{"id":3956,"date":"2000-09-14T12:08:45","date_gmt":"2000-09-14T10:08:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=3956"},"modified":"2023-11-26T12:17:33","modified_gmt":"2023-11-26T11:17:33","slug":"webentwicklung-der-nielsen-schock","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2000\/09\/14\/webentwicklung-der-nielsen-schock\/","title":{"rendered":"Webentwicklung: Der Nielsen-Schock"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica; font-size: small;\"> Ein Leser hat unter dem Stichwort &#8222;Aufr\u00e4umarbeiten&#8220; <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/uri.htm\" target=\"unten\" rel=\"noopener\">einen wunderbaren Beitrag<\/a> geschrieben, den ich euch f\u00fcr heute ans Herz lege! Wie sch\u00f6n, im &#8222;Kamf gegen den Stoff&#8220; bin ich nicht allein! Uri spricht mir aus der Seele, wenn er schreibt: <\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica; font-size: small;\"> &#8222;Meine Gedanken sind nicht originell, meine Aufzeichnungen ohne Quellenangabe wissenschaftlich unbrauchbar, aber irgendwie auratisch! Bin ich selbstverliebt, da\u00df ich mich kaum von meinen Handschriften trennen kann, obwohl die Texte im Computer erfa\u00dft sind? Es ist ein St\u00fcck Jugend, ein St\u00fcck liebgewonnene Naivit\u00e4t, von der ich mich nicht trennen kann, Zeugnisse einer Pers\u00f6nlichkeit, die Spuren in dieser Welt hinterlassen will, bevor der Tod mich holt. Dabei bin ich nicht mal ernstlich krank!&#8220; <\/span><!--more--><\/p><\/blockquote>\n<p><b>Dauern wollen, Spuren hinterlassen<\/b> &#8211; ich stelle mir plastisch vor, wie es ist, wenn mein Lebensgef\u00e4hrte nach meinem Ableben an meine Ordner tritt, ein paar Blicke riskiert, und sich verzweifelt fragt, was er mit dem ganzen Zeug bloss tun soll. Ich werde einen gro\u00dfen Zettel in jeden Ordner legen: Hau weg den Schei\u00df! Nur keine Hemmungen! Besser noch: ich werde endlich ein TESTAMENT machen, ein reines &#8222;Entsorgungskonzept&#8220; f\u00fcr Regale, B\u00fccher, Ordner, PC und vor allem f\u00fcr meine Webseiten &#8211; f\u00fcr letztere muss ich einen Online-Testamentsvollstrecker ernennen, ja, mir f\u00e4llt da auch schon jemand ein&#8230;:-)<\/p>\n<p>F\u00fcr jetzt vertage ich dieses leidige Thema (wie immer!) und hoffe, noch ein paar Tage oder besser Wochen zu leben: Vielleicht komm&#8216; ich ja noch dazu, die Aufr\u00e4umungsarbeiten abzuschlie\u00dfen&#8230;.<\/p>\n<p><b>Nielsen, der Hammer!<\/b><\/p>\n<p>Gerade lese ich Jakob Nielsen: <b>Designing Web Usability<\/b>. Das Buch ist ein Muss f\u00fcr jeden, der Webseiten baut! Satz f\u00fcr Satz, Artikel f\u00fcr Artikel, wird mein schlechtes Gewissen gr\u00f6\u00dfer wegen all meiner Design- und Usability-S\u00fcnden. Zwar sind die weit verbreitet, sogar allgemein \u00fcblich, gelten als normal und korrekt, aber Nielsen f\u00fchrt vor, was das alles f\u00fcr einen \u00c4rger machen kann, wenn die Surfer sich nicht auskennen. Vermutlich werde ich nach diesem Buch eine andere sein und vieles anders machen. Mir war Nielsen vorher als &#8222;Purist&#8220; im Kopf, einer, der gegen alles ist, was gut aussieht und mehr Spass macht als das uralte HTML 2.0. Doch weit gefehlt! Nielsen begr\u00fcndet Punkt f\u00fcr Punkt in einer beeindruckenden Detailgenauigkeit die Vor- und Nachteile verschiedener L\u00f6sungen, untermauert das ganze durch zahllose User-Tests und f\u00fchrt mir vor Augen, WAS ich vielen Surfern zumute! Vor allem zerst\u00f6rt er eine Denkweise, die Webdesigner wie ich, die schon seit &#8217;96 dabei sind, ganz unbewu\u00dft hegen: Bald w\u00fcrden (fast&#8230;) alle Surfer mit &#8222;zeitgem\u00e4\u00dfen&#8220; Browsern, schnellen Verbindungen und gro\u00dfen Bildschirmen unterwegs sein und sich KUNDIG durch die unterschiedlichsten Navigationen bewegen, weil das Web mittlerweile zum Allgemeinwissen geh\u00f6rt. V\u00f6llig falsch!<\/p>\n<p>Im Gegenteil: <b>der kleine Bildschirm<\/b> wird sich als Bestandteil der MOBILEN Netzkommunikation wieder weit verbreiten. Nicht nur Notebooks, Handhelds und demn\u00e4chst UMTS-Handys, sondern auch Monitore in Autos werden Webseiten zeigen &#8211; und zwar beschissen! Drahtlose Verbindungen werden LANGSAME Verbindungen sein, die Navigationsm\u00f6glichkeiten auf TV-Bildschirmen und Touch-Screens werden andere Gestaltungen erfordern &#8211; kurzum: Das Chaos wird gr\u00f6\u00dfer, nicht kleiner, und was Nielsen lehrt, scheint mir der einzig sinnvolle Ausweg zu sein: Ein relativ einfaches, aber sehr flexibles Design, bei dem die DARSTELLUNG wieder von der BEDEUTUNG getrennt ist und man es dem Endger\u00e4t \u00fcberl\u00dft, die Seiten f\u00fcr die jeweiligen Anspr\u00fcche korrekt anzuzeigen.