{"id":3580,"date":"2022-09-17T14:46:53","date_gmt":"2022-09-17T12:46:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=3580"},"modified":"2022-09-18T10:00:52","modified_gmt":"2022-09-18T08:00:52","slug":"gaskrise-und-inflation-anpassungsversuche-im-alltag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2022\/09\/17\/gaskrise-und-inflation-anpassungsversuche-im-alltag\/","title":{"rendered":"Gaskrise und Inflation: Anpassungsversuche im Alltag"},"content":{"rendered":"<p>Knappe Energie, extreme Preissteigerungen, Inflation:\u00a0 Wir k\u00f6nnen zwar endlos dar\u00fcber debattieren, jedoch m\u00fcssen wir im Alltag damit irgendwie zurecht kommen. Auch &#8222;auf die Stra\u00dfe gehen&#8220; \u00e4ndert nichts, denn viele Hebel haben die Regierenden nicht, um die Dinge grundst\u00fcrzend zu \u00e4ndern. Entlastungspakete, die es ja immer wieder gibt, sind hilfreich, aber nie genug und vor allem keine &#8222;L\u00f6sung&#8220;.<!--more--><\/p>\n<p>Alsdenn: im Alltag bemerke ich, wieviel &#8222;Speck&#8220; wir angesetzt haben. \u00dcberfl\u00fcssige Dinge, zum Teil Energie-intensiv hergestellt, Selbstverst\u00e4ndlichkeiten, die auf einmal seltsam wirken. Zum Beispiel Alufolie: <span class=\"ILfuVd\" lang=\"de\"><span class=\"hgKElc\">F\u00fcr die Herstellung von einer Tonne Prim\u00e4raluminium werden im Schnitt rund 15 Megawatt-Stunden Strom ben\u00f6tigt &#8211; so viel, wie ein Zwei-Personen-Haushalt in f\u00fcnf Jahren verbraucht. Warum besteht also jeder Pipifax aus Alu? Die angebrochene Rolle, die in meinem Regal liegt, wird die Letzte sein, denn ich kann Lebensmittel auch anders aufbewahren, ohne &#8222;Not zu leiden&#8220;. Die Zeiten, als eine Rolle nur 99 Cent kostete, sind sowieso vorbei. Auch Frischhaltefolie wird aus meinem Haushalt verschwinden, lange haltbare Dosen und umgenutzte Schraubgl\u00e4ser werden das alles ersetzen.\u00a0 <\/span><\/span><\/p>\n<h2>Gasverbrauch senken<\/h2>\n<p>Ich lebe in einer Wohnung mit Gasetagenheizung. Jahresverbrauch 3800 kW\/h. Kochen, Warmwasser, Heizung &#8211; alles l\u00e4uft mit Gas. Momentan muss ich noch nicht heizen und z\u00f6gere das so lange wie m\u00f6glich hinaus. Aktuell zeigt das Thermometer 19,5 Grad und ich empfinde es noch nicht mal als k\u00fchl. Sollte das dann der Fall sein &#8211; ich sch\u00e4tze so bei 18,5 Grad &#8211; werde ich das Wohn-Arbeitszimmer auf 19 Grad heizen, den Rest der Wohnung nicht. Auch das empfinde ich noch nicht als &#8222;Not&#8220;, ganz im Gegenteil ist ein k\u00fchleres Schlafzimmer sogar angenehmer und ges\u00fcnder.<\/p>\n<p><strong>Sp\u00fclen, waschen, baden:<\/strong> Mittlerweile sp\u00fcle ich kalt, mit wenigen Ausnahmen bei ganz verfetteten Pfannen. Auch die Waschmaschine l\u00e4uft kalt, mit Ausnahmen z.B. bei Bettw\u00e4sche. Fr\u00fcher wusste ich gar nicht, dass es diese Einstellung \u00fcberhaupt gibt! Im Sommer hab ich auch das &#8222;kalt baden&#8220; angefangen, nachdem ich die motivierenden Videos zum Thema rund um die Methode des &#8222;Eismanns&#8220; (Wim Hoff) entdeckt hatte. Aber zugegeben: Das halte ich bei sinkenden Temperaturen nicht durch! Mittlerweile bade\/dusche ich leicht lauwarm, mit wenig Wasser und recht kurz. Ich besitze auch Waschlappen, immer schon, t\u00e4gliches Duschen war noch nie mein Ding.<\/p>\n<p><strong>Kochen und Backen:\u00a0<\/strong> Ich nutze deutlich weniger hei\u00dfes Wasser beim Kochen. F\u00fcr Tee und kleine Mengen gibts den Wasserkocher, das geht auch schneller. Der Gas-Backofen ist f\u00fcr mich als Einzelperson viel zu gro\u00df, also hab ich mir einen 25 L Minibackofen\/Hei\u00dfluftfritteuse angeschaft: ein deutlich kleinerer Backraum und Strom statt Gas. Ok, Strom ist ebenfalls teurer, aber es ist definitiv besser als den Riesenbackofen zu heizen! (Wer sowas kauft, sollte gut Preise vergleichen! Mein Modell erstand ich f\u00fcr 116,- bei Kaufland, bei Amazon kostet das Teil 177,- bis 249,- unter immer anderen Namen).