{"id":388,"date":"2009-11-24T13:34:17","date_gmt":"2009-11-24T11:34:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=388"},"modified":"2009-12-26T13:14:17","modified_gmt":"2009-12-26T11:14:17","slug":"wir-kaufen-nicht-genug-und-belasten-die-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2009\/11\/24\/wir-kaufen-nicht-genug-und-belasten-die-wirtschaft\/","title":{"rendered":"Wir kaufen nicht genug und belasten die Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Verbraucher erweisen sich als Belastung f\u00fcr die Wirtschaft&#8220;, schreibt die <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:konjunktur-schwacher-konsum-bremst-erholung-der-wirtschaft\/50041462.html\">Financial Times Deutschland<\/a>. Nach dem Wegfall der Abwrackpr\u00e4mie sparen sich viele gr\u00f6\u00dfere Anschaffungen, was angesichts der Lage ja nicht unvern\u00fcnftig ist. Und doch wird man mit einem solchen Verhalten &#8222;zum Hemmschuh f\u00fcr die Erholung der Wirtschaft&#8220;.<\/p>\n<p>Im dritten Quartal haben wir sage und schreibe 0,9 Prozent weniger konsumiert als im zweiten. W\u00e4hrend alle anderen Faktoren, aus denen sich das BIP (Bruttoinlandsprodukt) zusammen setzt, wieder wachsen, ist das Individuum unbelehrbar st\u00f6rrisch und \u00fcbt &#8222;Kaufzur\u00fcckhaltung&#8220;. <!--more--><\/p>\n<p>Wenn ich mal in die Prospekte und Kataloge schaue, die mir so ins Haus flattern, sehe ich fast nur minimale Monatsraten statt der Gesamtpreise. Mit allen Tricks wollen uns die Anbieter zum &#8222;kaufe heute, zahle irgendwann&#8220; verf\u00fchren, also genau das Verhalten, das in den USA die Krise auf dem H\u00e4usermarkt ausgel\u00f6st hat. <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;2010 d\u00fcrfte der Konsum als Konjunkturst\u00fctze ausfallen&#8220;, sagte Ralph Solveen von der Commerzbank. Die Firmen k\u00e4men um Entlassungen nicht herum, wenn die Wirtschaft im kommenden Jahr nur um 1,5 Prozent wachse, meinte Dekabank-\u00d6konom Sebastian Wanke.&#8220; (<a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:konjunktur-schwacher-konsum-bremst-erholung-der-wirtschaft\/50041462.html\">FTD<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<p>Klar, wir sind dann auch selber schuld an der Arbeitslosigkeit! Dabei k\u00f6nnte man doch eigentlich denken: wenn insgesamt die zu leistende Arbeit mangels Bedarf drastisch sinkt, warum senkt man dann nicht auch die Arbeitszeit und verteilt sie auf die Arbeitnehmer? Ich meine: OHNE weitere Zuzahlungen bzw. Lohnausgleich (denn woher sollte der kommen?).  Hatten wir nicht VOR der Krise eine Situation, in der unglaublich viele \u00dcberstunden quasi &#8222;normal&#8220; waren? Warum dieser Hang zur Schufterei? Warum nicht lieber den Lebensstandard etwas herunter fahren? Das spart Ressourcen und Energie und sch\u00fctzt das Klima. <\/p>\n<p>Ich h\u00f6re von einigen, dass ihnen die Kurzarbeit gut gef\u00e4llt. Wundert mich nicht, denn es gibt ja wirklich noch andere Dinge im Leben, mit denen man die Zeit f\u00fcllen kann. Wenn ich zur\u00fcck denke, f\u00e4llt mir sogar ein, dass es einst die Vorstellung gab, sich mittels automatisierter Prozesse <strong>von der Arbeit zu &#8222;befreien&#8220; <\/strong>&#8211; wahnsinn, wie sich die Wunschvorstellungen \u00e4ndern! <\/p>\n<p>Na, ich werde das vertrackte KOAN unserer Zeit jetzt hier nicht l\u00f6sen, nur immer mal wieder sagen, dass ich es ziemlich irre finde, dass wir &#8222;mehr verbrauchen&#8220; sollen und gleichzeitig das Klima sch\u00fctzen. <\/p>\n<p>Im Greenpeace-Magazin ist dazu <a href=\"http:\/\/greenpeace-magazin.de\/index.php?id=5902\">ein guter Artikel erschienen<\/a>, in dem es u.a. hei\u00dft: <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Verk\u00fcrzung der (Lohn-)Arbeitszeit zur Steigerung der Eigenversorgung, Community-G\u00e4rten, Tauschringe, Netzwerke der Nachbarschaftshilfe, Verschenkm\u00e4rkte, Einrichtungen zur Gemeinschaftsnutzung von Ger\u00e4ten\/Werkzeugen \u2013 all dies w\u00fcrde zu einer graduellen De-Globalisierung verhelfen und am Ende auch weniger Energie und Ressourcen verbrauchen. Salopp gesagt: Wir m\u00fcssen Produkte l\u00e4nger nutzen, sie reparieren und pflegen und sie lieber gebraucht kaufen als neu. Wir m\u00fcssen Kn\u00f6pfe selber ann\u00e4hen und Fahrr\u00e4der eigenh\u00e4ndig reparieren \u2013 und wieso soll das eigentlich keinen Spa\u00df machen?&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Tja, da erkenne ich mich gleich als &#8222;bei den B\u00f6sen&#8220;, denn Fahrrad reparieren macht mir keinen Spass. Ich gebe es in den Fahrradladen (was verdammt preiswert ist!) und zahle mit Geld, das ich z.B. bei einem <a href=\"http:\/\/www.ae-trade-online.de\/blog\/\">Versender attraktiver Blumenk\u00fcbel<\/a> verdiene, der diese in China produzieren l\u00e4sst. Wo die Leute FROH sind \u00fcber die Jobs, die so entstehen. Immerhin kommen die K\u00fcbel mit Schiffen und nicht mit dem Flugzeug, aber das ist letztlich kein Gegenargument. <\/p>\n<p>K\u00f6nnen wir aber einfach &#8222;regional&#8220; werden und damit nicht nur selber viel Verzicht \u00fcben (was schon schwer genug ist), sondern auch deutlich \u00e4rmeren Bev\u00f6lkerungen in China und anderen L\u00e4ndern jede Hoffnung auf schelle Hebung ihres Lebensstandards nehmen? So nach dem Motto: sollen sie doch alle Bauern bleiben, das ist doch ein idyllisches, naturnahes Leben?<\/p>\n<p>So nicht &#8211; anders aber auch nicht. Ein KOAN eben. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Verbraucher erweisen sich als Belastung f\u00fcr die Wirtschaft&#8220;, schreibt die Financial Times Deutschland. Nach dem Wegfall der Abwrackpr\u00e4mie sparen sich viele gr\u00f6\u00dfere Anschaffungen, was angesichts der Lage ja nicht unvern\u00fcnftig ist. 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