{"id":3406,"date":"2001-07-22T13:35:59","date_gmt":"2001-07-22T11:35:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=3406"},"modified":"2021-09-26T14:43:36","modified_gmt":"2021-09-26T12:43:36","slug":"vom-ziel-der-suche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2001\/07\/22\/vom-ziel-der-suche\/","title":{"rendered":"Vom Ziel der Suche"},"content":{"rendered":"<p>Das ganze Leben ist eine Suchbewegung, man kommt einfach nicht davon weg. Jedes Baby sucht die Nahrungsquelle, W\u00e4rme und Ber\u00fchrung, Kinder suchen Erfahrungen, Abenteuer, Wissen von der Welt. In der Pubert\u00e4t erwacht ein neues Verlangen und wir suchen Erf\u00fcllung beim Anderen, in Verliebtheit und Sex. Einige Beziehungserfahrunen weiter f\u00e4llt uns auf, da\u00df das nicht alles ist, Erfolg und Anerkennung im Beruf oder anderen Formen des Engagements werden enorm wichtig. Sind wir dann endlich erfolgreich, versuchen wir, das Erreichte abzusichern &#8211; und suchen schon bald nach Abwechslung, wenn das &#8222;abgesicherte&#8220; Leben zur Routine wird.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/zenkreis.jpg\" alt=\"Zen-Kreis\" width=\"83\" height=\"80\" class=\"alignright size-full wp-image-882\" \/>In all diesem Streben gibt es gute und schleche Zeiten. Alles kann flutschen und wir h\u00fcpfen leichtf\u00fcssig von Gipfel zu Gipfel, das Leben erscheint als Freudentanz. Es kann aber auch schief gehen. Liebesleid und Mi\u00dferfolge, Verletzungen und Verluste, Krankheit, Alter und Tod sind unausrottbar und erwischen uns immer auf dem falschen Fu\u00df. In diesen Tiefs r\u00fcckt dann auf einmal eine andere Suche in den Blick: wenn wir n\u00e4mlich zu fertig, ausgelaugt und verzweifelt sind, um gleich ans n\u00e4chste Werk zu gehen, den n\u00e4chsten Kampf zu wagen oder wieder andere Menschen zu suchen, mit denen vielleicht alles besser geht als mit den Allern\u00e4chsten.<\/p>\n<p>DANN vernehmen wir auf einmal andere Stimmen, lesen neue Suren, \u00f6ffnen uns f\u00fcr die spirituellen Lehren, die &#8211; auf welche Weise auch immer &#8211; versprechen, das \u00dcbel an der Wurzel auszurotten. Warum unter gr\u00f6\u00dftem Einsatz immer wieder neue H\u00e4user bauen, wenn sie doch fr\u00fcher oder sp\u00e4ter alle einfallen? Wenn der kalte Hauch der Verg\u00e4nglichkeit die Grundfesten erzittern l\u00e4\u00dft, auf denen wir so fest zu stehen meinten, dann d\u00fcrsten wir nach der &#8222;Endl\u00f6sung&#8220; und sind zu allem bereit. Bis die Lage sich wieder entspannt hat, alles wieder besser l\u00e4uft, vielleicht sogar mit Hilfe einer kurzzeitig ge\u00fcbten spirituellen Praxis, die uns harmonisiert, beruhigt, konzentriert und zu innerer Distanz verhilft. Der Kampf ums Dasein geht gleich wieder leichter von der Hand, warum hab ich mich nur so aufgeregt? Ist doch alles so sch\u00f6n bunt hier&#8230; Und schon sind wir wieder am aufbauen, entwerfen, erobern, verteidigen und absichern, blind daf\u00fcr, da\u00df all dieses Tun wie in den Sand geschrieben ist.<\/p>\n<p>Ich sehne mich nach einem Zuhause, da\u00df von Menschen und Dingen unabh\u00e4ngig ist, nach einem Ankerpunkt, der logischerweise nur im Nichts liegen kann, etwas Unm\u00f6gliches also. An diesem Verlangen stelle ich verwundert fest, da\u00df die Suche wieder da ist. Die Suche, von der ich lange glaubte, sie abgelegt zu haben nach dem Motto: Tu, was anliegt und erwarte nichts! Oder wie ZEN sagt: Holz hacken, Wasser holen.<\/p>\n<p>Jetzt stelle ich fest, wie weit ich von solcher Einfachheit entfernt bin. Welches Holz? Welches Wasser? Was immer ich tue, f\u00e4chert sich auf in ein Feld von M\u00f6glichkeiten und die alten Formen, aus den Teilen ein Netz zu kn\u00fcpfen, haben sich totgelaufen. Ich greife also irgendwie hinein, und versuche vielleicht, Wasser zu hacken &#8211; so kann das nicht gehen! Hinzu kommen Anst\u00f6\u00dfe und Irritationen, die mir Fragen stellen: Was bist du, ohne deine Gesundheit, ohne deine N\u00e4chsten, ohne dein Bankkonto?<\/p>\n<p>Wer warst du, bevor dein Vater und deine Mutter sich trafen?<\/p>\n<p>Ich wei\u00df es nicht, aber die Frage ist mir nicht mehr egal. <\/span><!--more--><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ganze Leben ist eine Suchbewegung, man kommt einfach nicht davon weg. 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