<\/p>\n<h2>Preppen f\u00fcr den Blackout<\/h2>\n<p>Zum Gl\u00fcck steht in meinem Wohn-Arbeitszimmer noch ein Kachelofen, den der Eigent\u00fcmer sogar funktionsf\u00e4hig h\u00e4lt (sehr weise!). Auf den Einkauf von Holz und Kohlen hab ich aber wg. der Emissionen verzichtet. Im schlimmsten Fall gibts noch Holz im Garten, aber noch hoffe ich, mit wenig Heizgas durch den Winter zu kommen. Ein paar Briketts liegen seit meinem Einzug unber\u00fchrt unter dem Ofen &#8211; wird f\u00fcr zweimal Heizen reichen.<\/p>\n<p>Was aber, wenn es wirklich mal einen Strom-Blackout gibt? Nahrungsmittel- und Mineralwasservorr\u00e4te habe ich etliche, Fehlendes werde ich noch erg\u00e4nzen. Aber wie kochen bzw. Dosenware erw\u00e4rmen? Recherchiert habe ich Campingkocher verschiedenster Art, doch passt mir das alles nicht wirklich. Weder will ich Gaskartuschen horten, die ich vermutlich nie brauchen werde, noch mit instabilen Klapp-Kochern und Spiritus \/ Esbit herum hantieren, die sowieso alle f\u00fcr drau\u00dfen gedacht sind. Gelandet bin ich bei einem klassischen Fondue-Set: Gebraucht (unbenutzt) f\u00fcr 13 Euro, inkl. Versand und Ersatzbrenner. Brennpaste daf\u00fcr werd&#8216; ich noch anschaffen. Vorteil: Es gibt auch eine normale Verwendung, ist also nicht NUR f\u00fcr den Katastrophenfall!<\/p>\n<p><strong>Wo es noch fehlt:<\/strong> Beleuchtung. Kerzenvorrat, Taschenlampen, Tischleuchte und Batterien &#8211; das alles ist noch zu erg\u00e4nzen bzw. einzukaufen. F\u00fcr den im Katastrophenfall wichtigen Nachrichtenempfang empfiehlt das <a href=\"https:\/\/www.bbk.bund.de\/DE\/Warnung-Vorsorge\/Vorsorge\/Informiert-bleiben\/informiert-bleiben_node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesamt f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsschutz und Katastrophenhilfe<\/a> ein batteriebetriebenes Radio, Kurbel- oder Solarrado im Haus zu haben. Hab ich nicht, NOCH nicht. Auch sonst fehlt noch einiges, was auf den Listen zur Vorsorge empfohlen wird, insbesondere f\u00fcr den Fall, <a href=\"https:\/\/www.bbk.bund.de\/DE\/Warnung-Vorsorge\/Vorsorge\/Hygiene\/hygiene_node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">das auch kein Trinkwasser<\/a> mehr kommt.<\/p>\n<p>Vorerst reicht mir der Hinweis, bei l\u00e4nger andauerndem Stromausfall rechtzeitig Flaschen und die Badewanne zu f\u00fcllen. Zur Not gibts auch noch die Regentonnen im Garten, die nahe flie\u00dfende Spree. Mit den erforderlichen Filterungen und Aufbereitungen hab ich mich bisher allerdings nicht befasst. Wie tief man da einsteigen will, ist ja immer auch eine Frage des pers\u00f6nlichen Glaubens: f\u00fcr wie wahrscheinlich halte ich es, dass solche Notma\u00dfnahmen echt n\u00f6tig werden?<\/p>\n<h2>Inflation, steigende Preise: Lebensstil und Mangelempfinden<\/h2>\n<p>Dagegen ist kein Kraut gewachsen: die Preise steigen, Geld verliert Kaufkraft, was heute noch 10 Euro kostet, wird n\u00e4chstes Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit teurer sein. Was folgt daraus? JETZT KONSUMIEREN! Fehlende Dinge und solche, die man regelm\u00e4\u00dfig ben\u00f6tigt, jetzt auf Vorrat anschaffen. Das habe ich schon angefangen und werde &#8211; im Zuge einer Aufr\u00e4um- und Inventur-Aktion &#8211; erg\u00e4nzen, was mir sinnvoll erscheint.<\/p>\n<p>Insgesamt bin ich &#8211; gef\u00fchlt &#8211; ein wenig im Vorteil dank eines lebensl\u00e4nglich &#8222;bescheidenen&#8220; Lebensstils. &#8222;Bescheiden&#8220; nicht aus Klima-R\u00fccksicht, Asketismus oder dergleichen, sondern aus Gewohnheit. Was f\u00fcr viele offenbar eine starke Einschr\u00e4nkung bedeutet, ist f\u00fcr mich Normalzustand, ich empfinde da keine &#8222;Not&#8220;.