{"id":392,"date":"2009-12-07T12:58:39","date_gmt":"2009-12-07T10:58:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=392"},"modified":"2009-12-26T13:30:36","modified_gmt":"2009-12-26T11:30:36","slug":"klimagipfel-wir-koennen-wenn-wir-wollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2009\/12\/07\/klimagipfel-wir-koennen-wenn-wir-wollen\/","title":{"rendered":"Klimagipfel: WIR k\u00f6nnen, wenn wir wollen"},"content":{"rendered":"<p>198 Staaten beraten, ob und wie sie es schaffen wollen, den CO<sub>2<\/sub><br \/>\n-Aussto\u00df so zu begrenzen, dass bis 2040 nicht mehr als zwei Grade Erw\u00e4rmung dabei heraus kommt. Doch keiner der anwesenden Politiker kann sich dabei einfach vom guten Willen, von einer Aufbruchsstimmung oder von der Angst vor katastrophischen Entwicklungen zu gro\u00dfen Versprechen hinrei\u00dfen lassen. Alle haben ihre heimischen Interessen, ihre Wirtschaft, die Wachstums- und Konsumbed\u00fcrfnisse ihrer Bev\u00f6lkerungen im Blick &#8211; die Demokratien ebenso wie die Diktaturen. Die Stinkreichen (wir) ebenso wie die furchtbar Armen. <\/p>\n<p>W\u00fcrde ein Komet auf die Erde zurasen, meint <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2009\/50\/Industrie\">DIE ZEIT,<\/a> w\u00e4re das anders: alle w\u00e4ren sofort einig, alles M\u00f6gliche dagegen zu tun, um ihn vor dem Aufprall abzulenken. Nicht so bei der Klimakatastrophe: viele scheinen zu glauben, es k\u00f6nne da Gewinner geben, denen es nichts ausmacht, wenn der Rest der Welt im Chaos versinkt. Viele sind einfach zu tr\u00e4ge, zu ignorant und egoistisch:<em> &#8222;Warum soll ich was f\u00fcr k\u00fcnftige Generationen tun, ich w\u00fcsste nicht, dass die mal was f\u00fcr mich getan h\u00e4tten!&#8220;<\/em> (Goucho Marx)<!--more--><\/p>\n<p>Dabei sind es gar nicht nur die &#8222;k\u00fcnftigen Generationen&#8220;, die der Hammer trifft:  in Deutschland wird die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung das Jahr 2050 noch erleben. Seltsam eigentlich, dass dennoch so eine Apathie herrscht. Ausreden, warum das doch alles keinen Zweck hat, h\u00f6re ich immer wieder. Das Herumrechten \u00fcber die Ursachen der Erw\u00e4rmung geh\u00f6rt zu den allerbl\u00f6desten Vermeidungshaltungen, gleich gefolgt vom St.Florians-Prinzip: ja wenn DIE ANDEREN mitmachen, dann vielleicht&#8230;<\/p>\n<h2>Klima retten ist m\u00f6glich, abenteuerlich und gesund<\/h2>\n<p>Dabei k\u00f6nnten wir, wenn wir wollten: der Umbau der Energieversorgung auf komplett erneuerbare Energien ist m\u00f6glich, wie in den letzten Tagen vielfach von Wissenschaftlern und Experten dargelegt.  Produkte k\u00f6nnten wieder haltbarer und langlebiger werden, wir k\u00f6nnten aufh\u00f6ren, &#8222;just for fun&#8220; zu konsumieren, unseren Fleischverbrauch drastisch senken, unsere Wohnungen auf max. 20 Grad heizen und vieles mehr. Ein Flug Berlin-Bangkok und zur\u00fcck <a href=\"http:\/\/www.studiosus-foundation.org\/emissionsrechner.php\">emittiert \u00fcber 5 Tonnen Co\u00b2<\/a> &#8211; pro Person! Wir k\u00f6nnten das einfach auslassen und in der N\u00e4he Urlaub machen, oder wir k\u00f6nnten zumindest einen <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/reise\/aktuell\/0,1518,446389,00.html\">Ausgleich f\u00fcr Klimaschutzma\u00dfnahmen<\/a> zahlen (113,-Euro in diesem Fall).