{"id":4325,"date":"2000-06-09T18:14:33","date_gmt":"2000-06-09T16:14:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=4325"},"modified":"2024-02-20T18:39:34","modified_gmt":"2024-02-20T17:39:34","slug":"mutter-geworden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2000\/06\/09\/mutter-geworden\/","title":{"rendered":"Mutter geworden!"},"content":{"rendered":"<p>Seit zwei Tagen sollten eigentlich schon alle K\u00fcken geschl\u00fcpft sein, doch immer noch lagen 3 Eier unter der Glucke. Wir beobachteten, wie die flaumigen Neuh\u00fchner gemeinsam mit der Glucke die Reste eines K\u00fckens verschlangen, das es wohl nicht geschafft hatte, das Ei rechtzeitig und lebendig zu verlassen. Mein Lebensgef\u00e4hrte entfernte daraufhin die drei verbliebenen Eier &#8211; als ich sie au\u00dferhalb des Stalls untersuchte, sah ich, dass eines lebte. Die Schale war teilweise entfernt, doch die feste Eihaut hinderte das K\u00fcken am Schl\u00fcpfen &#8211; es zitterte und atmete&#8230;.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Was tun?<\/strong> Zur\u00fcck ins Nest legen war kaum m\u00f6glich, die Horde w\u00fcrde auch dieses kannibalisieren. Also \u00f6ffnete ich nach einiger Zeit vorsichtig die Haut. Noch nie hab&#8216; ich sowas gesehen und konnte absolut nicht einsch\u00e4tzen, ob das, was da zum Vorschein kam, nun &#8222;richtig&#8220; entwickelt oder irgendwie fast schon tot war. Da es anfing, ein paarmal heftige Strampelbewegungen zu machen, half ich ihm ganz aus dem Ei. Es blutete aus dem After, was mich noch mehr irritierte. Keine Ahnung, wie sich so ein Huhn im Ei eigentlich entwickelt. Ich hielt das nasse verklebte Etwas in den H\u00e4nden, das noch nicht mal den Kopf heben konnte, hauchte es immer wieder warm an und hoffte das Beste. Da die anderen K\u00fcken alle schon laufen konnten und die Stimmung im Stall eher hektisch war, konnte ich das hilflose Wesen nicht einfach ins Nest setzen. Vielleicht h\u00e4tten sie es zerquetscht, oder doch noch gefressen.<\/p>\n<p>Also nahm ich es mit, hauchte es weiter an: es hob den Kopf! Es fiepte! Schlie\u00dflich f\u00f6hnte ich es ein wenig, doch dauerte es Stunden, bis es nicht mehr so verklebt wirkte. Zusehens wurde es fitter und ich richtete ihm eine Schachtel her, stellte die Schachtel auf den Radiator, machte ihm ein Nest aus Toilettenpapier und hielt es immer wieder in der Hand. Diese Hand hat es schnell als &#8222;Glucke&#8220; identifiziert, es schreit, wenn ich l\u00e4nger weg bin und beruhigt sich, wenn die Hand wieder kommt. Schade, da\u00df ich nicht drei H\u00e4nde habe: eine f\u00fcr das K\u00fcken und zwei f\u00fcr die Tastatur.<\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica; font-size: small;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4326\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/kueken.jpg\" alt=\"K\u00fcken, neugeschl\u00fcpftes Huhn\" width=\"500\" height=\"375\" srcset=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/kueken.jpg 500w, https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/kueken-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Jetzt gr\u00fcble ich, was mit <a>diesem Huhn<\/a> geschehen soll. Es hat nie ein anderes Huhn gesehen und f\u00fcrchtet sich vor allem Fremden. V\u00f6llig illusorisch, es etwa heute abend der Bande im Stall auszuliefern: sie w\u00fcrden es nicht mehr fressen, aber es h\u00e4tte keine Bindung an die Glucke und es braucht doch gleichf\u00f6rmige W\u00e4rme. Also behalten? In der Schachtel aufziehen? Und nach acht Wochen mit den anderen zusammenbringen? Ein Huhn, das bis dahin keinen Artgenossen gesichtet hat? Unm\u00f6glich! Ich werde zum Z\u00fcchter fahren und vesuchen, ein zweites, m\u00f6glichst gleichaltriges Huhn zu besorgen, das ebenfalls k\u00fcnstlich zur Welt gekommen ist. Dann ist es wenigstens nicht so allein. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit zwei Tagen sollten eigentlich schon alle K\u00fcken geschl\u00fcpft sein, doch immer noch lagen 3 Eier unter der Glucke. Wir beobachteten, wie die flaumigen Neuh\u00fchner gemeinsam mit der Glucke die Reste eines K\u00fckens verschlangen, das es wohl nicht geschafft hatte, das Ei rechtzeitig und lebendig zu verlassen. 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