<\/p>\n<p>Wie deutlich mein Lebensstandard vom \u00dcblichen abweicht, kann ich nat\u00fcrlich nicht exakt messen. Aber ich sehe, was es in Superm\u00e4rkten alles gibt und auch massenhaft gekauft wird. Auch auf den Wunschlisten Armutsbetroffener (die ich gelegentlich sichte) finde ich in der Regel 50 bis 80% Dinge, die ich mir im Leben nicht kaufen w\u00fcrde, obwohl ich es k\u00f6nnte. Einfach weil ich damit gar nicht erst angefangen habe. In jungen Jahren aus Geldmangel, sp\u00e4ter mangels Interesse an diversen Konsumwelten, gelegentlich aus guten Gr\u00fcnden (<a href=\"https:\/\/www.unverbissen-vegetarisch.de\/2014\/07\/warum-eine-voll-vegane-phase-sinnvoll-ist\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vegane Phase<\/a>, Gesundheit).<\/p>\n<p>Konsum, den man sich nicht erst angew\u00f6hnt, erzeugt kein Mangelgef\u00fchl, wenn er aus Geldmangel wegfallen muss. Das betrifft bei mir z.B.<\/p>\n<ul>\n<li>Softdrinks (Limo, Cola, S\u00e4fte und vielerlei Mix-Getr\u00e4nke &#8211; mir reichen Mineralwasser, Kaffee, Tee und Obst)<\/li>\n<li>Kosmetika und Hygiene-Artikel:\u00a0 brauche nur Zahnpasta, Seife, Haarwaschmittel (Hautprobleme kenne ich nicht!). Ok, ich habe keinen &#8222;Kundenkontakt&#8220; und muss mich nicht aufbrezeln.<\/li>\n<li>S\u00e4mtliches S\u00fc\u00dfzeug, Schoko, Riegel, Pudding, Fruchtjoghurt etc. (Ausnahme diesen Sommer: \u00f6fter Magnum Mandel, 1 x Tropical Fruits), ebenso kein salziges Naschzeug (wenns mal sein muss -&gt; Kn\u00e4cke, K\u00e4se, Obst&#8230;).<\/li>\n<li>Nahrungserg\u00e4nzungsmittel (au\u00dfer Vit D, vom Hausarzt verschrieben, alle 2 Wochen).<\/li>\n<\/ul>\n<p>An Versicherungen reicht mir eine Haftpflicht (weil ich Rad fahre) &#8211; und weil es Vorschrift ist, eine Feuerversicherung im Kleingarten. Ein Auto brauche ich in Berlin nicht. Essen gehen? Kulturveranstaltungen? H\u00f6chst selten! Lieber lass&#8216; ich mir was liefern und streame &#8211; das ist z.B. etwas, wo wirklich noch Einsparpotenzial besteht.<\/p>\n<p><strong>Was auch Geld spart: Moden ignorieren.<\/strong> Ich koche gern, sehe aber nicht ein, z.B. den Trend zum Sous-Vide-Garen mitzumachen. Daf\u00fcr wird ein Vakuumierger\u00e4t, ein Sous-vide-Stick oder in ein Sous-vide-Garer gebraucht, sowie die Plastikbeutel f\u00fcr das Kochgut. Was f\u00fcr ein Konsum-anreizender Trend, welch ein Segen f\u00fcr die Hersteller der Ger\u00e4tschaften!<\/p>\n<p>Mit alledem will ich jetzt mal gar nicht das eine oder andere Konsumverhalten kritisieren. Zu diesem Artikel haben mich nicht die Sorgen ums Klima oder andere honorige Themen bewegt, sondern die vielstimmigen Klagen \u00fcber Wohlstandsverluste, unter denen offenbar viele leiden, die keineswegs armutsbetroffen (!) sind. Ich sehe TV-Berichte, in denen Leute beim Einkauf interviewt werden, die jetzt klagen, dass es erheblich teurer geworden ist &#8211; aber sie kaufen offensichtlich noch immer dasselbe wie vorher. Nat\u00fcrlich nicht alle! Wer wirklich arm ist, hat zur Zeit definitiv gro\u00dfe Probleme und spart sowieso schon dauernd an allem.<\/p>\n<p>Wie gehts Euch so derzeit? \u00c4ndert sich Euer Kaufverhalten? Macht Ihr was in Vorbereitung auf noch schlechtere Zeiten?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Knappe Energie, extreme Preissteigerungen, Inflation:\u00a0 Wir k\u00f6nnen zwar endlos dar\u00fcber debattieren, jedoch m\u00fcssen wir im Alltag damit irgendwie zurecht kommen. Auch &#8222;auf die Stra\u00dfe gehen&#8220; \u00e4ndert nichts, denn viele Hebel haben die Regierenden nicht, um die Dinge grundst\u00fcrzend zu \u00e4ndern. 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