{"id":3358,"date":"2021-07-16T12:44:52","date_gmt":"2021-07-16T10:44:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=3358"},"modified":"2021-08-17T10:10:54","modified_gmt":"2021-08-17T08:10:54","slug":"projekt-mensch-unvollstaendig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2021\/07\/16\/projekt-mensch-unvollstaendig\/","title":{"rendered":"Projekt Mensch: Unvollst\u00e4ndig!"},"content":{"rendered":"<p>Was ist es, das uns Menschen von (anderen) Tieren unterscheidet? Ein besseres Ged\u00e4chtnis, das Voraussicht erm\u00f6glicht, logisch-rationales Denken, das uns Schl\u00fcsse ziehen l\u00e4sst und somit Wissenschaft und Technik hervor bringt. Dazu Kunst und Kultur, die wir an die Nachkommen weiter geben k\u00f6nnen. Sogar eine gewisse Selbsterkenntnis ist uns mittlerweile m\u00f6glich, von Sigmund Freuds Erforschung des Irrationalen bis zu den bildgebenden Verfahren der Hirnforschung: Wir wissen viel \u00fcber das Wesen Mensch! Wir k\u00f6nnen sogar vern\u00fcnftig sein und im Bewusstsein handeln, dass k\u00fchle Logik nicht alles ist. Wir kennen &#8222;emotionale Intelligenz&#8220; und haben neben dem Kopf auch ein Herz &#8211; manchmal. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/mensch-symbol.jpg\" alt=\"Mensch Symbolgrafik\" width=\"296\" height=\"218\" class=\"alignright size-full wp-image-3359\" \/><strong>Leider ist Wissen und K\u00f6nnen nicht alles, mensch muss auch wollen!<\/strong> Und da liegt der Hund begraben: wir wollen vieles einfach nicht, was sowohl intelligent als auch vern\u00fcnftig w\u00e4re! <\/p>\n<p>Ich g\u00e4rtnere nun schon 15 Jahre in einem <a href=\"https:\/\/www.das-wilde-gartenblog.de\/2007\/04\/21\/7-regeln-fuer-faules-gaertnern\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8222;naturnahen&#8220; Stil<\/a>. Da bleibt nicht aus, dass allzu romantische Vorstellungen \u00fcber das Leben der Tiere und Pflanzen komplett verschwinden. Das sogenannte &#8222;\u00f6kologische Gleichgewicht&#8220; gibt es nicht. Alles ist in st\u00e4ndiger Ver\u00e4nderung und wenn man nicht eingreift, setzen sich besonders gut angepasste Arten zu Lasten aller anderen durch: die werden verdr\u00e4ngt oder gefressen, je nachdem. <!--more--><\/p>\n<p>Da kommt mal eben ein &#8222;fremdes&#8220; Ameisenvolk vorbei, \u00fcberf\u00e4llt den Bau kleinerer Ameisen, klaut deren Larven und entf\u00fchrt sie. Viele Fluginsekten legen ihre Eier gerne in Raupen, die sich nicht wehren k\u00f6nnen. Die werden dann von den sich entwickelnden Larven aufgefressen. Obst und Gem\u00fcse haben es schwer gegen all die V\u00f6gel, Insekten, Pilze und Milben, die ihnen zu schaffen machen &#8211; das gilt im Grunde f\u00fcr alle Pflanzen, die nicht drau\u00dfen &#8222;von selber&#8220; wachsen. <\/p>\n<p>Jede Art im Tier und Pflanzenreich ist bestrebt, sich zu vermehren und auszudehnen, mehr Raum einzunehmen und andere zu verdr\u00e4ngen &#8211; was sie dabei anrichten, ist ihnen egal! Sie fressen, was ihnen mundet, auch wenns das letzte Kraut einer Art ist. Sie kennen nur ihren eigenen Vorteil, im Hier &#038; Jetzt und manchmal (bei einigen Tieren) auch noch im Winter. Die Welt, soweit sie sie auf ihre Art wahrnehmen, ist Ort der Futter- und Partnersuche, aber auch gef\u00e4hrlich, denn &#8222;Fressen &#038; Gefressen Werden&#8220; ist das Gesetz der Natur. Manche haben auch einfach mal Spa\u00df, sie singen und spielen, wenn die Hauptinteressen aktuell befriedigt sind. <\/p>\n<p><strong>Und wir? Wir sind kein bisschen anders!