{"id":3877,"date":"2023-07-22T11:22:01","date_gmt":"2023-07-22T09:22:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=3877"},"modified":"2023-12-03T12:21:14","modified_gmt":"2023-12-03T11:21:14","slug":"inventur-mein-lebensstil-ist-optimierungsbeduerftig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2023\/07\/22\/inventur-mein-lebensstil-ist-optimierungsbeduerftig\/","title":{"rendered":"Inventur: mein Lebensstil ist optimierungsbed\u00fcrftig!"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich gehts mir gut, das mal vorausgeschickt! Zwar reicht die Mini-Rente bei weitem nicht zum Leben, kommt mir aber immer noch vor wie ein monatliches &#8222;Geschenk&#8220;, weil ich daf\u00fcr ja nichts weiter tun muss. Den nicht ganz marginalen Rest zur Finanzierung meines bescheidenen Lebensstandards (ohne Auto) erarbeite ich mit Auftragstexten f\u00fcr die Online-Magazine mittelst\u00e4ndischer Unternehmen, die inhaltlich sogar zu meinem Gartenhobby passen. Ich muss die Wohnung nicht verlassen, um arbeiten zu gehen, kann selbst entscheiden, wann ich morgens aufstehe und hab&#8216; keinen \u00c4rger mit Chefs &#8211; also eigentlich ein paradiesischer Zustand.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Sinnfrage reloaded:<\/strong> Dieser recht bequeme &#8222;Zustand&#8220; dauert nun allerdings schon recht lange an &#8211; und fast alles, was lange dauert, zeigt irgendwann gewisse Abnutzungserscheinungen. Gelegentlich frage ich mich: Ist das alles, was ich in meiner Restlebenszeit noch tun will? Artikel \u00fcber gartennahe Themen schreiben, solange ich noch am Bildschirm sitzen kann und daneben ein bisschen Bloggen? Erstens sitze ich zu viel, zweitens komme ich nicht ausreichend zum Bloggen, und &#8222;neue Projekte&#8220; kommen praktisch nicht mehr vor, wenn man vom Garten mal absieht, in dem aber auch keine gro\u00dfformatigen \u00c4nderungen mehr anliegen.<\/p>\n<p><strong>Was sind die Optionen?<\/strong> Ich k\u00f6nnte nat\u00fcrlich mit dem Arbeiten aufh\u00f6ren und Grundsicherung beziehen. In jungen Jahren hatte ich kein Problem damit, \u00fcber l\u00e4ngere Zeiten Arbeitslosenhilfe zu beziehen, w\u00e4hrend ich mich neu orientierte. Aber erstens war &#8222;AlHi&#8220; deutlich mehr als Grundsicherung und zweitens kann ich mir nicht wirklich vorstellen, nicht mehr freiberuflich aktiv zu sein und nirgends mehr gebraucht zu werden. Letzteres erscheint angesichts meiner T\u00e4tigkeiten vielleicht befremdlich, aber tats\u00e4chlich wird meine Expertise und das komplett selbstst\u00e4ndige Arbeiten ohne gro\u00dfe Vorgaben und Anleitungen sehr gesch\u00e4tzt. In meinen Blogs kommt es jedoch nicht selten vor, dass keinerlei Reaktion erfolgt, auch dann nicht, wenn ich einen umfangreichen Artikel mit &#8211; gef\u00fchlt &#8211; hoher N\u00fctzlichkeit schreibe (wie etwa neulich im Gartenblog die Rezension von neun Anleitungsvideos zum aktuellen Thema &#8222;<a href=\"https:\/\/www.das-wilde-gartenblog.de\/2023\/07\/18\/zucchini-einlegen-einkochen-haltbar-machen-aber-wie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zucchinis einkochen<\/a>&#8222;).