{"id":4249,"date":"2000-03-22T10:29:30","date_gmt":"2000-03-22T09:29:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=4249"},"modified":"2024-02-07T10:35:18","modified_gmt":"2024-02-07T09:35:18","slug":"etwas-mit-sinn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2000\/03\/22\/etwas-mit-sinn\/","title":{"rendered":"Etwas mit Sinn?"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem gestrigen Diary-Eintrag wollte ich mal nicht sinnvolle S\u00e4tze mit Aussage und vorausgegangener Reflexion zu bilden, sondern einfach losschreiben. Das geht und kann sogar richtig Spa\u00df machen, wie jeder wei\u00df, der mal einen Creative Writing-Kurs besucht hat. Ich wollte allerdings keinen Spa\u00df, sondern war \u00e4u\u00dferst frustriert \u00fcber die Nutzlosigkeit sinnvoller Texte: Ich kann ja soviel wissen und auch hinschreiben, aber das \u00e4ndert nichts, nicht am Putenfleisch-Dilemma und nicht am eigenen Handeln.<!--more--><\/p>\n<p>&#8222;Mu\u00df man die Welt retten, wo man schon genug mit dem eigenen Durchkommen besch\u00e4ftigt ist?&#8220; fragt Jan in seinem Leserbrief <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/leserbriefe-2000#jan\">Banane = Pute<\/a>. Tja, mu\u00df man? Wer ist MAN? Es gibt offensichtlich ein &#8222;MAN&#8220;, das die Welt einerseits in die Tonne treibt und gleichzeitig nachdenkt, ob man sie retten soll. Doch nicht mal als gutwilliges Individuum &#8211; das ich auch nicht dauernd bin! &#8211; kann ich an dem ganzen Elend irgend etwas \u00e4ndern, kann lediglich pers\u00f6nliche Askese treiben mit allen verqueren Folgen, die das hat. (Die menschlich unangenehmsten Personen, die ich in diesem Leben kennenlernte, waren zwei rundum \u00f6kologisch korrekte Makrobioten).<\/p>\n<p>Ich bin da ratlos, genau wie Jan, mache mir aber (was MICH angeht, \u00fcber andere sage ich nichts) nicht vor, es ginge um mein &#8222;Durchkommen&#8220;. Denn ich komme im Lauf der Jahre immer besser durch, doch das Welt-Retten ger\u00e4t trotzdem immer weiter aus dem Blick. Der alte Spruch:<\/p>\n<blockquote><p>Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht \u00e4ndern kann, den Mut, Dinge zu \u00e4ndern, die ich \u00e4ndern kann und die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden<\/p><\/blockquote>\n<p>war mir lange eine gute Richtschnur. Seit es allerdings das Netz gibt und meine M\u00f6glichkeiten gewaltig gewachsen sind, ist mir nicht mehr klar, was ich alles \u00e4ndern k\u00f6nnte. Immerhin w\u00e4r es ja z.B. m\u00f6glich, ein Webprojekt zugunsten irgendwelcher Leidenden &#038; Unterdr\u00fcckten irgendwo in der Welt zu machen und damit Spenden zu sammeln. Zum Beispiel f\u00fcr die Frauen in Bangladesh, die von abgelehnten &#8218;Verehrern&#8216; mit Batteries\u00e4ure ver\u00e4tzt werden. Das ging am Weltfrauentag durch die Presse und hat mich ber\u00fchrt. Morgen aber ber\u00fchrt mich schon wieder etwas anderes, die tierqu\u00e4lerische Landwirtschaft zum Beispiel, wie soll ich da je eine Wahl treffen?<\/p>\n<p>Also tue ich nichts dergleichen und arbeite weiter am eigenen &#8222;Durchkommen&#8220; auf hohem Niveau. Manchmal allerdings geht mir dabei die Lust verloren, &#8222;etwas mit Sinn&#8220; zu schreiben.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem gestrigen Diary-Eintrag wollte ich mal nicht sinnvolle S\u00e4tze mit Aussage und vorausgegangener Reflexion zu bilden, sondern einfach losschreiben. 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