{"id":4291,"date":"2000-05-14T11:13:52","date_gmt":"2000-05-14T09:13:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=4291"},"modified":"2024-02-15T11:16:12","modified_gmt":"2024-02-15T10:16:12","slug":"bilder-raetsel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2000\/05\/14\/bilder-raetsel\/","title":{"rendered":"Bilder-R\u00e4tsel"},"content":{"rendered":"<p>Mit der Digitalkamera schlenderte ich gestern zum Ortseingang, vorbei am &#8222;<a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/strecke08\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">alten Schwein<\/a>&#8222;, das ich schon im letzten Jahr verwebbt hatte, entlang an den letzten Resten der LPG und dann ein wenig querfeldein. Mitten \u00fcber den Acker, was nur m\u00f6glich war, weil da zwei breite Furchen frei von Bewuchs geblieben waren.- Mecklenburg ist ja fast Geh-Wege-frei, m\u00fc\u00dft ihr wissen. Jeden halben Quadratmeter hat man ausgenutzt, um den Sozialismus aufzubauen und heute machen sie so weiter, denn die endlosen Felder ohne Baum und Hain, ohne Weg und Trampelpfad, sind f\u00fcr die EU-Landwirtschaft wie geschaffen, ja: vorn dran! Mit Spazierengehen ist hier also nicht viel, das ist sowieso eine Gewohnheit der St\u00e4dter, wird mir langsam klar. Egal, manchmal will ich das Schlo\u00dfgel\u00e4nde verlassen, z.B. gestern, auf der Jagd nach Bildern.<!--more--><\/p>\n<p>Ich mache nie Fotos von Festen, Events, Freunden und Bekannten. Diese Art des fotografischen Lebens hat mein Vater mir vorgelebt und es ist einer der Gr\u00fcnde, warum ich das fotografiert-werden hasse. Auch meine &#8222;engagierte Hobby-Phase&#8220; irgendwann in den 70gern war eher kurz. Es war mir zu langwierig, bis man zu den Bildern kam und was sollte man schon damit machen? Soviel Aufwand, blo\u00df um Schachteln und Alben zu f\u00fcllen? Ganz zu Schweigen von dem Aufwand, der anf\u00e4ngt, wenn es ans &#8222;dunkelkammern&#8220; geht&#8230;. Hab ich alles kurz genossen und dann ohne Trauer abgew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Man fotografierte in dieser Szene ja auch nicht eigentlich, um ein Bild zu machen, sondern um zum f\u00e4higen und ideenreichen Amateuer-Fotografen aufzusteigen, Color-Foto-m\u00e4\u00dfig&#8230;. Das hat mich nicht gereizt, denn ich brauche die konkrete Lust beim Tun. Warum also so viel Geld ausgeben, jede Menge Technik lernen und Material verbrauchen?<\/p>\n<p>Fotografie war f\u00fcr mich lange gestorben. Auch jetzt f\u00fchle ich mich nicht &#8222;fotografisch aktiv&#8220;, wenn ich mit der DigiCam Bilder mache, ich MACHE sie ja nicht, wenn ich auf den Button klicke, sondern sammle sie nur. Das Machen kommt sp\u00e4ter, wenn ich sie im PC habe.<br \/>\nAls ich begann, Webseiten zu gestalten, hatte ich zum ersten Mal einen richtigen eigenen Bilderbedarf. Ich stillte ihn mit Scans aus B\u00fcchern und Magazinen und mehr und mehr durch Bilder aus dem Web. Auch eine Gro\u00dfpackung mit 26 CDs hab ich mal billig gekauft &#8211; und tats\u00e4chlich auch meine alten Fotos durchgeguckt (alles nicht verwendbar). Die zunehmenden Diskussionen ums Copyright schreckten mich nicht, da ich die Bilder immer sehr ver\u00e4ndere und meine Nutzungen sowieso nonkommerziell waren. Und doch war es manchmal eine elende Suche, bis ich endlich ein Bild hatte, das nach meinem Geschmack, bzw. als Ausgangsmaterial brauchbar war.