{"id":3389,"date":"2021-09-11T09:46:21","date_gmt":"2021-09-11T07:46:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=3389"},"modified":"2021-09-11T09:56:40","modified_gmt":"2021-09-11T07:56:40","slug":"in-memoriam-9-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2021\/09\/11\/in-memoriam-9-11\/","title":{"rendered":"In Memoriam 9\/11"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem 9.11.2001 hat es mir erst einmal die Sprache verschlagen. Ich konnte und wollte nicht bloggen. Das Ereignis war zu gro\u00df f\u00fcr mich, das mediale Geschehen sowieso \u00fcberw\u00e4ltigend. <\/p>\n<p>Eine Woche ging ins Land, bevor die Blog-Starre von mir wich und der Eintrag &#8222;<a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/18_09_01.htm\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Vom Gl\u00fcck mitten im Grauen<\/a>&#8220; erschien. 20 Jahre nach 9\/11 poste ich ausnahmsweise daraus ein Selbstzitat:<!--more--><\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Es gibt n\u00e4mlich ein gro\u00dfes GL\u00dcCK mitten im Grauen, eines, das an den Ausnahmezustand gebunden ist: Auf einmal steht die Welt still, das gew\u00f6hnliche Gesch\u00e4ft ist tot, das Rattenrennen setzt aus, endlich! Der Mensch da dr\u00fcben ist pl\u00f6tzlich Mitmensch, Nachbar, Bruder, Schwester, alle sind wir Gef\u00e4hrten im Entsetzen und nicht mehr potentielle Gegner oder einander vollkommen gleichg\u00fcltig wie sonst. Wo normalerweise jeder ganz in sich versunken seiner Wege geht, um sich her nichts sehend und nichts h\u00f6rend, stracks von A nach B strebend, um den Erfordernissen des rechnenden Denkens zu entsprechen, er\u00f6ffnet sich eine andere Dimension. Nichts Fremdes, sondern etwas immer Ersehntes, ein Raum der Gemeinschaft, des spontanen Miteinanders, ein St\u00fcck Paradies und echte Heimat, in dem wir die Lizenz zum Miteinander reden nicht erst kaufen m\u00fcssen. Gef\u00fchle nicht mehr voreinander verbergen, sich schwach und weich, ge\u00e4ngstigt und traurig zeigen zu k\u00f6nnen &#8211; ohne Angst, vom Anderen deshalb gleich in die Pfanne gehauen zu werden! Das schl\u00e4gt schnell um in hintergr\u00fcndige Euphorie, Freude, ja, f\u00fcr kurze Zeit sind wir Liebende mit hei\u00dfen Herzen &#8211; und genie\u00dfen es, genie\u00dfen unser eigenes Bestes und Menschlichstes, mitten in der Katastrophe.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Es ist ein Ph\u00e4nomen aus dem &#8222;Real Life&#8220;, das ich hier beschreibe. Online ging es massiv in die andere Richtung, in Foren und Mailinglisten stritten sich die Leute wie nie zuvor. Ein Forum, das ich als Admin betreute, stellten sogar den Betrieb ein, weil die Deutungen des Geschehens zu weit auseinander drifteten. <\/p>\n<p><strong>Heute findet das &#8222;Gl\u00fcck mitten im Grauen&#8220; im Ahrtal statt<\/strong>. Kein Terror, &#8222;nur&#8220; Naturgewalt kostete viele Leben und zerst\u00f6rte viele Ortschaften entlang der Ahr. Noch immer fahren Menschen weite Strecken, um dort zu helfen und es werden weiterhin Leute gebraucht. Es gibt mittlerweile <a href=\"https:\/\/www.helfer-shuttle.de\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">eine Webseite mit Infos zu den Helfereins\u00e4tzen<\/a>, einen Shuttle-Dienst und ein Camp. <\/p>\n<p>Einen Eindruck, wie es da zugeht, gab gestern nacht <a href=\"https:\/\/youtu.be\/gZRa8O4Qyfs?t=2352\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stefan bei &#8222;Domian Life&#8220;<\/a>, der seit Wochen immer wieder hin f\u00e4hrt, um zu helfen und auch seinen Urlaub daf\u00fcr opfert. Wer Stefan zuh\u00f6rt, erkennt in seiner Schilderung neben all den furchtbaren Katastrophenfolgen auch das zwischenmenschlich herein brechende Gl\u00fcck. <\/p>\n<p>***<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem 9.11.2001 hat es mir erst einmal die Sprache verschlagen. Ich konnte und wollte nicht bloggen. Das Ereignis war zu gro\u00df f\u00fcr mich, das mediale Geschehen sowieso \u00fcberw\u00e4ltigend. 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