{"id":414,"date":"2005-09-19T09:00:19","date_gmt":"2005-09-19T07:00:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=414"},"modified":"2013-10-15T13:09:47","modified_gmt":"2013-10-15T12:09:47","slug":"die-wueste-belebt-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2005\/09\/19\/die-wueste-belebt-sich\/","title":{"rendered":"Die W\u00fcste belebt sich"},"content":{"rendered":"<h2>Erste Schritte aus dem Tief<\/h2>\n<p>Seit meinen <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/22_08_05.shtml\">&#8222;Meldungen aus dem pers\u00f6nlichen Finanztief&#8220;<\/a> sind vier ereignisreiche Wochen vergangen. Die Republik hat gew\u00e4hlt, doch nichts ist entschieden. Der Hurrikan Katrina verw\u00fcstete New Orleans und zeigte, was ein &#8222;schwacher Staat&#8220; bedeutet. Rot-Gr\u00fcn ist Geschichte, Fischer wird Hinterb\u00e4nkler, Schr\u00f6der gibt den Wiederauferstandenen und f\u00fchrt vor, wie man Realit\u00e4ten umdefinieren kann, bis sie passen. Was der Fall ist, ist das, was eine Mehrheit glaubt und w\u00fcnscht, Macht wird errungen, indem man sie behauptet &#8211; ich bin gespannt, wohin die Magie der Behauptungen f\u00fchren, welche Wirklichkeit sie erschaffen wird.<\/p>\n<p><strong>Meine ganz pers\u00f6nliche Wirklichkeit<\/strong> ist im Moment noch un\u00fcbersichtlich.  Als ich den letzten Diary-Beitrag schrieb, schien es m\u00f6glich, dass ich mich bald ins Heer der Hartz4er einreihen muss. Diese &#8222;m\u00f6gliche Zukunft&#8220; hat sich zum Gl\u00fcck nicht verwirklicht, ist aber auch noch nicht ganz weg vom Fenster. Ich arbeite dran, sie zu verhindern und freu&#8216; mich \u00fcber jede Unterst\u00fctzung!<\/p>\n<p>Zu &#8222;schw\u00e4cheln&#8220;, wie man das gern so herablassend nennt, wenn jemand sagt, dass er Schwierigkeiten hat und sich gar um die n\u00e4chste Miete sorgen muss, bringt auf jeden Fall innere Entspannung: Ohne um die &#8222;Au\u00dfenwirkung&#8220; besorgt zu sein, kann man die Situation besser \u00fcberblicken, kann die Probleme, ihre Ursachen, aber auch die Chancen und M\u00f6glichkeiten unverstellt erkennen. Auf die eigene Lage schauen, als ginge es um jemand Anderen, f\u00fchrt zu einer subtilen &#8222;Freude am spannenden Problem&#8220;. Lust auf Ver\u00e4nderungen stellt sich ein und ich werde offener f\u00fcr Experimente.<\/p>\n<h2>With a little help from my friends\u2026 <\/h2>\n<p>Wenn das Ende des Dispo ganz nah ist,  die gesch\u00e4ftlichen Horizonte sich verd\u00fcstern und der Glaube an die Kraft, sich selber an den Haaren aus der Sch&#8230; ziehen zu k\u00f6nnen, pl\u00f6tzlich erlahmt, dann braucht es mehr als ermunternde Worte, um diese Situation zu ver\u00e4ndern. Dieses &#8222;Mehr&#8220; ist mir geschenkt worden, als ich wirklich nichts Positives mehr erwartete, nicht von &#8222;da drau\u00dfen&#8220; und nicht von mir selbst. Ich konnte es kaum glauben, als ich den Brief eines lieben Freundes \u00f6ffnete, der nichts enthielt als ein paar Geldscheine und die Worte &#8222;f\u00fcrs Fr\u00fchst\u00fcck &#8211; Liebe Gr\u00fc\u00dfe!&#8220;. Und das von einem Menschen, von dem ich wei\u00df, dass er selber auch so seine Finanztiefs auszuhalten hat! Ich war entz\u00fcckt und uns\u00e4glich erleichtert, denn aktuell war mir einfach NICHTS mehr eingefallen,  was ich h\u00e4tte tun k\u00f6nnen, um die drastisch zugespitzte Lage &#8222;auf die Schnelle&#8220; zu verbessern. Jetzt fiel ein Sonnenstrahl in diese D\u00fcsternis, die unerwartete Finanzspritze verschaffte mir ein bisschen Luft: ich sp\u00fcrte wieder &#8222;Lust auf das Problem&#8220; und die Kraft, mich ihm auf neue Weise zuzuwenden.