{"id":4221,"date":"2000-01-30T17:15:09","date_gmt":"2000-01-30T16:15:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=4221"},"modified":"2024-02-02T17:30:03","modified_gmt":"2024-02-02T16:30:03","slug":"american-beauty","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2000\/01\/30\/american-beauty\/","title":{"rendered":"American Beauty"},"content":{"rendered":"<p>Gestern war ich im Kino: &#8222;American Beauty&#8220; ist ein so herzergreifender Film, da\u00df man die ganze Zeit zwischen Lachen und Weinen schwankt. Er handelt vom Familienvater (Kevin Spacey), der pl\u00f6tzlich aus dem erstarrten Leben seiner amerikanischen Vorstandt-Existenz erwacht und sein Leben v\u00f6llig umkrempelt, dadurch seine Frau und seine Tochter schwer irritiert, seinen Job an den Nagel h\u00e4ngt, anf\u00e4ngt zu kiffen und seine Muskeln zu trainieren. Kurzum, er ist verliebt, doch ist das nur der \u00e4u\u00dfere Anla\u00df f\u00fcr sein Erwachen aus dem tiefen Schlaf der Routine, die die Menschen zu lebenden Toten macht.<!--more--><\/p>\n<p>Um mir ein paar zusammenfassende Worte zu ersparen, wollte ich eine Rezension aus dem Web hier verlinken. Dabei ist mir aufgefallen, wie oberfl\u00e4chlich diese Rezensionen sind: keine hat auch nur ansatzweise die spirituelle Dimension dieses Films bemerkt, lediglich der Fun-Faktor, die sexuellen Verstrickungen und der Sarkasmus werden besprochen. Mich hat der Film sehr ber\u00fchrt, gerade auch als amerikanischer Film. Man verliert ja leicht den Glauben, da\u00df in den USA noch irgendwo ein Bewu\u00dftsein existiert, da\u00df es im Leben um mehr geht, als m\u00f6glichst viele Dollars zu machen. &#8222;American Beauty&#8220; beweist das Gegenteil &#8211; und das mit einer Leichtigkeit in der Darstellung, die den Europ\u00e4ern einfach nicht m\u00f6glich ist. &#8222;Weil sie noch nicht so abgedreht sind wie die Amerikaner&#8220;, meinte mein Freund. Ich bin mir nicht sicher, ob es nur daran liegt. Elend, auch psychisches, ist ein Stoff, \u00fcber den hierzulande einfach nicht humorig gescherzt werden darf &#8211; und wenn es doch geschieht, dann in der Manier von Harald Schmidt, wobei jegliches Mitgef\u00fchl den Bach runter geht.<\/p>\n<p>Nach dem Kino waren wir noch essen &#8211; das Schweriner Nachtleben ist wirklich marginal, selbst Samstags sind kaum Leute auf den Stra\u00dfen. In den Restaurants fehlen durchg\u00e4ngig gewisse Selbstverst\u00e4ndlichkeiten, die in einer Metropole wie Berlin \u00fcblich sind und erst bemerkt werden, wenn sie fehlen. Etwa die Musik: entweder es gibt gar keine Musik oder sie ist viel zu leise. Zu leise, um ihren Sinn zu erf\u00fcllen, n\u00e4mlich die einzelnen Paare und Gruppen gegeneinander abzuschirmen, so da\u00df man nicht dauernd mith\u00f6ren mu\u00df, was am Nebentisch geredet wird. Auch f\u00e4llt mir auf, da\u00df die Gastst\u00e4tten immer sehr herausgeputzt sind, so Richtung &#8222;festlich&#8220; &#8211; daneben gibt es nur Imbi\u00dfstuben, reine Abf\u00fctterstellen f\u00fcr den schnellen Hunger zwischendurch. Offenbar ist das das &#8222;Provinzielle&#8220;: Essen gehen als &#8222;festlicher Sonntagsausflug&#8220; gedacht &#8211; und nicht als Normalit\u00e4t in einer Welt, in der kaum einer mehr kocht.<!--more--><!--more--><!--more--><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern war ich im Kino: &#8222;American Beauty&#8220; ist ein so herzergreifender Film, da\u00df man die ganze Zeit zwischen Lachen und Weinen schwankt. 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