{"id":3961,"date":"2000-09-09T12:24:01","date_gmt":"2000-09-09T10:24:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=3961"},"modified":"2023-11-26T12:27:20","modified_gmt":"2023-11-26T11:27:20","slug":"leben-schreiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2000\/09\/09\/leben-schreiben\/","title":{"rendered":"Leben &#038; Schreiben"},"content":{"rendered":"<p>Gerade lese ich Stephen King: Vom Leben und vom Schreiben. Wenn der meistgelesene Schriftsteller unserer Zeit seinen Werkzeugkasten vorzeigt, bin ich mehr als neugierig. Ja, auch &#8222;profane Kritzler&#8220; machen sich Gedanken \u00fcber die Sprache, sagt er gleich im Vorwort \u00fcber sich selbst und dieses Buch. Wer King kennt, weiss, dass er darunter leidet, aus der &#8222;richtigen, wahren, echten Literatur&#8220; ausgeschlossen zu sein. Ein Multimillion\u00e4r mit weltweiter Fan-Gemeinde &#8211; und doch unzufrieden, weil von der Kritik &#8222;verkannt&#8220;.<!--more--><br \/>\nSo ganz verstehe ich das nicht. Sich erfolgreich in die K\u00f6pfe und Herzen von Millionen Lesern zu schreiben, sollte doch eigentlich reichen. Wozu noch der hoch-literarische Ruhm?<\/p>\n<p>Gerade vollende ich die Website einer Autorengruppe: echte (Print-)Literaten, voll im Gesch\u00e4ft. Zu jedem der 13 Mitglieder und ihren G\u00e4sten suchte ich mir Daten und Fakten, Bilder und Homepages aus dem Netz zusammen und bekam auf diese Weise einen kleinen Eindruck zeitgen\u00f6ssischer Literatur. (Selber lese ich ja eher &#8222;profane Kritzler&#8220;). Ohne mich tief genug einzulesen, um \u00fcber irgend einen der Autoren oder auch nur EIN Buch ein Urteil f\u00e4llen zu k\u00f6nnen, erscheint mir das literarische Unternehmen als m\u00fchsames und sperriges Beginnen. Alles war schon mal da, die Literaturkritik hat unendlich viele Schubladen entwickelt, so dass es kaum mehr m\u00f6glich ist, als Schreiber &#8222;innovativ&#8220; zu sein. Allein die Bem\u00fchung darum wird von den Kritikern zwar gefordert, aber gnadenlos als solche erkannt und heruntergemacht, und der gemeine Leser, der sich einfach nur in einen Text versenken und die Welt vergessen will, wird durch &#8222;postmoderne Schreibtechniken&#8220; frustriert.<\/p>\n<p>K\u00f6nnte ich belletristisch schreiben, w\u00fcrde ich einfach versuchen, mitreissende Geschichten zu erz\u00e4hlen, den Kunst-Anspruch in die Tonne treten und daran arbeiten, die Leser zu faszinieren. Als Leserin bin ich hoffnungslos altmodisch, m\u00f6chte mich und meine Realit\u00e4t zeitweise verlassen und in eine fremde Welt eintauchen, &#8222;fremd&#8220;, weil sie nicht die meine ist, doch bekannt genug, um mich mit den Charakteren und ihren Leiden zu identifizieren. Schon der Autor, wenn er sich mir als solcher aufdr\u00e4ngt, ist mir meistens zu viel. F\u00fcr einmal ist es ja ganz lustig, wenn ich z.B. daran erinnert werde, dass ich gerade ein Buch lese, indem der Schreiber \u00fcber seine Probleme spricht, Personen und Handlungen hinzubekommen. Doch eigentlich sind das SEINE Probleme, ich zahle doch f\u00fcr die hoffentlich erfolgreichen L\u00f6sungen!<\/p>\n<p>Tja, f\u00fcr die hohe Literatur bin ich wohl verloren &#8211; da dienstleiste ich lieber ein bisschen und unterst\u00fctze die Ambitionierten und Arrivierten mit meiner eigenen Kunst: der webgerechten Selbstdarstellung.<\/p>\n<p><b>Pa.eng<\/b> hat mir gestern eine Freude gemacht, indem er einen &#8222;Webdiamanten&#8220; \u00fcber mir abwarf &#8211; herzlichen Dank! (Update: das war ein Webaward f\u00fcr besonders sch\u00f6ne Webseiten)<\/p>\n<p>Und Ihr, die Ihr bis hierhin gelesen habt, k\u00f6nntet mal meine Umfrage (seit zwei Tagen oben rechts eingebunden) beantworten &#8211; ich staune echt, wie wenige das tun. Entweder liegt es daran, dass kaum jemand eine Homepage hat oder plant, oder aber die zwei Mausklicks sind schon zuviel verlangt. Das n\u00e4chste mal formuliere ich die Umfrage so, dass ich das besser herausfinden kann. Zum Beispiel w\u00fcrde es klar, wenn die Frage nach der Homepage nicht VOR dem Klick k\u00e4me, sondern statt dessen als Antwortm\u00f6glichkeit &#8222;Ich habe und plane keine Homepage&#8220;. Dann, ja DANN w\u00fc\u00dfte ich genau, wievielen ich hier zwei Mausklicks wert bin&#8230;.<\/p>\n<p>Man l\u00e4uft seinem Ungl\u00fcck halt gerne nach. ;-)<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade lese ich Stephen King: Vom Leben und vom Schreiben. 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