<\/p>\n<p><b>Auch andere, n\u00e4her und ferner stehende Menschen<\/b> halfen mir mit Rat und Tat, empfahlen mich Bekannten als Webdesignerin, ein &#8222;Auftraggeber in spe&#8220; zahlte Raten an, und ich bekam interessante Vorschl\u00e4ge, wie ich meine F\u00e4higkeiten und Talente vielleicht ein wenig ertragreicher unters Volk bringen k\u00f6nnte. Ein lieber Leser, der mich zuf\u00e4llig genau am &#8222;Tag vor dem Gerichtsvollzieher&#8220; in Berlin besucht hatte, machte sich gar die Arbeit, eine Art Coaching-Prozess mit mir durchzuziehen:  ich veranstaltete eine Inventur all meiner Kosten, Au\u00dfenst\u00e4nde, Schulden und Einkommenserwartungen bis zum Jahresende, listete s\u00e4mtliche Aktionsfelder auf und pr\u00fcfte sie mittels verschiedener Fragen: Warum tue ich das? Ist es eine rein kommerzielle Aktivit\u00e4t oder geht es um andere Ziele? WAS soll dabei im besten Fall heraus springen? Wie w\u00e4re es zu verbessern? Was kann ich NOCH tun?<\/p>\n<p>Und jetzt bin ich schon ein paar Tage am &#8222;Umsetzen&#8220;, erfinde meine berufliche Seite ein St\u00fcck weit neu und werde auch weiter dar\u00fcber schreiben: Sagen, was ich brauche, suche, anbiete und WAS GENAU ich gerne arbeiten w\u00fcrde, findet  hier in Zukunft genauso Platz wie meine mehr oder weniger erbaulichen  &#8222;Betrachtungen \u00fcber Gott und die Welt&#8220;.<\/p>\n<h2>Konkrete Vorhaben, neue Experimente<\/h2>\n<p>Eine wesentliche Neuerung wird <b>der Minijob<\/b> sein, den ich ab Oktober \u00fcbernehme:  zweimal die Woche pflege ich dann die Website eines Printmagazins (Connection Spirit &#8211; das Magazin f\u00fcrs Wesentliche) &#8211; das bringt zwar nicht viel, aber endlich mal ein bisschen verl\u00e4ssliches, monatliches  Einkommen! Und es motiviert, nach weiteren regelm\u00e4\u00dfigen Quellen zu suchen, wenn ein &#8222;Grundstein&#8220; schon mal gelegt ist. Am besten gefiele mir <strong>eine weitere Site-Pflege<\/strong> oder eine <strong>Community-Betreuung<\/strong>. Schlie\u00dflich bin ich ein bew\u00e4hrtes Kommunikationsmonster und kann auf unterhaltsame Art Foren und Mailinglisten aus dem Tiefschlaf erwecken. Warum nicht mal gegen Honorar?<\/p>\n<p><strong>N\u00e4chste Idee: Verkaufe alles, was du hast!<\/strong> Nun ja, ich besitze nichts \u00fcber das hinaus, was ich zum Leben und Arbeiten brauche, aber um die immer noch bestehende Finanzl\u00fccke zu schlie\u00dfen,  werde ich mich entschlossen von dem trennen, was ich nicht wirklich, sondern nur &#8222;vielleicht mal&#8220; brauchen kann. Das ist vor allem mein immer noch ungenutzter Samsung-Notebook &#8211; leicht und flach, technisch up to date &#8211; vielleicht genau das, was du gerade suchst? (<a href=\"notebook.html\" target=\"new\">lies mehr..<\/a>)<\/p>\n<p><strong>Schreiben und schreiben lassen:<\/strong> Mit zu dem, was ich am Liebsten tue, geh\u00f6rt das freie Schreiben \u00fcber Dinge, die mich bewegen. 1996 und 1997 schrieb ich <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/webwork\/list.htm\" target=\"new\">f\u00fcr Zeitungen und Magazine<\/a>. Es war eine Zeit, in der ich <b>mein jeweiliges Thema selber w\u00e4hlen<\/b> konnte, Hauptsache, es hing irgendwie mit dem Internet zusammen, das gerade mit Macht ins Bewusstsein der \u00d6ffentlichkeit drang. Das \u00e4nderte sich jedoch schon bald, reduzierte sich auf  Themen wie Shoppen, Arbeiten, Erotik im Internet, immer weniger Kultur war gew\u00fcnscht,  daf\u00fcr Technik, Technik, Technik. Nach einem Artikel \u00fcber &#8222;HomeSite 3.0, den neuen Code-Editor&#8220; sah ich ein, dass das nicht mein Weg war und h\u00e4ngte das Schreiben gegen Zeilenhonorar an den Nagel. Im Rahmen verschiedener selbst erschaffener Projekte (Missing Link, Gl\u00fcck, Webwriting-Magazin, u.a.) erkundete ich dann die M\u00f6glichkeiten eigener Ver\u00f6ffentlichungen im Web und seit 1998\/99 ist das <b>Digital Diary<\/b> die Form, mit der ich rundum gl\u00fccklich