{"id":466,"date":"2010-03-24T09:51:59","date_gmt":"2010-03-24T08:51:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=466"},"modified":"2010-04-21T22:39:51","modified_gmt":"2010-04-21T21:39:51","slug":"warum-ich-keinen-virtuellen-chor-brauche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2010\/03\/24\/warum-ich-keinen-virtuellen-chor-brauche\/","title":{"rendered":"Warum ich keinen virtuellen Chor brauche"},"content":{"rendered":"<p> <object type=\"application\/x-shockwave-flash\" class=\"youtube200r\" data=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/D7o7BrlbaDs?rel=0&amp;showsearch=0&amp;showinfo=0\"><param name=\"movie\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/D7o7BrlbaDs?rel=0&amp;showsearch=0&amp;showinfo=0\" \/><\/object><\/p>\n<p>Ja, das ist eine beeindruckende Sampling-Arbeit: Der Amerikaner Eric Whitacre hat  aus rund 185 S\u00e4ngern einen &#8222;virtuellen Chor&#8220; erschaffen. Die beteiligten S\u00e4nger und S\u00e4ngerinnen haben ihren jeweiligen Part alleine aufgenommen und in Gestalt eines Videos beigetragen, die dann von Whitacre &#8222;zusammen gebastelt&#8220; wurden. Das gesungene St\u00fcck ist &#8211; wen wundert&#8217;s! &#8211; kein bekanntes Chorwerk, sondern von ihm selber nach einem Gedicht von Edward Esch komponiert.  <strong>Lux Aurumque<\/strong> hei\u00dft es (&#8222;goldenes Licht&#8220;, wenn mich mein Latein nicht im Stich l\u00e4sst). <!--more--><\/p>\n<p>Interessant als Projekt, ja &#8211; aber musikalisch l\u00e4sst das Ergebnis des Zusammenschnitts schwer zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Ungemein &#8222;verhallt&#8220; n\u00e4hert sich das doch urspr\u00fcnglich aus menschlichen Stimmen bestehende Computat dem Eindruck sph\u00e4rischer elektronischer Musik, so in Richtung wabernder mystischer Klangteppich. Und wer mal selber mit einer entsprechenden Software gespielt hat, wei\u00df, wie einfach es ist, aus einer einzelnen Stimme ALLES zu machen, was man haben will! Nur verspielt man dabei eben die Besonderheit der menschlichen Stimme, die zu nichts als einem beliebig maltr\u00e4tierbaren Datenstrom degradiert wird.<\/p>\n<h2>Ein Chor ist mehr als das, was gesungen wird<\/h2>\n<p>Ganz zu schweigen vom sozialen und emotionalen Aspekt, der gemeinsames Chorsingen erst zu dem macht, was es ist. Dabei ist wohl definiertes verst\u00e4ndliches Singen der Texte (!) das eine, das intuitive Mitgehen und Mitf\u00fchlen das Andere. Die gro\u00dfe Freude,  mit vielen zu einem &#8222;Klangk\u00f6rper&#8220; zu verschmelzen &#8211; und zwar hier und jetzt (neudeutsch &#8222;Echtzeit&#8220;), mit der M\u00f6glichkeit, in jedem Augenblick zu scheitern und das Ganze mit einer Dissonanz auseinander fallen zu lassen &#8211; das kann kein virtueller Chor auch nur ansatzweise vermitteln. <\/p>\n<p>Ein Chor ist eine wunderbar aktive und kreative Art, zusammen zu kommen und Gemeinsamkeit zu erleben. Das musikalische Ergebnis ist dabei wichtig, doch ebenso wichtig ist das Erleben selbst &#8211; n\u00e4mlich eines, in dem die aufeinander eingespielten Teilnehmer sich als nicht ohne weiteres ersetzbar erleben. Es hat schon was Bedr\u00fcckendes, wieviel Herzblut und Hirnschmalz Menschen heute darauf verwenden, solche urmenschlichen sozialen Formate mittels Computer und Internet (vermeintlich) \u00fcberfl\u00fcssig zu machen. <\/p>\n<p>Auch zum Thema:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogmitspeck.de\/2010\/03\/23\/eric-whitacre-und-sein-etwas-anderer-chor\/\">Eric Whitacre und sein etwas anderer Chor<\/a>;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/textundblog.de\/?p=3452\">Eric Whitacre dirigiert den Chor der Zukunft<\/a>;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.kraftfuttermischwerk.de\/blogg\/?p=12588\">\u201cLux Aurumque\u201d, ein virtueller Chor aus 185 S\u00e4nger\/innen<\/a>;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja, das ist eine beeindruckende Sampling-Arbeit: Der Amerikaner Eric Whitacre hat aus rund 185 S\u00e4ngern einen &#8222;virtuellen Chor&#8220; erschaffen. 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