<\/p>\n<p>Eine weitere Option w\u00e4re, mich von einem Teil meiner Auftragsarbeiten zu trennen, um mehr Zeit f\u00fcr Anderes, auch Neues zu haben. Wie ich merke, erscheint so ein Vorgehen im Stil &#8222;einfach mal wo aussteigen und sehen, was kommt&#8220; in meinem Alter nicht mehr so leicht. Zumindest will ich vorher wissen, wie es mir damit finanziell gehen w\u00fcrde, denn &#8211; grob gesch\u00e4tzt &#8211; w\u00fcrde mir dann nur wenig mehr als die Grundsicherung bleiben. Eine pers\u00f6nliche Ausgaben-Einnahmen-Statistik \u00fcber die n\u00e4chsten Monate wird mir diese Erkenntnis bringen.<\/p>\n<h2>Was will ich eigentlich?<\/h2>\n<p>&#8222;Selbstoptimierung&#8220; ist lange schon Trend und bei jenen, die dazu publizieren, geht es meist darum, mehr Geld zu verdienen, Karriere zu machen, eine Selbstst\u00e4ndigkeit aufzubauen und das eigene Leben entsprechend zu ver\u00e4ndern. Das alles ist nicht mein Problem &#8211; und es war auch nie mein Stil. Bei der Wahl meiner Aktivit\u00e4ten hab&#8216; ich immer Gelegenheiten wahrgenommen, die sich mir boten und die mir inhaltlich gefallen haben. Nie bin ich nach dem Motto vorgegangen: Welche Ziele will ich erreichen und wie komme ich dahin?<\/p>\n<p>Aber vielleicht ist das jetzt ja mal angesagt: Was will ich eigentlich? Alsdenn:<\/p>\n<ol>\n<li>Ich will mehr Zeit und Muse haben, um mit mindestens demselben Engagement und Zeitaufwand, den ich f\u00fcr meine Auftragsarbeiten einsetze, Blogartikel \u00fcber Themen zu schreiben, die mich bewegen und mir auch relevant zu sein scheinen (aktuell z.B.: Cannabis-Legalisierung, CrisperCas).<\/li>\n<li>Ich m\u00f6chte Zeit daf\u00fcr haben, Menschen mit \u00e4hnlichen Interessen zu treffen &#8211; nicht zum plaudern, sondern um etwas zu bewegen, zu verbessern. Klima-Aktivismus w\u00e4re es eher nicht, sondern z.B. Artenvielfalt bef\u00f6rdern, naturnahes G\u00e4rtnern &#8211; oder auch &#8222;mehr Bewegung&#8220; f\u00fcr Sportmuffel.<\/li>\n<li>Ich m\u00f6chte meine Wohnung \u00fcberarbeiten:\u00a0 Viel nicht Genutztes entsorgen, verschenken, entr\u00fcmpeln, mal richtig putzen, was dann ja einfacher m\u00f6glich w\u00e4re. \u00dcbersichtlichkeit w\u00e4re super: Nur noch das, was ich auch brauche, der Rest kann weg!<\/li>\n<li>Ich will ges\u00fcnder leben: Etwas weniger sitzen, den R\u00fcckfall ins Rauchen (seit Herbst 22) beenden, noch einige wenige Kilos abnehmen und Bewegungsformen finden, die mich nicht nerven, sondern Freude machen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das ist eigentlich schon alles. Verglichen mit den Zielen, die sich die Selbstoptimierer in der Regel setzen, ein Pappenstil! Und wenn ich das Arbeits- bzw. Auftragsvolumen betrachte, das ich derzeit zu meiner Finanzierung bew\u00e4ltige, sollte das auch m\u00f6glich sein, ohne dass ich hier etwas aufgebe. Dass das bisher nicht klappt, liegt am Schlendrian: Wenn ich mit einem Text fertig bin, ruhe ich mich auf dem Gef\u00fchl aus, f\u00fcr heute genug geleistet zu haben, wechsle aufs Sofa, schaue Youtube-Videos, Dokus und Filme oder bleibe am Computer und surfe, twittere, lese ziellos herum bzw. verliere mich in kleinen Nebenarbeiten rund um meine IT- und Blogwelt. Nat\u00fcrlich ruft auch immer der Garten, den ich ca. dreimal die Woche aufsuche &#8211; ein gro\u00dfartiges &#8222;Hobby&#8220;, das ich keinesfalls aufgeben werde.