bin. <\/p>\n<p><b>Gl\u00fccklich schon<\/b> &#8211; aber leider finde ich heute viel zu selten die rechte Mu\u00dfe, um morgens,  in der Zeit des noch unverschmutzten Geistes, auf ein leeres Winword-Dokument zu schauen und meditativ in mich hinein zu lauschen, was &#8222;sich schreiben will&#8220;. Ich werde es weiter mit Freude tun, wann immer es mir m\u00f6glich ist, doch ab sofort gibt es ZUS\u00c4TZLICH f\u00fcr die Freunde des Digital Diary einen Weg, die Abst\u00e4nde zwischen den einzelnen Beitr\u00e4gen zu verringern und sogar Themen selbst zu w\u00e4hlen. Es ist <strong>ein Experiment<\/strong> und ich bin gespannt, was dabei heraus kommt! <a href=\"ondemand.html\" target=\"new\">(lies mehr..)<\/a><\/p>\n<p><strong>Weiterbildung &#8211; technische Neuerungen:<\/strong> Im Zuge des Minijobs muss ich mich in ein umfangreiches CMS (Content-Management-System) einarbeiten, wovon in Zukunft auch andere Kunden profitieren werden. Au\u00dferdem plane ich, das gesamte Diary seit 1999 in ein Blog-Script oder MiniCMS zu \u00fcberf\u00fchren &#8211; es sollte optisch so bleiben k\u00f6nnen, also auch mit DIESER Art Men\u00fc anstatt der \u00fcblichen Monatskalender. \u00dcber Vorschl\u00e4ge freue ich mich  &#8211; und danke gleich auch mal denen, die mich da bereits mit Tipps und eigenen Erfahrungen beraten haben!<\/p>\n<p><strong>Die Schreibimpulse-Kurse<\/strong> werde ich weiter veranstalten. So etwa vier Kurse pro Jahr w\u00e4ren gerade die richtige Dosis! (Im <a href=\"http:\/\/www.lustgespinst.de\/\" target=\"new\">Lustgespinst <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"grafics\/goto.gif\" alt=\"*\" border=\"0\" height=\"10\" width=\"10\"><\/a> sind soeben die ersten Texte aus dem letzten Erotik-Kurs  erschienen. Weitere folgen in K\u00fcrze!) Ich bin sehr froh, dass der Kurs <a href=\"http:\/\/www.schreibimpulse.de\/kurs_2005a1.html\" target=\"new\">&#8222;Gegen den Strom &#8211; \u00fcber Lust und Last des Alterns in Zeiten des Jugendwahns&#8220; <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"grafics\/goto.gif\" alt=\"*\" border=\"0\" height=\"10\" width=\"10\"><\/a> nach zweimaliger Verschiebung nun doch zustande kommt. Es sind noch ein paar Pl\u00e4tze frei: vielleicht bekommt ja noch jemand Lust, das  spannende Thema im &#8222;gesch\u00fctzten Raum&#8220; einer \u00fcberschaubaren Runde schreibend zu erkunden? Wer sich bis zum 30. September noch entschlie\u00dft und auf diesen Artikel beruft, bekommt den Fr\u00fchbucherpreis &#8211; umdefiniert zum &#8222;Last-Minute-Rabatt&#8220;. :-)<\/p>\n<p>Ich hab&#8216; im Moment viele Ideen, wie ich &#8222;mein Business optimieren&#8220; k\u00f6nnte, doch will ich nicht mit Unausgegorenem zur Ank\u00fcndigungsministerin werden. Eine Idee, ein Konzept, ein neues Projekt ist schnell erdacht und auf ein paar Seiten verschriftlicht. Schwierig wird es erst, wenn die M\u00fchen der Ebene beginnen &#8211; nur Beharrlichkeit bringt Gelingen und genau DA liegt des \u00f6fteren mein Problem!<br \/>\nF\u00fcr heute belasse ich es deshalb bei den kleinen Schritten, die dieser Beitrag berichtet &#8211; alles weitere folgt, sobald die Dinge \u00fcber das Ideen-Stadium hinaus gewachsen sind.<\/p>\n<p>Und jetzt bin ich gespannt, wie lange es dauern wird, bis die k\u00fcnftige Regierung dieses Landes mehr ist als eine Reihe verr\u00fcckter Ideen!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erste Schritte aus dem Tief Seit meinen &#8222;Meldungen aus dem pers\u00f6nlichen Finanztief&#8220; sind vier ereignisreiche Wochen vergangen. Die Republik hat gew\u00e4hlt, doch nichts ist entschieden. Der Hurrikan Katrina verw\u00fcstete New Orleans und zeigte, was ein &#8222;schwacher Staat&#8220; bedeutet. 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