{"id":4057,"date":"1999-07-30T14:28:23","date_gmt":"1999-07-30T12:28:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=4057"},"modified":"2023-12-03T14:31:22","modified_gmt":"2023-12-03T13:31:22","slug":"gottesgabe-tag-16-zu-wenig-zeit-zu-viele-auftraege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/1999\/07\/30\/gottesgabe-tag-16-zu-wenig-zeit-zu-viele-auftraege\/","title":{"rendered":"Gottesgabe, Tag 16:  Zu wenig Zeit, zu viele Auftr\u00e4ge"},"content":{"rendered":"<p>Ich mu\u00df mir dar\u00fcber klar werden, wie und wohin es beruflich weitergeht. Auf den ersten Blick bin ich erfolgreich &#8211; Webdesign- und Konzeptioning-Auftr\u00e4ge kommen &#8222;von selbst&#8220;, und zwar mehr, als ich leisten kann. Fast blicke ich mit Sehnsucht zur\u00fcck in die Zeit, als dies nur eine M\u00f6glichkeit unter mehreren war und ich in meinen privaten Seiten v\u00f6llig aufging. Das Cyberzine Missing Link, die Experimente mit Gl\u00fcck, dazwischen mal eine Art CD-Rom-Kunst wie Orkus oder Seiten zum Thema Mensch&#038;Technik wie IMD-RE und [Internet][Computer][Man], die Versuche, das Zusammenwirken mehrerer in Webgespr\u00e4chen interessant zu moderieren &#8211; ach, was waren das unbeschwerte Zeiten!<!--more--><\/p>\n<p>Heute treibt mich das Problem vieler Freiberufler um: Zu wenig Zeit! Nicht nur zu wenig Zeit, um wie fr\u00fcher viele eigene Projekte zu entwickeln, sondern auch zu wenig Zeit, um die Auftr\u00e4ge locker und stressfrei abzuarbeiten. Daf\u00fcr kann ich jetzt immerhin in einem Schlo\u00df leben, mitten auf dem Land und in einer Lebensqualit\u00e4t, wie sie \u00fcber Einfamilienh\u00e4user weit hinaus geht (wo gibt es schon eine soooo gro\u00dfe Wiese, einen Wald mit alten B\u00e4umen und Gestaltungsspielraum noch und noch?).<\/p>\n<p>Doch momentan komm ich kaum raus. Die Endphase einer Buchpr\u00e4sentation gestaltet sich hektisch und unvorhergesehen aufwendig. Und zugunsten dieser relativ kleinen Sache schiebe ich ein Auftragsvolumen vor mir her, das mir das n\u00e4chste halbe Jahr finanziert. Kaum ist einen Moment Ruhe, trifft die Anfrage eines alten Auftraggebers aus der Umweltszene ein: &#8222;Wann kannst du das Energie-Projekt zeitlich eintakten?&#8220;<\/p>\n<p>Tja, das zeitliche Eintakten ist momentan echt aus dem Lot! Lange war es so, da\u00df ich zu jeder Anfrage &#8222;Ja&#8220; sagen konnte, ohne Gefahr zu laufen, mich zu \u00fcbernehmen. Denn meist stellte sich heraus, da\u00df sich aus drei Anfragen und Vorgespr\u00e4chen maximal ein Auftrag konkretisierte &#8211; jetzt ist das anders. Wer sich bei mir meldet, will wirklich was von mir &#8211; und die &#8222;alten&#8220; Auftraggeber bleiben am Ball und generieren ein Projekt nach dem anderen.<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich der Web-Arbeit treibt mich auch schon l\u00e4nger der Gedanke um, dabei nicht stehen zu bleiben. Vielleicht macht es mir ja irgendwann keinen Spa\u00df mehr, immer wieder neue Webprojekte f\u00fcr andere zu gestalten. Genauso, wie man nicht endlos Lust hat, neue G\u00e4rten anzulegen &#8211; man will auch mal einen wachsen sehen und Fr\u00fcchte ernten.<\/p>\n<p>Das ist die Frage nach dem eigenen kommerziellen Projekt. Seit einigen Monaten entwickle ich &#8211; zu sporadisch, immer, wenn Zeit bleibt &#8211; einen Schulungsbereich. NetKnowHow wird gebraucht, das erlebe ich t\u00e4glich dringlicher. Und Anf\u00e4nger sind heute meist damit \u00fcberfordert, sich die Infos aus dem Netz selbst zusammen zu suchen und eigenst\u00e4ndig zu lernen. Es gibt sie zwar noch, die engagierten Autodidakten &#8211; aber die Masse der ins Netz str\u00f6menden Neulinge hat weder Zeit noch Lust, so tief einzusteigen.<\/p>\n<p>So sitze ich also vor einem Berg Arbeit und manchmal ist mir alles zu viel. Dann geh&#8216; ich raus, leg mich auf die Wiese und schaue in den Himmel. Oder laufe ein St\u00fcck eine der drei Alleen entlang, die aus dem Dorf hinaus f\u00fchren, schaue in den unverstellten Horizont, wo vereinzelte Megamaschinen brummend die Ernte einsammeln. Und binnen Minuten stellt sich die innere Distanz wieder her, aus der herauszufallen zum Schlimmsten geh\u00f6rt, was ich im Leben kenne.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich mu\u00df mir dar\u00fcber klar werden, wie und wohin es beruflich weitergeht. Auf den ersten Blick bin ich erfolgreich &#8211; Webdesign- und Konzeptioning-Auftr\u00e4ge kommen &#8222;von selbst&#8220;, und zwar mehr, als ich leisten kann. 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