{"id":4013,"date":"1999-04-02T11:51:46","date_gmt":"1999-04-02T09:51:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=4013"},"modified":"2023-12-03T11:54:57","modified_gmt":"2023-12-03T10:54:57","slug":"freudige-arbeit-braucht-eigeninitative","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/1999\/04\/02\/freudige-arbeit-braucht-eigeninitative\/","title":{"rendered":"Freudige Arbeit braucht Eigeninitative"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica; font-size: small;\">Gestern und vorgestern hat mich ein Tagesspiegel-Redakteur interviewt, eine Menge Fragen gestellt \u00fcber meine Netzaktivit\u00e4ten, \u00fcber Netlife und Real Life und vieles mehr. Seit 1997 meide ich das Vorkommen in Printmedien, umso mehr, je n\u00e4her sie an meinem r\u00e4umlichen Ort erscheinen. Wenn man n\u00e4mlich nichts konkretes verkaufen will und auch nicht unbedingt &#8222;viele Zugriffe&#8220; auf eine Webseite braucht, ist das pers\u00f6nliche Erscheinen als &#8222;Content&#8220; in traditionellen Medien nur eine Last. Es zieht allerlei Anfragen nach sich, auch andere wollen dann kostenlos mit Inhalten beliefert werden &#8211; man hat Arbeit und Termine und immer wundert man sich, was letzlich in den Artikeln steht!<\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica; font-size: small;\"> Diesmal hab&#8216; ich dennoch zugesagt, nachdem der Journalist bereit war, es als Mail-Interview abzuwickeln und daraus dann seinen Artikel zu machen. Vielleicht, weil ich die Zeitung selber lese, dem eigenen Morgenblatt sagt man ungern nein. Andrerseits m\u00f6chte ich schon gern Leuten, die dem Netz eher fern stehen, etwas sagen, etwas erz\u00e4hlen \u00fcber die gro\u00dfartigen M\u00f6glichkeiten, die dieses neue Medium f\u00fcr uns alle, f\u00fcr jeden Einzelnen bietet. Ob im Artikel davon etwas \u00fcbrig bleiben wird? Morgen abend kommt er heraus, ich bin gespannt, aber auch skeptisch. Vielleicht stell ich hier dann auch mal die Fragen &amp; Antworten aus, zum Vergleich&#8230;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica; font-size: small;\"> Unter <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/goto.gif\" width=\"10\" height=\"10\" border=\"0\" \/><a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.claudia-klinger.de<\/a> hab&#8216; ich die Leitseite erneuert. Es ist meine erste eigene Homepage auf weissem Grund, bin ganz gl\u00fccklich damit! So einen weissen Raum ansprechend zu gestalten, ist viel schwieriger als mit schwarzem oder sehr dunklem Grund, wo alles, was man darauf schreibt oder abbildet, schon wunderbar strahlt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica; font-size: small;\">Zur Zeit arbeite ich sehr viel, es sind interessante Auftr\u00e4ge von angenehmen Leuten, die auch gut bezahlt werden, es gibt nichts zu meckern. Doch ich gr\u00fcble oft dar\u00fcber nach, warum es wohl immer so ist, da\u00df die einen zu viel und die anderen zu wenig Arbeit haben. Es gibt solche, die etwas k\u00f6nnen, bzw. sich das fehlende schnell beibringen (die sind dann schnell \u00fcberlastet) &#8211; und solche, die keinen eigenst\u00e4ndigen Zugang zur Welt der Arbeit finden, die in ungeliebten ABM-Stellen h\u00e4ngen oder in ihrer Arbeitslosigkeit ungl\u00fccklich sind. Wie gerne w\u00fcrde ich dazu beitragen, da\u00df andere im Netz Arbeit finden, die ihnen gef\u00e4llt und die sie ohne gro\u00dfen Organisationsaufwand von zuhause erledigen k\u00f6nnen. Es hakt aber oft daran, da\u00df ein psychisches Problem darin besteht, wirklich eigene Inititative zu entwickeln, die Verantwortung f\u00fcr das eigene Fortkommen selbst zu \u00fcbernehmen &#8211; ohne auf ein Amt oder einen Arbeitgeber zu z\u00e4hlen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica; font-size: small;\">Sich selbst etwas beibringen ist das A und O und noch nie war es so leicht wie heute, wo es im Netz \u00fcberall Orte gibt, wo man fragen kann und Infos findet. Nat\u00fcrlich ist das aus dem Nichts heraus nicht ganz einfach. Ich vermisse deshalb F\u00f6rderinitiativen, die Hilfe zur Selbsthilfe vermitteln, so eine Art ambulantes ABM. Stattdessen gibt es diese \u00f6den ABM-Jobs mit &#8222;Rundum-Betreuung&#8220;, nach denen die Leute in der Regel genauso da stehen wie vorher: geeicht auf einen 9to5-Job mit einem Eintrag mehr im Lebenslauf. Sch\u00f6n und gut, aber wer will denn heute noch Leute ANSTELLEN?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica; font-size: small;\"> W\u00fcrde ich verschiedene Ideen verwirklichen, k\u00f6nnte ich tats\u00e4chlich einige Leute an der Arbeit beteiligen &#8211; aber ich k\u00f6nnte die Ideen nicht umsetzen, wenn jeder von ihnen sehr viel Anleitung braucht. Und ich sehe keinen Grund, eine Firma zu gr\u00fcnden und Leute ANZUSTELLEN. Dann bin ich n\u00e4mlich gefangen in der Verantwortung, jeden Monat so viel Auftr\u00e4ge reinzuholen, da\u00df auch alle versorgt und die immensen Arbeitskosten bezahlt sind. Es gibt wirklich NICHTS, was mich dazu motivieren k\u00f6nnte, mich in diese Zwangsjacke zu begeben. Alles Geld der Welt kann den Stress und die Unfreiheit nicht gutmachen, die ein Arbeitgeber-Dasein mit sich bringt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica; font-size: small;\"> Sorgt aber jeder f\u00fcr sich, bildet sich weiter, versichert sich selbst, kann man sich je nach Laune zu mehr oder weniger Projekten zusammenschlie\u00dfen &#8211; und danach wieder auseinandergehen. Zeigt sich jemand als dem Zusammenhang nicht dienlich, braucht es so keinen K\u00fcndigungsprozess und kein Mobbing. Ich bin wirklich \u00fcberzeugt, da\u00df DAS die Arbeit der Zukunft ist &#8211; und man sollte nicht dar\u00fcber jammern, sondern es als Chance sehen, die mehr und mehr Leute in die Situation versetzt, Dinge zu tun, die sie wirklich m\u00f6gen.\u00a0<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern und vorgestern hat mich ein Tagesspiegel-Redakteur interviewt, eine Menge Fragen gestellt \u00fcber meine Netzaktivit\u00e4ten, \u00fcber Netlife und Real Life und vieles mehr. Seit 1997 meide ich das Vorkommen in Printmedien, umso mehr, je n\u00e4her sie an meinem r\u00e4umlichen Ort erscheinen. 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