<\/strong> Trotz unserer Intelligenz, unserer F\u00e4higkeit zur Vorausschau, unserer Kompetenz, tolle L\u00f6sungen f\u00fcr technische Probleme zu finden. <\/p>\n<p>Wir sind drauf und dran, den Planeten in weiten Teilen unbewohnbar zu machen &#8211; nicht gleich morgen und nicht ganz, aber binnen \u00fcberschaubarer Zeiten. Wir vernichten die Basis, von der wir leben, holzen immer mehr W\u00e4lder ab, errichten immer mehr neue Geb\u00e4ude, Gewerbegebiete, Parkpl\u00e4tze und Verkehrswege &#8211; und wir versiegeln immer mehr Boden, der so seine lebendigen und sch\u00fctzenden Funktionen verliert. (Grade auch vor meiner Haust\u00fcr: Platzerneuerung mit Asphaltierung der bisher unversiegelten Wege, Verkleinerug der Wiese, Beton, wohin man schaut). <\/p>\n<p><em>&#8222;Ungef\u00e4hr  ein  Drittel  der  gesamten  Landober-fl\u00e4che   wird   laut   Weltern\u00e4hrungsorganisation (FAO)  in  irgendeiner  Form  f\u00fcr  die  Tierhaltung  genutzt. Ebenso ist laut FAO fast ein Drittel des Arten-  und  Lebensraumschwunds  auf  die  Tierhaltung  zur\u00fcckzuf\u00fchren<\/em> (hab ich <a href=\"https:\/\/www.wwf.de\/fileadmin\/fm-wwf\/Publikationen-PDF\/WWF-Magazin-0215-Leseprobe-Das-grosse-Fressen.pdf\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">hier ABGESCHRIEBEN!<\/a>).<\/p>\n<p>Ich erspare es Euch und mir, die faulen Argumente, Ausreden, Verz\u00f6gerungstaktiken und dummen Spr\u00fcche zu zitieren, die das effektive und rechtzeitige Handeln gegen den Klima-Kollaps, seine Ursachen und Begleiterscheinungen verhindern. Jetzt im Wahlkampf kommt das alles besonders massig auf den Tisch: Klimaschutz muss bezahlbar bleiben, unser Wohlstand darf nicht angekratzt werden, der Benzinpreis darf nicht steigen, und und und &#8211; jetzt hab ich ja doch angefangen, stopp!<\/p>\n<p>Es hilft auch nicht, das &#8222;wir&#8220; zu hinterfragen, um sich selbst sch\u00f6n auszunehmen und nur ANDERE verantwortlich zu machen. Die Reichen, die Politiker\/innen, die Beamten, das eine Prozent (oder die zehn, je nachdem) &#8211; die k\u00f6nnten nat\u00fcrlich eine Menge anders machen, aber ohne die breite Masse, die weder viel Geld noch Macht hat, geht es eben auch nicht. <\/p>\n<p>Was ist das &#8222;Projekt Mensch&#8220;? Sind wir nicht immer schon Menschen? Kommt drauf an, wie das definiert wird! Wenn das Menschliche in der F\u00e4higkeit gesehen wird, Ursachen und Wirkungen zu erkennen und dem entsprechend zu handeln, dann haben wir erst die H\u00e4lfte des Wegs hinter uns. Wir erkennen, handeln aber nicht entsprechend. Weil es unbequem ist, weil es unseren Wohlstand ankratzt, weil wir die unz\u00e4hligen Optionen vorziehen, die viel mehr Lust versprechen als ein vern\u00fcnftiges Verhalten, das weit in die Zukunft schaut. <\/p>\n<p>Menschwerdung? Unvollst\u00e4ndig! <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist es, das uns Menschen von (anderen) Tieren unterscheidet? 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