{"id":525,"date":"2010-09-06T02:01:33","date_gmt":"2010-09-06T00:01:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=525"},"modified":"2015-12-12T15:14:51","modified_gmt":"2015-12-12T14:14:51","slug":"warum-literatur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2010\/09\/06\/warum-literatur\/","title":{"rendered":"Warum Literatur? Kleine Meditation \u00fcber das eigene Schreiben"},"content":{"rendered":"<p>Ich schreibe hier viel zu lange Texte. Nicht nur, weil der Impuls mich so weit tr\u00e4gt, sondern auch deshalb, weil ich verstanden werden will &#8211; wenn ich schon mal &#8218;was sage. <\/p>\n<p>Schon die Themen sind ausschlie\u00dflich solche, die f\u00fcr mein Empfinden jeden etwas angehen. Und alle sollen meine Sicht der Dinge voraussetzungslos nachvollziehen k\u00f6nnen &#8211; nicht unbedingt meine Antworten und Herangehensweisen, aber zumindest die Fragestellung. <!--more--><\/p>\n<p>Allein DAS macht einen Text hier schon recht lang. Denn &#8222;verstehbar f\u00fcr viele&#8220; ist &#8211; aus meiner Erfahrung mit dem Denken und Schreiben &#8211; nicht damit getan, dass man allgemein \u00fcbliche abstrakte Begriffe aneinander reiht. (Freiheit zum Beispiel, wer will die nicht?) Sondern nur, indem man den Weg der pers\u00f6nlichen Betroffenheit in Bezug auf einen Begriff autobiografisch erz\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Wer hat aber schon Lust und Zeit, sowas zu lesen? Die Texte werden dadurch zwangsl\u00e4ufig l\u00e4nger, selbst wenn man nicht wirklich in Einzelheiten einsteigt.<\/p>\n<p>Eine andere Art schreibenden Ausdrucks ist das Dichten, die Lyrik, ebenso das explizit literarische Schreiben. Da wirft man die Last des verst\u00e4ndlich-sein-wollens ab und geht seiner Wege. Findet durchaus auch Leser, vielleicht K\u00e4ufer, m\u00f6glicherweise Bewunderer, Ruhm und Ehre. Aber mich hat das einfach nie gereizt (ohne dass ich vorgeben wollte, so Ego-befreit zu sein, um auf Bewunderung zu pfeiffen! :-)<\/p>\n<p>Mir gehen so viele Themen richtig nahe, dass ich mich nicht einer l&#8217;art pourt l&#8217;art der literarischen &#8222;Verwurstung&#8220; oder auch \u00c4sthetisierung bzw. Heiligung hingeben will. Keine Ahnung, ob ich das k\u00f6nnte, denn ich lasse es gar nicht dazu kommen. Das Leben ist doch viel zu kurz f\u00fcr solche Spielerchen. Wer bin ich, zu glauben, ein Gedicht von mir oder ein warum auch \u00edmmer sch\u00f6ner, aber unverst\u00e4ndlicher Text h\u00e4tte eine Berechtigung angesichts der N\u00f6te der Welt?<\/p>\n<p>Ich bin kein &#8222;Gutmensch&#8220; (grusliger Begriff), der sich selbstgerecht  als Besserwisser profilieren will. Mir geht einfach vieles nahe und ich m\u00f6chte vieles \u00e4ndern. Auch wenn ich nicht immer gleich wei\u00df, in welche Richtung und wie. Dabei scheue ich mich auch nicht, meinen eigenen Anteil an den T\u00e4terschaften, am &#8222;B\u00f6sen&#8220; dieser Welt anzuschauen.(Das kann ich mir leisten, weil ich mit mir befreundet bin.) Das wiederum gibt mir ungemein viel Stoff, viele Ans\u00e4tze tats\u00e4chlicher Ver\u00e4nderung.<\/p>\n<p>Aber keine Zeit f\u00fcr den \u00e4sthetischen Text.  <\/p>\n<p>Dass ich das \u00fcberhaupt thematisiere, hei\u00dft aber auch, dass da eine Sehnsucht ist.  Eben danach, auch mal ohne den Anspruch der Verst\u00e4ndlichkeit etwas hinzuschreiben&#8230; ja was ?<\/p>\n<p>Schau&#8217;n wir mal. Vielleicht braucht es auch dazu ein anderes\/neues Blog.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich schreibe hier viel zu lange Texte. 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