{"id":4016,"date":"1999-04-18T12:07:46","date_gmt":"1999-04-18T10:07:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=4016"},"modified":"2023-12-03T12:10:04","modified_gmt":"2023-12-03T11:10:04","slug":"oh-diese-schwere-der-materie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/1999\/04\/18\/oh-diese-schwere-der-materie\/","title":{"rendered":"Oh diese Schwere der Materie!"},"content":{"rendered":"<p>Oh diese Schwere der Materie! Wer wie ich haupts\u00e4chlich mit Programmen und Daten umgeht, leidet darunter deutlicher als jemand, der zum Beispiel mit Pflanzen oder mit Baumaterial arbeitet. Das Aufr\u00e4umen eines Schreibtisches, das Ordnen eines Regals ist verdammt viel sperriger als die gleiche Arbeit auf dem Desktop oder im Verzeichnisbaum der Festplatte.<!--more--><\/p>\n<p>Allein der Staub, der sich in Stadtwohnungen binnen weniger Tage \u00fcber alles legt, ist ein Grund, virtuelle R\u00e4ume den realen vorzuziehen. Auch die Tatsache, da\u00df sich Materielles nicht mit &#8222;klick und weg&#8220; r\u00fcckstandsfrei ins Nirvana bef\u00f6rdern l\u00e4\u00dft, sondern sortiert und &#8222;entsorgt&#8220; werden mu\u00df, ist ein st\u00e4ndiger Quell des \u00c4rgers. Zwar lebe ich fast papierlos, drucke &#8211; anders als zu Beginn meiner Computer-Zeit &#8211; nur sehr selten etwas aus, doch sammelt sich trotzdem in meinen drei Ablagen binnen zwei Wochen ein Berg, der regelrecht abgearbeitet werden mu\u00df. Ich lege dann alles weitr\u00e4umig auf dem Boden aus, sortiere in Stapel, Quittungen nach Sorten, Beh\u00f6rdenriefe nach Absender, das meiste &#8222;Sonstige&#8220; werfe ich weg. Dann Regal und Schreitisch gewischt, den Boden gesaugt und es reicht wieder bis zum n\u00e4chsten Berg. Erleichtert seufzend setz&#8216; ich mich vor den PC und schw\u00f6re, nichts mehr anh\u00e4ufen zu lassen &#8211; bis zum n\u00e4chsten Mal.<\/p>\n<p>Ja, ich wei\u00df: MAN SOLLTE Ehrfurcht vor der Materie haben! Freude am Schuhe putzen! Meditativ Geschirr sp\u00fclen, gedankenlos in der interessanten Empfindung aufgehen, wenn die Hand das Wasser, das Sp\u00fclmittel und die glatten Oberfl\u00e4chen der Teller sp\u00fcrt&#8230;. Ach ja&#8230;.<\/p>\n<p>Nein! Es macht mir einfach keinen Spa\u00df! Einen Garten pflegen, das ist was anderes, da geht es nicht um toten Krempel &#8211; aber die gew\u00f6hnlichen Dinge des Alltags liebe ich einfach nicht, bemerke sie kaum. Es reicht mir, wenn eine unaufdringliche Ordnung herrscht, so da\u00df kein Chaos mich von dem ablenkt, was ich gerade tun will. Klamotten kaufen ist f\u00fcr mich eine Nerverei, Fenster putzen eine \u00f6de Besch\u00e4ftigung, die ich auf einmal im Jahr beschr\u00e4nke. Immerhin hab&#8216; ich den ganzen Komplex dahin entwickelt, nur wenig Gegenst\u00e4ndliches \u00fcberhaupt anzuschaffen. So versacke ich wenigstens nicht in einer Flut von Dingen, wie viele Leute, deren Wohnungen und H\u00e4user \u00fcbervoll sind mit Zeug, das sie lange schon nicht mehr benutzen, von dem sie sich aber nicht trennen k\u00f6nnen: Man k\u00f6nnte es ja nochmal brauchen&#8230;<br \/>\n(Dazu ein Leserbrief von Klaus Brandstetter).<\/p>\n<p>Gestern ist eine neue Webseite entstanden, allein aus dem Spielen mit Fotoshop und dem Web-Editor. Endlich hatte ich mal wieder Zeit, ohne Zweck herumzuprobieren. Das fasziniert mich, wie aus einem Bild ein anderes entsteht, wie auf einen Satz pl\u00f6tzlich ein anderer folgt &#8211; das f\u00e4llt mit einfach ein, keine Ahnung, woher es kommt. Auf Ladezeit hab&#8216; ich hier mal nicht geachtet, dauert ein bi\u00dfchen, bis der Text kommt&#8230;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oh diese Schwere der Materie! 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