{"id":3887,"date":"2023-08-09T13:00:19","date_gmt":"2023-08-09T11:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=3887"},"modified":"2023-08-09T13:00:19","modified_gmt":"2023-08-09T11:00:19","slug":"leidensdruck-schafft-veraenderung-die-gelbe-karte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2023\/08\/09\/leidensdruck-schafft-veraenderung-die-gelbe-karte\/","title":{"rendered":"Leidensdruck schafft Ver\u00e4nderung: die gelbe Karte"},"content":{"rendered":"<p>Der Titel bezieht sich auf den vorletzten Blogpost, der von meinem <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2023\/07\/22\/inventur-mein-lebensstil-ist-optimierungsbeduerftig\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">optimierungsbed\u00fcrftigen Lebensstil<\/a> handelte. Z.B. vom Wunsch, ges\u00fcnder zu leben, weniger zu sitzen, das Rauchen endlich ganz zu lassen und vom &#8222;Versacken im Alltag&#8220;, in dem die guten Vors\u00e4tze regelm\u00e4\u00dfig wieder untergehen. Warum? Nun ja, &#8222;Leidensdruck schafft Ver\u00e4nderungswilligkeit \u2013 und eigentlich gehts mir ja gut,&#8220; offensichtlich ZU GUT, um per Beschluss etwas nachhaltig ver\u00e4ndern zu k\u00f6nnen. <!--more--><\/p>\n<p><strong>Kurz darauf hat mir das Leben die gelbe Karte gezeigt!<\/strong> Heute vor einer Woche auf dem Heimweg vom Garten, bemerkte ich beim Lenken des Fahrrads, dass sich der linke Arm nicht mehr wie gewohnt anf\u00fchlte. Ich hielt sofort an und stieg ab, denn dieses &#8222;nicht wie gewohnt&#8220; war ziemlich schockierend, auf jeden Fall sehr verunsichernd. Ab der Schulter abw\u00e4rts war der Arm zwar noch zu bewegen, aber diese Bewegung empfand ich als &#8222;schwierig&#8220;: nicht im Sinne von gel\u00e4hmt oder kribbelig-eingeschlafen, es war die Steuerung der Bewegungen, die auf einmal ein Problem zu sein schien. <\/p>\n<p>Ihr merkt an meiner Unf\u00e4higkeit, das Feeling konkret zu beschreiben, wie au\u00dfergew\u00f6hnlich der Zustand war! So wollte ich jedenfalls nicht weiter Rad fahren, sondern bat den Liebsten, ein St\u00fcck mit mir zu gehen. Dabei bewegte ich versuchsweise den Arm in alle Richtungen, \u00f6ffnete und schloss die H\u00e4nde, hob und senkte die Schulter: ja, das ging &#8211; aber es kam mir vor, als m\u00fcsste ich das daf\u00fcr erforderliche Zusammenspiel aller beteiligten Knochen, Gelenke, Sehnen und Muskeln BEWUSST organisieren! Entsprechend &#8222;linkisch&#8220; fielen die Bewegungen dann auch aus. Der Liebste forderte mich zu den g\u00e4ngigen Tests auf: H\u00e4nde zusammenf\u00fchren bis die Fingerspitzen sich ber\u00fchren, mit dem Finger die Nasenspitze treffen &#8211; hat alles geklappt, sah aber etwas verz\u00f6gert \/ verunsichert aus. <\/p>\n<p>Wir gingen dann noch ein St\u00fcck zu Fu\u00df bis ich merkte, dass ich wieder etwas Sicherheit im Umgang mit dem wie auch immer &#8222;l\u00e4dierten&#8220; Arm gewann. Gew\u00f6hnte ich mich nur dran oder wurde es wirklich langsam besser? Egal, jedenfalls entwickelte es sich in die richtige Richtung, also stieg ich wieder aufs Rad und fuhr weiter Richtung Heimat (auf einem recht sicheren Radweg). Ein leichter Kopfschmerz am linken Hinterkopf, den ich vor Schreck kaum bemerkt hatte, verschwand langsam wieder. Zuhause angekommen f\u00fchlte sich auch der Arm wieder &#8222;normal&#8220; an &#8211; wow, Gl\u00fcck gehabt!<\/p>\n<p><strong>Seitdem hab&#8216; ich keine Zigarette mehr geraucht!<\/strong> Bin auch nicht auf Dampfen umgestiegen und nur am 1.Tag &#8222;ohne&#8220; nutzte ich zweimal ein Viertel einer Nikotintablette. Anders als bei etlichen fr\u00fcheren Rauchstopps wollte ich erstmalig keinen Ersatz, sondern endlich davon frei werden. Das Leben hatte mir die gelbe Karte gezeigt und ich hatte beschlossen, mich entsprechend zu verhalten. Das ergab auf einmal eine andere mentale Haltung zum Rauchstopp: Kein Bedauern und Nachtrauern, sondern Freude dar\u00fcber, dass kaum Entzugserscheinungen auftraten! Statt dessen ein K\u00f6rpergef\u00fchl und innere Ruhe wie lange schon nicht.  <\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag schaffte ich es, die Wohnung mal wieder zu staubsaugen, ohne dass mich das \u00dcberwindung gekostet h\u00e4tte! Der gewisse Widerstand, mich auf die physische Welt einzulassen, ist verschwunden. Das ist n\u00e4mlich der eigentliche &#8222;Job&#8220; des Nikotins und der anderen Suchtstoffe im Tabak: mich vom K\u00f6rper distanzieren, so dass nur das Mentale \u00fcbrig bleibt, das dann in den virtuellen Welten verschiedener Medien oberfl\u00e4chliche Erregungszust\u00e4nde sucht und findet. <\/p>\n<p>Mein &#8222;Mittwochserlebnis&#8220; ist nun eine Woche her, ohne dass sich der seltsame Anfall wiederholt h\u00e4tte. Auch das vor dem Rauchstoff \u00f6fter auftretende Ph\u00e4nomen eines flimmernden Zackens im Auge (= kurzzeitige Durchblutungsst\u00f6rung) ist nicht mehr aufgetreten.<\/p>\n<p>Bin richtig begeistert von der Ver\u00e4nderung und gespannt, wie das noch werden wird! <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Titel bezieht sich auf den vorletzten Blogpost, der von meinem optimierungsbed\u00fcrftigen Lebensstil handelte. 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