<br \/>\nDie DigiCam war die L\u00f6sung, sie bietet schon weit mehr Qualit\u00e4t, als ich f\u00fcrs Web brauche. Ich kann schnell mal ein paar Bilder machen, die Speicherkarte rausnehmen, in einen Adapter schieben, ins Diskettenlaufwerk stecken und darauf zugreifen. Spontaner geht&#8217;s nicht!<\/p>\n<p>Und so n\u00e4here ich mich derzeit den Bildern, ohne zu wissen, was mich eigentlich fasziniert, ohne Vorhaben oder Projekt. Eher aus Unzufriedenheit am Text, als mit einer Hoffnung an die Bilder. Ich glaube nicht mehr an die Texte: man kann alles hinschreiben, was hei\u00dft das schon? Und so langsam wei\u00df das jeder, die Texte werden also zwangsl\u00e4ufig immer bedeutungsloser.<\/p>\n<p>Ich bin nicht traurig dar\u00fcber, schlie\u00dflich bleibt auch ein Individuum nicht an dem Punkt stehen, wo es denken gelernt hat. Wenn alles gedacht und gesagt, gefragt und beantwortet ist, bzw. sich als unbeantwortbar herausgestellt hat, warum dann noch schreiben?<\/p>\n<p>In den letzten Wochen bin ich \u00f6fter mal in einen Bilderrausch versunken: Mit irgendwelchem Material begonnen und in Photoshop herumgespielt&#8230;.. wenn sich dann etwas herauskristallisiert, m\u00f6chte ich das nat\u00fcrlich in Gestalt von Webseiten ausbreiten. Die Produktions- und Konzeptions-Methoden beider Seiten flie\u00dfen dann zusammen, bzw. sie k\u00f6nnten, wenn ich genug Zeit h\u00e4tte. Denn auf der Bilderschiene bin ich noch so am Anfang, da\u00df es voll ausreicht, sie auf schwarze Seiten zu stellen, per Klick hintereinander ansehbar. Es ist mir jetzt wichtiger, mich auf die Bilder einzulassen, als schickes Webdesign zu kreieren.<\/p>\n<p>Schon jetzt ist klar: Das &#8222;in mich hineinlauschen&#8220; ist anders, wenn ich Bilder mache, als wenn ich schreibe. Es ist nicht-rational und deshalb ungewohnt &#8211; doch sehr angenehm, ja, spannend. Ein Experimentieren mit mir selbst: was ist es genau, das jeweils die Wahl bestimmt? Wie mache ich das?<br \/>\nWenn ich z.B. ein Bildelement herumschiebe oder einen Ausschnitt suche, kommt irgendwann das Gef\u00fchl: Ja, SO!!!! Das Gegenteil ist sogar ganz deutlich als k\u00f6rperliches Unwohlsein sp\u00fcrbar, es gibt Formen und Verh\u00e4ltnisse, die mich schwerzen.<\/p>\n<p>Warum nur ist mir diese ganze Dimension bei meinem Zimmer zum Beispiel ziemlich egal? (Mehr als &#8218;guten \u00dcBerblick&#8216; verlange ich da nicht). Bis jetzt wenigstens, vielleicht \u00e4ndert es sich ja, wenn ich mehr Zeit mit den Bildern verbringe.<\/p>\n<p>Einige Bilder von gestern haben sich zur Website <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/serie_g5\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">TRAKTOR<\/a> verdichtet, ein paar Variationen und Experimente, nix Dolles&#8230; es war mir einfach ein gro\u00dfes Vergn\u00fcgen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Digitalkamera schlenderte ich gestern zum Ortseingang, vorbei am &#8222;alten Schwein&#8222;, das ich schon im letzten Jahr verwebbt hatte, entlang an den letzten Resten der LPG und dann ein wenig querfeldein. 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