{"id":4014,"date":"1999-04-07T11:55:08","date_gmt":"1999-04-07T09:55:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=4014"},"modified":"2023-12-03T11:57:50","modified_gmt":"2023-12-03T10:57:50","slug":"vom-krieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/1999\/04\/07\/vom-krieg\/","title":{"rendered":"Vom Krieg\u2026"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica; font-size: small;\">Einige Tage hatte ich soviel Arbeit, da\u00df an Tagebuch und andere nette Privataktivit\u00e4ten nicht zu denken war. Ich freu mich schon auf Mai, wo es ein bi\u00dfchen besser aussieht! Dennoch ist es mir zwischendurch gelungen, den <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/goto.gif\" width=\"10\" height=\"10\" border=\"0\" \/> W\u00f6rterwald zu updaten und ihm ein neues Outfit zu geben. Irgendwie f\u00fchle ich mich dieser Textsammlung besonders verbunden. Sie ist mein erstes Webprojekt, mit dem ich 1996 mit dem Webseiten-bauen begonnen hatte. Mit dem neuen Design bin ich noch nicht ganz gl\u00fccklich, es STIMMT noch nicht &#8211; aber zum Herumprobieren reicht die Zeit nicht. Immerhin, besser so als vorher.<\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica; font-size: small;\"> Gl\u00fccklicherweise war der Tagesspiegelartikel am Ostersonntag wirklich nett geschrieben. Trotzdem komme ich mir vor wie ein komisches Insekt, wenn ich in einer Zeitung &#8222;\u00fcber mich&#8220; lese. (Der Untertitel &#8222;Claudia Klinger geh\u00f6rt zu einer neuen Spezies Mensch, dem Netizen&#8220; ist ein Lacher&#8230;) Aber Schwamm dr\u00fcber, wer die Printmedien machen l\u00e4\u00dft, darf sich nicht wundern, was dabei herauskommt. Das mu\u00df immer irgendwie &#8222;knallen&#8220;, da kann man nix machen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica; font-size: small;\"> <b>Weiter Krieg&#8230;<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica; font-size: small;\"> Jeden Abend schaue ich Tagesschau und den Brennpunkt &#8211; mehr Krieg am Tag mag ich nicht ertragen. Doch auch in vielen Mailinglisten wird diskutiert, die pazifistisch Eingestellten (&#8222;Bomben sind immer falsch&#8220;) werden lauter und es gibt manche Wortgefechte. Ich beteilige mich kaum daran, wundere mich nur, wie einfach sich manche die Sache noch immer machen. Es will mir nicht in den Kopf (und auch nicht ins Herz!), da\u00df man einen Milosevic einfach so machen lassen soll, eine ganze Bev\u00f6lkerung vertreiben und berauben, Leute ermorden wie&#8217;s beliebt &#8211; soll man da daneben stehen und weisse Fahnen schwenken? <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica; font-size: small;\">Und wenn insbesondere junge Menschen das &#8222;historische Argument&#8220; in den Mund nehmen und sagen, weil Deutschland dereinst Serbien angegriffen habe, d\u00fcrfe man jetzt nicht an der NATO-Aktion teilnehmern, finde ich geradezu verr\u00fcckt. Schlie\u00dflich ist dies nicht Hitler-Deutschland und ich erinnere mich genau, was ich dachte, als ich als Teenager von den Nazi-Verbrechen h\u00f6rte: gerade WEIL dies alles geschehen ist, sind wir in der Pflicht, daf\u00fcr zu sorgen, da\u00df es nicht ein neues Mal geschieht. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica; font-size: small;\"> Im Krieg wird besonders deutlich, da\u00df Politik eine Veranstaltung ist, die den Realit\u00e4tsverlust der Einzelnen m\u00f6glichst bewahren will. Politiker bem\u00fchen sich, die Traumvorstellungen ihrer W\u00e4hler zu erhalten und zu bedienen, die Dinge, wie sie sind, zu verschleiern und Unangenehmes nur H\u00e4ppchenweise herauszulassen, wenn es denn unbedingt sein mu\u00df. Dazu geh\u00f6rt die Ablehnung von Bodentruppen, aber auch bei ganz unkriegerischen Themen verh\u00e4lt es sich nicht anders:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica; font-size: small;\"> Unternehmen verlangen Steuersenkungen, wehren sich aber gegen Streichung von Subventionen. Wissen sie denn nicht, da\u00df ein Staat Geld kostet und da\u00df auch sie einen Staat brauchen, der ein menschenw\u00fcrdiges Leben erm\u00f6glicht? Und wenn die Bauern f\u00fcr die Erhaltung der irrsinigen Agrarpolitik auf die Strasse gehen &#8211; wissen sie denn nicht, da\u00df nur freiweilliges Teilen auf Dauer Frieden schafft? Da\u00df Europa ein Ergebnis vieler furchtbarer Kriege ist und die Haltung &#8222;Was schert mich der Bauer in Portugal!&#8220; ein gef\u00e4hrlicher R\u00fcckschritt? Und schlie\u00dflich: wenn die Gewerkschaften mit aller Macht die im Weltvergleich besonders privilegierten Arbeitsbedingungen in DE verteidigen &#8211; wissen sie denn nicht, da\u00df damit vielen der Zugang zu Arbeit \u00fcberhaupt genommen wird?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica; font-size: small;\"> Oh doch. Alle wissen. Alle wissen, da\u00df ihnen die eigene Jacke sehr viel n\u00e4her ist als die des mittellosen Nachbarn. Doch man versucht, das nicht allzu offen zu zeigen, man kleidet den Eigennutz in edle Worte, sucht die Schuld bei anderen oder in irgendwelchen Strukturen (z.B. &#8222;der Kapitalismus!&#8220; &#8211; als w\u00e4re man zum Kommunismus willens oder f\u00e4hig). Und wehe dem Politiker, der sagt, was Sache ist.<br \/>\n<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einige Tage hatte ich soviel Arbeit, da\u00df an Tagebuch und andere nette Privataktivit\u00e4ten nicht zu denken war. Ich freu mich schon auf Mai, wo es ein bi\u00dfchen besser aussieht! Dennoch ist es mir zwischendurch gelungen, den W\u00f6rterwald zu updaten und ihm ein neues Outfit zu geben. Irgendwie f\u00fchle ich mich dieser Textsammlung besonders verbunden. 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