{"id":3986,"date":"2000-08-15T13:11:51","date_gmt":"2000-08-15T11:11:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=3986"},"modified":"2023-12-02T13:15:03","modified_gmt":"2023-12-02T12:15:03","slug":"von-webseiten-die-weh-tun-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2000\/08\/15\/von-webseiten-die-weh-tun-2\/","title":{"rendered":"Von Webseiten, die weh tun"},"content":{"rendered":"<p>Oft wundere ich mich, wenn ich sehe, wie manche Menschen sich mit den Inhalten ihrer Website viel M\u00fche geben, aber offensichtlich kein Gef\u00fchl f\u00fcr Optik und Lese-Ergonomie aufbringen. Ich weiss einfach nicht, was dahinter steht: Sp\u00fcren sie es nicht, wenn die Augen schmerzen, weil eine Hintergrundgrafik das Lesen fast verunm\u00f6glicht? Merken sie nicht, das z.B. Knallgr\u00fcn auf Schwarz ganz fetzig aussieht, aber keiner auf diese Art ein paar Seiten Text lesen will? F\u00fchlen sie nicht die Enge, wenn zwischen Bildern und Texten keinerlei Abstand bleibt? Oder die Bel\u00e4stigung und Anstrengung, wenn der Text einfach endlos lange so herunterl\u00e4uft, wom\u00f6glich in GANZER Bildschirmbreite, noch dazu ohne Abs\u00e4tze oder sonstige St\u00fctzen (Zwischen\u00fcberschriften, Eye-Catcher etc.) f\u00fcr&#8217;s Auge??<!--more--><br \/>\nAuch lange Ladezeiten scheinen viele nicht zu schrecken: f\u00fcr ein h\u00fcbsch animiertes Gif wird dem Besucher eine Wartezeit zugemutet, die nach allem, was wir \u00fcber Surf-Verhalten wissen, in 95% der F\u00e4lle zum Weiterklicken verf\u00fchrt &#8211; weg ist er, der urspr\u00fcnglich mal geneigte Leser, und er kommt nicht wieder! Von weiteren \u00dcberlegungen, wie zum Beispiel einer sinnvollen und jederzeit erreichbaren Navigation will ich garnicht erst anfangen, auch nicht von der Site-Map, oder dem Index aller vorhandenen Inhalte &#8211; geschenkt, das ist &#8222;Fortgeschrittenen-Wissen&#8220;, das von Anf\u00e4ngern nicht automatisch erwartet werden kann. Aber dass sie beim Blick auf ihr fertiges Werk offensichtlich nicht wahrnehmen, was sie dem Leser zumuten, wundert mich schon!<\/p>\n<p>Wie kommt das? Naheliegend w\u00e4re der Gedanke: Sie k\u00f6nnen es einfach nicht, das KnowHow fehlt. Doch nein, ich glaub&#8216; das nicht! Um eine oder mehrere Webseiten ansprechend zu gestalten, bedarf es nur eines Minimums an HTML-Kenntnissen: Tabellen, um die Textbreiten zu begrenzen, Absatz- und Umbruchzeichen f\u00fcr den n\u00f6tigen Leerraum, das Image-TAG f\u00fcr das Setzen von Bildern (einschliesslich der Angaben f\u00fcr horizontale und vertikale Abst\u00e4nde um das Bild), schlie\u00dflich Fett-Setzungen und \u00dcberschriften &#8211; das war&#8217;s schon! Wer es ganz gut mit dem Leser meint, vergr\u00f6\u00dfert mittels eines Style-Sheets (wie auf dieser Seite zum Beispiel) noch den Zeilenabstand und lernt das FONT-Tag kennen, mit dem sich Schriften w\u00e4hlen, Gr\u00f6\u00dfen und Farben einstellen lassen.<\/p>\n<p>Ist das wirklich zu viel verlangt? Noch heute kann man mit geringstem Zeit- und Lernaufwand das n\u00f6tige Wissen aus dem \u00fcbersichtlichen Dokument <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/goto.gif\" alt=\"\" width=\"10\" height=\"10\" border=\"0\" \/><a href=\"http:\/\/www.teamone.de\/selfhtml\/\" target=\"_top\" rel=\"noopener\">Selfhtml &#8211; HTML-Dateien selbst erstellen<\/a> von Stefan M\u00fcnz herausziehen, man braucht keinen Kurs machen, kein teures Buch kaufen und auch keine Dinge lernen, die man gerade nicht ben\u00f6tigt. F\u00fcr erste einfache Seiten braucht es noch nicht mal einen speziellen Web-Editor, die Dateien lassen sich in jedem x-beliebigen Text-Editor erstellen (f\u00fcr den Anfang ist das sogar empfehlenswert, da bekommt man n\u00e4mlich mit, was eigentlich passiert). Woran also h\u00e4ngt&#8217;s?