<\/p>\n<p><b>Millionen klicken in die Irre<\/b><\/p>\n<p>Ein weiterer Aspekt ist das immense Netz-Wachstum. W\u00e4hrend in den ersten Jahren noch begeisterte Technik-Anwender, Pioniere des Netzwesens das Web bev\u00f6lkerten, str\u00f6men nun Millionen Menschen ins Internet, die allenfalls am Content interessiert sind &#8211; und nicht an ihrer Bildschirmaufl\u00f6sung, den feinen Unterschieden der Browser oder den installierten oder fehlenden Plug-Ins. Sie wollen &#8222;immer auf die gleiche Weise&#8220; navigieren k\u00f6nnen, zum Beispiel mit der BACK-Taste zur\u00fcckschalten, eine Seite bookmarken und sie auch SO wiederfinden (und nicht nur das Start-Frameset!), und vor allem wollen sie eines nicht: mehr als 10 Sekunden WARTEN, bis die Seite endlich geladen ist&#8230;.<\/p>\n<p>Diese und andere \u00dcberlegungen h\u00f6r&#8216; ich nat\u00fcrlich nicht zum ersten Mal. Aber zum Beispiel auf dieses praktische Frameset hier zu verzichten (f\u00fcr Einsteiger: das ist die Mehrteiligkeit dieses Bildschirms, den ihr gerade seht, der es erm\u00f6glicht, Inhalte in Teilfenster zu laden), fiele mir schon schwer! Andrerseits erlebe ich nat\u00fcrlich, wie unsinnig es ist, dass all die alten Eintr\u00e4ge, teils zeitlose Artikel, recht schwer aufzufinden, zu bookmarken und von anderen Seiten aus zu linken sind. Zwar mach&#8216; ich neuerdings f\u00fcr jeden Beitrag eine einzelne Datei, doch muss man sich schon auskennen, um die Adresse (URL) dieses mittleren Teils herauszufinden und linken zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Und ich erlebe immer mehr Menschen, die die f\u00fcr mich einfachsten Dinge nicht wissen: dass zum Beispiel ein LINK nicht immer unterstrichen sein muss und auch nicht immer die gleiche Farbe haben; oder dass man auch mal auf Logos und Bilder klicken sollte, um sich mehr Inhalt zu erschliessen. Letztens baute ich eine f\u00fcr mich v\u00f6llig \u00fcbersichtliche Seite, doch wussten einzelne Anwender erstmal nicht, WO sie da einen Beitrag schreiben k\u00f6nnten &#8211; obwohl das der Sinn der Site war und f\u00fcr mich alles ganz offen und verst\u00e4ndlich wirkte.<\/p>\n<p>Das Web ist im Umbruch und wir werden nicht daran vorbei kommen, uns grundst\u00fcrzende \u00dcberlegungen zur Anwenderfreundlichkeit zu machen! Klar kann man sagen: Meine Zielgruppe hat schon ein bisschen Ahnung und surft mit 17-Zoll-Monitoren &#8211; aber die vielen anderen, die eben auch mal auf die Seiten kommen, werden unter Umst\u00e4nden <b>Unmut<\/b> empfinden, und uns vielleicht sogar zusammen mit dem Unmut im Ged\u00e4chtnis behalten!<\/p>\n<p>Die meisten meiner Leser hier sind schon ein paar Tage l\u00e4nger im Web &#8211; aber evtl. sind ja doch einige Newcomer darunter: <b>Schreibt mal ins Forum<\/b>, was Ihr im Web so erlebt, was Euch nervt oder durcheinander bringt! Was haltet Ihr zum Beispiel davon, wenn sich beim Klick auf einen Link ein zweites Fenster \u00f6ffnet, bei dem die Backtaste dann nicht mehr funktioniert &#8211; nur mal so als Anregung, sicher gibt es ganz andere Punkte, die mir nur nicht einfallen.<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica; font-size: small;\"><span style=\"color: #cc3333; font-family: courier;\">Hinweis:<\/span><\/span><\/p>\n<p>Fahre morgen nach Essen, ein Webzine planen &#8211; morgen dann zu Besuch bei Ralph <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/goto.gif\" alt=\"\" width=\"10\" height=\"10\" border=\"0\" \/>(<a href=\"http:\/\/www.rare.de\/\" target=\"_top\" rel=\"noopener\">www.rare.de<\/a>), das Update f\u00fcrs &#8222;Online-ABC&#8220; besprechen. Diary dann wieder am Montag. Wer mich erreichen will, maile in dieser Zeit an <a href=\"mailto:charlier@online.de\">charlier@online.de<\/a>. So long!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Leser hat unter dem Stichwort &#8222;Aufr\u00e4umarbeiten&#8220; einen wunderbaren Beitrag geschrieben, den ich euch f\u00fcr heute ans Herz lege! Wie sch\u00f6n, im &#8222;Kamf gegen den Stoff&#8220; bin ich nicht allein! Uri spricht mir aus der Seele, wenn er schreibt: &#8222;Meine Gedanken sind nicht originell, meine Aufzeichnungen ohne Quellenangabe wissenschaftlich unbrauchbar, aber irgendwie auratisch! 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