{"id":3981,"date":"2023-12-02T12:49:20","date_gmt":"2023-12-02T11:49:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=3981"},"modified":"2023-12-03T12:20:40","modified_gmt":"2023-12-03T11:20:40","slug":"was-tun-mit-dem-rest-der-lebenszeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2023\/12\/02\/was-tun-mit-dem-rest-der-lebenszeit\/","title":{"rendered":"Was tun mit dem Rest der Lebenszeit?"},"content":{"rendered":"<p>Sporadisch besch\u00e4ftige ich mich damit, uralte Diary-Artikel, die noch in &#8222;antiken&#8220; Webtechniken verfasst sind, in WordPress zu \u00fcbertragen. Zum 25. Diary-Jubil\u00e4um am 3.3.2024 soll das endlich fertig sein! Grade bin ich im Jahr 2000, damals hab&#8216; ich noch fast t\u00e4glich gebloggt.<!--more--><\/p>\n<p>Naturgem\u00e4\u00df treffe ich bei dieser Arbeit auf mein &#8222;fr\u00fcheres Ich&#8220; und manche \u00dcberlegung, die mir heute zu denken gibt, zum Beispiel diese:<\/p>\n<blockquote><p>Ich bin &#8218;erst&#8216; 46 und denke manchmal: War es das jetzt? Soll ich die restliche Lebenszeit, die &#8211; rein statistisch &#8211; noch einige Jahrzehnte umfassen k\u00f6nnte, einfach so weiterleben? ZUFRIEDEN altern? Ich kenne keine Zufriedenheit, das Wort hielt ich immer f\u00fcr ein Schwindel-Ettikett, gut daf\u00fcr, elende Kompromisse sch\u00f6n zu f\u00e4rben. Wo fr\u00fcher meine Unzufriedenheit war, da ist jetzt einfach GAR KEIN Gef\u00fchl. Und je l\u00e4nger diese Abwesenheit andauert, desto \u00f6fter frage ich mich (immerhin ganz ohne Stress): Was noch tun im Rest der Zeit?<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Beitrag hei\u00dft &#8222;<a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2000\/08\/18\/wuenschen-wollen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vom W\u00fcnschen und wollen<\/a>&#8220; und handelt von der seltsamen Abwesenheit konkreter W\u00fcnsche. Mein Exodus aus der Stadt aufs Land (2 Jahre Mecklenburg) hatte das mit sich gebracht &#8211; eine ungewohnte Verfassung. Nun bin ich alt und muss dar\u00fcber schmunzeln &#8211; einerseits. Andrerseits &#8211; sonst h\u00e4tte ich das gar nicht zitiert &#8211; frage ich mich heute ganz ebenso: Was tun mit dem Rest der Zeit? Einfach immer so weiter leben, als Brotjob \u00fcber Gartenthemen schreiben und ansonsten &#8222;nix Besonderes&#8220;? Im Unterschied zum Jahr 2000 bin ich heute dankbar f\u00fcr den Status Quo, der mir &#8222;Zufriedenheit&#8220; erm\u00f6glicht. Zwar reicht die Mini-Rente bei weitem nicht, aber meine Arbeit stresst mich nicht wirklich und die Vorstellung, gar nichts mehr zu tun, um irgendwo n\u00fctzlich zu sein, reizt mich auch nicht.<\/p>\n<p>Klar, ich k\u00f6nnte mich mit der Grundsicherung begn\u00fcgen. Ein paar Bequemlichkeiten w\u00fcrden wegfallen, doch richtig abschreckend ist die Vorstellung nicht. Aber anders als in den Nullerjahren bin ich nicht voller Pl\u00e4ne und Projekte, von denen mich meine Brotjobs abhalten. Eher bef\u00fcrchte ich, dann in ein unvertr\u00e4gliches &#8222;Nichts&#8220; abzugleiten, nurmehr Medien zu konsumieren und mich zu gar nichts mehr aufzuraffen.<\/p>\n<h2>Hier und Jetzt?<\/h2>\n<p>Immerhin: Drei Monate Fitness-Center, meist dreimal pro Woche, haben mein Befinden etwas ver\u00e4ndert. Deutlich mehr Kraft und ein paar Kilo weniger machen schon einen Unterschied!\u00a0 Meine Arbeit schaffe ich in k\u00fcrzerer Zeit, liege aber auch h\u00e4ufiger auf der Couch: gef\u00fchlt als verdiente Regeneration von den Anstrengungen an den Kraftmaschinen. Das ist suboptimal, denn auch Regeneration sollte &#8222;aktiv&#8220; stattfinden &#8211; und noch immer nicht habe ich es geschafft, alle Regale und Akten-Container auszumisten, um hier sowas wie &#8222;klar Schiff&#8220; zu haben: Alles minimiert, transparent geordnet, quasi &#8222;\u00fcbersichtlich&#8220; f\u00fcr den Fall des pl\u00f6tzlichen Abgangs.<\/p>\n<p>Statt dessen \u00fcbertrage ich alte Diary-Artikel und vermeide wieder mal den Umgang mit der physischen Welt!<\/p>\n<p>Zukunft? Die <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2023\/11\/26\/wenn-die-zukunft-finster-aussieht-hilft-stoisches-denken\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sieht eher d\u00fcster aus<\/a>, denn die Klimakatastrophe entwickelt sich dynamisch und wie es aussieht, werden uns die Folgen schon sehr bald deutlich mehr treffen. Der Film &#8222;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=UftuDAkwM3I\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Living in Times of Dying<\/a>&#8220; hat mich sehr ber\u00fchrt. Das ist mal eine Doku, die keinerlei Illusionen \u00fcber den Stand der Dinge in Sachen Klima st\u00fctzt und vom Leben in dieser Situation handelt. Die Diskrepanz zwischen der Weltlage und meinem realen Befinden im Hier&amp;Jetzt k\u00f6nnte kaum gr\u00f6\u00dfer sein! Und das wirft verst\u00e4rkt die Frage auf: Was tun mit dem Rest der Lebenszeit? Sollte es nicht etwas Relevanteres, Hilfreicheres sein als das, was ich nun schon seit Jahren in fast immer gleicher Routine ableiste?<\/p>\n<p>Eine Frage, die &#8211; jedenfalls heute &#8211; offen bleibt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sporadisch besch\u00e4ftige ich mich damit, uralte Diary-Artikel, die noch in &#8222;antiken&#8220; Webtechniken verfasst sind, in WordPress zu \u00fcbertragen. Zum 25. Diary-Jubil\u00e4um am 3.3.2024 soll das endlich fertig sein! 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