<\/p>\n<p>Vermutlich gibt es \u00e4u\u00dfere und innere Ursachen. Ich neige dazu, die inneren Ursachen an die erste Stelle zu setzen: Eine gewisse Egozentrik l\u00e4\u00dft viele Anf\u00e4nger glauben, dass ihr Thema SO INTERESSANT ist, dass man als Leser selbst schrecklichste Gestaltungen in Kauf zu nehmen bereit sein wird, um in den Genu\u00df der Inhalte zu kommen. Nach dem Motto: Nur innere Werte z\u00e4hlen, wer sich f\u00fcr Optik interessiert, soll doch wegbleiben und Klickibunti-Seiten aufsuchen!<\/p>\n<p>Ja, da bleibe ich dann halt weg &#8211; auch WENN mich die Inhalte durchaus interessieren. Ich w\u00fcrde mir auch kein Buch kaufen, das gegen alle Regeln des Schriftsatzes verst\u00f6sst und keine Fernsehsendung ansehen, wenn die Bilder unscharf sind oder der Ton kaum zu verstehen ist. Im Web kommt noch etwas dazu: &#8218;Hinter&#8216; den Seiten steht ein ansprechbarer Mensch, der sowohl die Inhalte als auch die Pr\u00e4sentationsform SELBER verantwortet. Wenn der Autor mir von vorne herein Unannehmlichkeiten zumutet, begreife ich das als unfreundlichen Akt (genau wie eine Knoblauchfahne abschreckend wirkt, wenn ich mich z.B. mit jemandem treffe, den ich noch nicht kenne). Zumindest denke ich: Hat der Site-Verfasser denn \u00fcberhaupt kein Gef\u00fchl f\u00fcr Form und Gestalt, kein FEELING f\u00fcr das, was er mir hier einbrockt?<\/p>\n<p>Na gut, bzw. schlecht. Nun seien der Vollst\u00e4ndigkeit halber die \u00e4u\u00dferen Bedingungen erw\u00e4hnt, die vielleicht manchen ein bi\u00dfchen entschuldigen k\u00f6nnen: In den Medien wird Webdesign heute als hohe Kunst von Fachleuten vermittelt, viele Sites sind derart komplex und nutzen so vielf\u00e4ltige Technologien, dass Einsteiger gar nicht auf die Idee kommen, sie k\u00f6nnten da &#8222;einfach so&#8220; mithalten. Das stimmt, gilt aber nicht f\u00fcr eher schlichte Seiten: die meisten privaten Homepages brauchen keine fortgeschrittenen Code-K\u00fcnste, ein paar Basics (s.o.) reichen f\u00fcr den Anfang. Trotzdem muss man da ja erst mal drauf kommen, und das war 1996\/97 sehr viel leichter, als praktisch ALLE Webseiten recht einfach waren und aus ihrem Quellcode alles n\u00f6tige (und NICHT noch dies und jenes andere!) zu entnehmen, bzw. zu lernen war.<\/p>\n<p>Die Rede vom &#8222;Webseiten programmieren&#8220; schreckt auch viele ab und erweckt den Eindruck, Webseiten bauen funktioniere f\u00fcr &#8222;Unbedarfte&#8220; nur mit den mittlerweile massenhaft angebotenen WYSIWYG-Editoren und Homepage-Bauk\u00e4sten. Mit so einem Tool hat man zwar &#8222;schnellen Erfolg&#8220;, doch ist es m\u00fchevoll bis unm\u00f6glich, ohne Grundkenntnisse die Seite zu optimieren: Wenn das Programm z.B. nicht von sich aus Abst\u00e4nde um die Bilder setzt (=das Image-Tag entsprechend nutzt), dann ist der User aufgeschmissen und muss mit der Scheiss-Optik leben oder es lassen. Fortgeschrittene empfinden es dagegen als Zumutung, vom Programm solche Details &#8222;automatisch&#8220; erledigt zu bekommen, sie suchen den &#8222;Ausschaltknopf&#8220; derartiger Eigendynamiken, bzw. nutzen solche Programme gar nicht erst.<\/p>\n<p>Fazit: auch im Jahr 2000 sind Basic-Kenntnisse in HTML f\u00fcr alle unverzichtbar, die es mit dem Web ernst meinen, auch und gerade f\u00fcr Anf\u00e4nger!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oft wundere ich mich, wenn ich sehe, wie manche Menschen sich mit den Inhalten ihrer Website viel M\u00fche geben, aber offensichtlich kein Gef\u00fchl f\u00fcr Optik und Lese-Ergonomie aufbringen. Ich weiss einfach nicht, was dahinter steht: Sp\u00fcren sie es nicht, wenn die Augen schmerzen, weil eine Hintergrundgrafik das Lesen fast verunm\u00f6glicht? Merken sie nicht, das z.B. 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