrt dann die Notwendigkeit des Gemeinsinns nicht mehr so \u2013 bis es da wieder irgendwie knirscht. Und es engagieren sich ja nicht wenige freiwillig auf vielen sozialen und kulturellen Feldern.<!--more--><\/p>\n<p>Wir wollen Frieden, damit wir in Ruhe unseren eigenen Zielen und Am\u00fcsements nachgehen k\u00f6nnen. Auch eine saubere Luft und angenehme Umwelt (Artenvielfalt!), die Versorgung der Kinder, Alten und Kranken, die allgemeine Bildung und kulturelle Aktivit\u00e4ten \u2013 es ist doch leicht einzusehen, dass dies alles im Prinzip gemeinsame Interessen sind. Auch dass mir einer beispringt, wenn mich jemand angreift, geh\u00f6rt dazu \u2013 und niemand sitzt gern auf zerschnittenen Sitzen im Abteil.<\/p>\n<p>Kurz gesagt: Gemeinsinn ist doch nicht v\u00f6llig abgehoben von eigenen Interessen, so als eine Art frei schwebender Altruismus. Oder doch?\n<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2010\/11\/25\/brauchen-wir-gemeinsame-ziele\/#comment-11549\">Susanne hatte dem widersprochen<\/a>, denn es sei falsch, von einem anderen Menschen zu erwarten, er oder sie k\u00f6nne wissen, was ich brauche und mir w\u00fcnsche.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2010\/11\/25\/brauchen-wir-gemeinsame-ziele\/#comment-11552\">Gerhard fragte weiter:<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Also mich interessiert mehr, WIESO Claudia an einen Gemeinsinn und die Enfaltung dessen in unserer Gesellschaft glaubt anstatt \u00fcber die M\u00f6glichkeit und Erfolg oder Mi\u00dferfolg eines solchen zu befinden.<br \/>\nIch bewundere im Grunde den Optimismus von Dir, @Claudia, w\u00fcrde aber gerne mehr \u00fcber die Wurzel dieser Haltung erfahren.<br \/>\nGenauso interessiert mich im Grunde der Hintergrund der \u00c4usserungen von Susanne mindestens genauso stark wie deren Inhalt. So passiert es mir meist, wenn ich Leute n\u00e4her kennenlerne.<\/p><\/blockquote>\n<p>Also: im Moment verstehe ich weder Susannes Einwand noch die Frage von Gerhard. Denn ich hatte f\u00fcr mein Empfinden ja schon recht klar geschrieben, was ich mit \u201cGemeinsinn\u201d meine \u2013 und damit auch gleichzeitig erl\u00e4utert, warum ich den \u201cim Prinzip\u201d f\u00fcr <strong>etwas ganz Normales<\/strong> halte. Ebenso, warum er in unserer Zeit oft fehlt bzw. als schwindend begriffen wird.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist das keine Sache des Glaubens,  sondern ergibt sich aus einfacher Vernunft, bzw. rationaler Betrachtung.<\/p>\n<p>Susanne meint, niemand k\u00f6nne wissen, was ICH will bzw. dieses Begehren teilen \u2013 dabei habe ich nicht von spezifischen pers\u00f6nlichen W\u00fcnschen gesprochen, sondern von allgemein menschlich-gesellschaftlichen Bed\u00fcrfnissen sozialer Art. Es mag einzelne geben, denen z.B. der soziale Frieden egal ist, das aber ist ein kleine Minderheit. Jeder will doch aus dem Haus treten k\u00f6nnen, ohne gleich \u00fcberfallen zu werden! Um das zu wissen, brauch ich keinen Optimismus.<\/p>\n<p>Sollte beim Nachbarn (mit kleinen Kindern) der Strom ausfallen, reiche ich ein Kabel r\u00fcber. Trifft es das ganze Haus und die HV tut nichts, w\u00fcrde es eine Hausversammlung geben und man w\u00fcrde besprechen, was zu tun ist. Verwahrlost der Platz (Wiese, Kinderspiel, Gr\u00fcn etc.) vor meinem Haus, bildet sich eine Initiative aus Anwohnern, die selber aktiv wird (ist hier schon mal geschehen).<\/p>\n<p>Oft ist man selbst von nichts derartigem konkret betroffen. Na klar (siehe oben), wir haben ja nahezu alles institutionalisiert und an den Staat bzw. Unternehmen delegiert. Dann verlangt es ein gewisses Abstraktionsverm\u00f6gen, z.B. Gemeinsinn durch Spenden, Proteste, Politik-machen, Freiwilligen-Arbeit zu zeigen \u2013 also \u00fcber die vielleicht gerade ganz gute pers\u00f6nliche Situation hinaus zu sehen. Doch auch das schaffen recht viele Menschen immer wieder \u2013 indem sie einen pers\u00f6nlichen Bezug herstellen zum jeweiligen Thema. Z.B. wird jemand, der sich um Jugendliche k\u00fcmmert, daran denken, dass es auch f\u00fcr die heute Erwachsenen besser ist, wenn diese in ein normales Leben statt einer Hartz4-Karriere finden etc. usw.<\/p>\n<p>Ich selbst habe an vielen Stellen erfahren, dass es sehr wohl n\u00fctzt, wenn man sich zusammen tut und gegen Missst\u00e4nde aktiv wird. In den 80gern war ich Teil einer Bewegung gegen Sanierungschaos, Leerstand, unbezahlbare Luxusmodernisierungen \u2013 und das war erfolgreich. Es gab Zoff, ein Senat trat zur\u00fcck, Bauskandale wurden aufgedeckt \u2013 und es gabe dann eine Sanierung, die nichts kostete, es sei denn, die Mieter w\u00e4hlten einzelne Ad-Ons (und selbst die waren nicht teuer).<\/p>\n<p>Ebenso hab ich an Verkehrsberuhigung, einem Jugendzentrum, Erhalt von Stadtgr\u00fcn etc. mitgewirkt. Das heute so beliebte Chamissokiez in Berlin ist, was es ist, aufgrund der massiven B\u00fcrgerproteste und Beteiligung in den 80gern. Ansonsten h\u00e4tte man da n\u00e4mlich jede Menge Abriss gehabt, Entkernung, Mietervertreibung \u2013 und freie Fahrt f\u00fcr vielerlei Durchganzsverkehr.<\/p>\n<p>Soweit f\u00fcr jetzt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Fortsetzung der mittlerweile sehr lang geratenen Diskussion zum letzten Beitrag (Brauchen wir gemeinsame Ziele?) schreib&#8216; ich lieber in Gestalt eines neuen Artikels weiter. Mein Verst\u00e4ndnis von Gemeinsinn hatte ich als eine Einstellung beschrieben, die allen n\u00fctzt, aber auch dem jeweiligen Individuum, z,B. MIR. 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