<\/p>\n<p><strong>Meine Hoffnung:<\/strong> Wenn ich Punkt 4 &#8222;ges\u00fcnder leben&#8220;, ernsthaft angehe, werde ich im Stande sein, die Auftragsarbeiten z\u00fcgiger abzuwickeln und die n\u00f6tige Energie f\u00fcr die Punkte 1 bis 3 zu haben. Denn daran hapert es ja haupts\u00e4chlich: Tr\u00e4gheit, Schlendrian, lieber &#8222;chillen&#8220; als nach &#8222;Arbeitsende&#8220; noch etwas Sinnvolles zu tun. Dass dem so sein wird, das zeigt immerhin meine Erfahrung, die ich mit nur vier Kilo weniger als jetzt nach einer <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2017\/01\/27\/abnehmen-perfektionismus-verhindert-den-erfolg\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">motivierten Abnehmphase<\/a> machen konnte: Auf einmal wollte ich nicht mehr dauernd sitzen oder liegen, sondern f\u00fchlte den Impuls, aufzustehen und etwas zu tun! Dieses Gef\u00fchl setzte bei 71\/72 Kilo ein, der damilige Gewichtstiefpunkt &#8211; ich muss also &#8222;nur&#8220; 4 Kilo abnehmen, um wieder dahin zu kommen. Allerdings: ohne Rauchen? Schwierig&#8230;<\/p>\n<p><strong>FAZIT:<\/strong> Auch nach dieser kleinen Inventur in Sachen Lebensstil bleibt die Herausforderung, von &#8222;mal sehen, was ich davon umsetzen kann&#8220; zu &#8222;ich werde das jetzt machen, hier der Plan!&#8220; zu kommen. Das Leben nach Plan zur Erreichung von Zielen war wie gesagt noch nie meins. Es gab kurze Phasen, in denen ich das ausprobiert habe, meist gest\u00fctzt von motivierenden Mitmenschen &#8211; bin dann aber bald wieder in weniger zielf\u00fchrenden Alltagsroutinen versackt.<\/p>\n<p><strong>Leidensdruck schafft Ver\u00e4nderungswilligkeit<\/strong> &#8211; und eigentlich gehts mir ja gut. Vielleicht hilft es in dem Fall, mehr auf die Defizite meines Lebensstils zu achten und nicht so viel von Menschen zu lesen, die (oft durchaus berechtigt) \u00fcber ihr Dasein klagen und schimpfen. Denn genau das &#8222;triggert&#8220; bei mir das Gef\u00fchl &#8222;mir gehts ja wirklich super, so vergleichsweise&#8220;. Dass ich mit dem rechten Auge kaum mehr scharf sehe, verschwindet da im Bereich &#8222;Marginalie&#8220;. Die Brille gleicht es ja noch gut aus. Und das ist nicht das Einzige auf der Defizit-Liste, aber derlei \u00f6ffentlich auszubreiten, hab&#8216; ich grade keine Lust.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p><strong>Fundsache<\/strong>: Ob ich es mal mit einer &#8222;<a href=\"https:\/\/uarrr.org\/2023\/07\/19\/die-beste-gewohnheits-tracker-app\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gewohnheitstracker-App<\/a>&#8220; versuchen soll? Scheint eine einfache, nicht weiter nervende App zu sein&#8230;<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Kommentare, die mir sagen, wie ich z.B. abnehmen kann oder mit dem Rauchen aufh\u00f6re, brauche ich eher nicht: Kenne das alles! Aber mich interessiert, wie Ihr so mit dem Wunsch nach Ver\u00e4nderung im Spannungsfeld des Versackens im Alltag umgeht bzw. wie Ihr das erlebt habt!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich gehts mir gut, das mal vorausgeschickt! 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