{"id":4398,"date":"2004-06-03T15:32:04","date_gmt":"2004-06-03T13:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=4398"},"modified":"2024-02-29T15:34:04","modified_gmt":"2024-02-29T14:34:04","slug":"kein-ruck-aber-die-blockade-zerbroeselt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2004\/06\/03\/kein-ruck-aber-die-blockade-zerbroeselt\/","title":{"rendered":"Kein &#8222;Ruck&#8220; &#8211; aber die Blockade zerbr\u00f6selt"},"content":{"rendered":"<div id=\"maintext\">\n<p>\u00dcber Geld spricht man nicht &#8211; woher stammt eigentlich diese seltsame Volksweisheit, die selbst im Jahre 2004 noch immer jedem einf\u00e4llt, wenn man es doch einmal tut? Eine Teilnehmerin in einer Frauenliste fand es sehr problematisch, dass ich so &#8222;offenherzig&#8220; \u00fcber meine Situation schreibe wie im letzten Diary-Artikel. Sie sei Kauffrau und w\u00fcrde nun ganz gewiss erst l\u00e4nger recherchieren, bevor sie mir einen Auftrag gibt, und dann versuchen, die Preise zu dr\u00fccken. Das war aber auch schon die einzige negative Resonanz! Ansonsten konnte ich mich \u00fcber allerlei Zuspruch und Ermunterung, konkrete Ideen und Angebote freuen &#8211; bis hin zu einer hilfreichen Spende. 1000 Dank!<\/p>\n<p>Dass ich sogar das K\u00fche-H\u00fcten in Betracht zog, brachte mir eine Anfrage, ob ich mich nicht um eine offene Stelle in einer Bergbauern-Initiative bewerben m\u00f6chte. Und eine ehemalige Bauernmagd setzte mir auseinander, dass der Sennerinnen-Job ein Knochenjob sei &#8211; man &#8222;h\u00fctet&#8220; ja nicht nur, sondern muss auch melken und K\u00e4se machen. Daf\u00fcr gibt&#8217;s zwar in der Schweiz 100 Euro\/Tag, aber man schafft es k\u00f6rperlich nur bis ungef\u00e4hr 30. Naja, so ganz ernsthaft war ich in Sachen &#8222;K\u00fche h\u00fcten&#8220; ja nun doch nicht&#8230;<\/p>\n<p>Besser gef\u00e4llt mir die Idee, &#8222;problematische Immobilien&#8220; f\u00fcr Menschen zu verkaufen, die keine Lust auf Makler haben. Das ist mir schon mal im Leben zugesto\u00dfen und war eine interessante Erfahrung in einem Metier, das mir doch ziemlich fremd ist. Mit dem Honorar konnte ich dann eine Stadtteilkneipe er\u00f6ffnen, die mir auch eher &#8222;zuflog&#8220;, als dass ich mich drum gerissen h\u00e4tte. Gern w\u00fcrde ich auch hochpreisige Liebhaberobjekte im Web pr\u00e4sentieren &#8211; hier in der N\u00e4he gibt&#8217;s so ein Gebiet mit interessanten Neubauten, darunter einige, die offensichtlich bisher keine K\u00e4ufer oder Mieter fanden. Wenn ich mal ausrecherchiere, wie die im Web angeboten werden, treffe ich nur auf langweiligst gestaltete Datenbanken mit ein paar Angaben und je einem winzigen Bild. Muss das so bleiben?<\/p>\n<h2>Motivationskrise<\/h2>\n<p>Ach ja, es gibt viele M\u00f6glichkeiten &#8211; auch solche, die ein bisschen n\u00e4her dran sind an meiner bisherigen Arbeit. Es ist ja nicht so, dass ich in den letzten Wochen schwer gewirbelt h\u00e4tte, um bestimmte Angebote an den Mann bzw. die Frau zu bringen, eher war ich au\u00dferstande, meine &#8222;To-Do-List&#8220; mit all den Ideen wirklich abzuarbeiten. Eine Art Motivationskrise, in der es absolut nichts gebracht hat, endlos \u00fcber M\u00f6glichkeiten und Ursachen zu gr\u00fcbeln. Trotz aller Sorgen vergingen die Tage, ohne dass ich &#8222;effizienter&#8220; wurde. Erst das immer neue Scheitern am Versuch, mich erfolgreich anzutreiben, f\u00fchrte zu einem inneren Loslassen. Ein paar Tage tat ich wirklich NICHTS &#8211; und zu meinem Erstaunen hab&#8216; ich auf einmal wieder Lust!<\/p>\n<p>An den \u00e4u\u00dferen Bedingungen, z.B. am mittlerweile grundst\u00fcrzend gewandelten Internet, \u00e4ndert das zwar nichts &#8211; wohl aber kann ich mit Freude an der Sache wieder kreativ auf ge\u00e4nderte Bedingungen antworten (toi toi toi!). Einfach &#8222;irgendwas machen&#8220;, ohne einen Funken von Begeisterung, das konnte ich auch vor den Zeiten der Netze nicht. Hab&#8216; es ausprobiert, schon gleich nach dem Abitur und als Studentin. In den Semesterferien-Jobs lernte ich viele Unternehmen und Beh\u00f6rden von innen kennen und k\u00e4mpfte st\u00e4ndig mit dem Einschlafen. Damals herrschten in Sachen Arbeit noch paradiesische Zeiten (&#8222;Kommen Sie zu uns, Sie k\u00f6nnen gleich mit BAT 2A anfangen, wenn Sie Ihren Abschluss haben&#8220;), aber in so einer Beh\u00f6rde anzuheuern, erschien mir nur als lebendiges Begraben-Sein.<\/p>\n<p>So ist es halt ein Patchwork-Lebenslauf geworden und keine Beamtenlaufbahn, wie mein Vater es sich gew\u00fcnscht h\u00e4tte. Die letzten acht Jahre &#8211; also die Netz-Zeit &#8211; waren verdammt spannend und abwechslungsreich. Ich bin gespannt, wie es weiter geht!<\/p>\n<\/div>\n<p><!--more--><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber Geld spricht man nicht &#8211; woher stammt eigentlich diese seltsame Volksweisheit, die selbst im Jahre 2004 noch immer jedem einf\u00e4llt, wenn man es doch einmal tut? Eine Teilnehmerin in einer Frauenliste fand es sehr problematisch, dass ich so &#8222;offenherzig&#8220; \u00fcber meine Situation schreibe wie im letzten Diary-Artikel. 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