<\/p>\n<p>Oh ja, wir <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2009\/50\/Klimarettungstag\">K\u00d6NNTEN eine Menge tun<\/a>: Wir k\u00f6nnten unser Leben so weitgehend \u00e4ndern, dass es zu einem gro\u00dfen Abenteuer wird und eine Menge &#8222;Unterhaltungsbedarf&#8220; f\u00fcr Gelangweilte glatt wegfiele! Unsere Macht als &#8222;Verbraucher&#8220; (was f\u00fcr eine entw\u00fcrdigende Bezeichnung!) ist weit gr\u00f6\u00dfer als die der Politiker. 1994 veranstaltete ich zusammen mit anderen im Auftrag des Berliner Senats &#8222;Klimakampagnen&#8220;: m\u00fchsame Seelenmassagen f\u00fcr ganze Wohnbl\u00f6cke voller desinteressierter Mieter, die mit allen m\u00f6glichen Anreizsystemen dazu bewegt wurden, ein bisschen Klima-freundlicher zu leben. Es ging, da die Aktionen die vereinzelten Individuen in einen gemeinschaftlichen Zusammenhang stellten: WIR, die Mieter aus Haus X, sind ALLE gefordert &#8211; so f\u00fchlten sich viele motiviert, ihren Beitrag zu leisten. Und es w\u00e4re noch viel mehr gegangen, w\u00e4re dieser &#8222;Gemeinschaftsaspekt&#8220; nachhaltig etabliert worden, was das Projekt allerdings leider nicht hergab.<\/p>\n<p>Heute haben wir Web2.0: wo bleiben die Klima-Communitys, in denen Menschen sich versammeln, um je individuell, aber nachhaltig motiviert durch Andere, ihren Lebensstil zu ver\u00e4ndern? Es k\u00f6nnte lokale Klima-Stammtische geben, f\u00fcr alle, die sich auch gerne im &#8222;Real Life&#8220; von Angesicht zu Angesicht austauschen &#8211; und gemeinsam in ihrer jeweiligen Gemeinde bzw. im Stadtteil etwas bewirken.<\/p>\n<p>WENN sich da wirklich \u00fcberall was tut, bricht doch unsere Wirtschaft zusammen? Erstens stimmt das nicht, denn Wirtschaft kann sich anpassen &#8211; und zweitens gibt es an unserer Art, Reichtum zu generieren nicht nur die &#8222;Klima-Kritik&#8220;: Finanzkrise, Ausbeutung der S\u00fcdhalbkugel, Naturverbrauch, Artenschwund &#8211; es ist ja nicht so, dass es uns an guten Gr\u00fcnden mangelt. Und: Wenn wir NICHTS tun, bricht die Wirtschaft, wie wir sie kennen, ebenfalls zusammen  &#8211; und noch viel viel mehr!<\/p>\n<h2>1 Grad weniger spart 6% Energie<\/h2>\n<p>Heute hab&#8216; ich meine Heizung auf 19 Grad gestellt. Kein gro\u00dfer Sprung, denn ich war eh schon bei 20\/21. Mal schauen, wie mir das bekommt, vielleicht ist es auch ein Anreiz, den Tag vor dem Monitor \u00f6fter mal durch ein paar Kreislauf anregende, w\u00e4rmende Yoga-\u00dcbungen zu unterbrechen. Klimaschutz ist meistens auch gleichzeitig gesund. <\/p>\n<p>Ein &#8222;Sinn-Gef\u00fchl&#8220; gibt es \u00fcbrigens auch, ein St\u00fcck weit Teil der L\u00f6sung zu sein und immer weniger Teil des Problems. <\/p>\n<p>*<\/p>\n<p><strong>Zur Inspiration<\/strong> lies auch <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2009\/50\/Klimarettungstag\">&#8222;Ein Tag als Klimaheld&#8220;<\/a> bei der ZEIT. <\/p>\n<p><strong>Update:<\/strong> Im Webwriting_Magazin hab&#8216; ich grade noch <a href=\"http:\/\/www.webwriting-magazin.de\/7-wwmag-klima-tipps-zum-individuellen-welt-retten-savetheclimate\/\">7 WWMAG-KLIMA-Tipps zum individuellen Welt retten<\/a> versammelt. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>198 Staaten beraten, ob und wie sie es schaffen wollen, den CO2 -Aussto\u00df so zu begrenzen, dass bis 2040 nicht mehr als zwei Grade Erw\u00e4rmung dabei heraus kommt. 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