{"id":3201,"date":"2021-01-04T12:06:16","date_gmt":"2021-01-04T11:06:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=3201"},"modified":"2021-01-04T12:09:45","modified_gmt":"2021-01-04T11:09:45","slug":"feinde-fuer-mich-keine-sternstunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2021\/01\/04\/feinde-fuer-mich-keine-sternstunde\/","title":{"rendered":"FEINDE &#8211; f\u00fcr mich KEINE Sternstunde!"},"content":{"rendered":"<p>Ich mach&#8216; es kurz, schlie\u00dflich wird \u00fcber dieses schwer gehypte &#8222;TV-Experiment&#8220; von Schirach derzeit genug geschrieben.<\/p>\n<p>Zwar ist es l\u00f6blich, m\u00f6glichst vielen Zuschauern die Basics unseres Rechtsstaats deutlich machen zu wollen, aber so richtig gelungen ist das nicht. Daf\u00fcr spricht auch das Abstimmungsergebnis: 54 % der ausgew\u00e4hlten Zuschauer fanden das Urteil (Freispruch) ungerecht, 46% gerecht. Die angestrebte Irritation des emotionalen Urteils wurde demnach nicht wirklich erreicht, jedenfalls nicht in einem Ma\u00df, das den Aufwand gerechtfertigt h\u00e4tte.<!--more--><\/p>\n<p>Dabei w\u00e4re das m\u00f6glich gewesen, h\u00e4tte man die Ank\u00fcndigung &#8222;zwei ganz verschiedene Blickwinkel&#8220; konsequent umgesetzt. Statt dessen wurde gutwilligen Zuschauer\/innen zugemutet, \u00fcber weite Strecken denselben Film zweimal anzuschauen &#8211; eine seltene Ignoranz aktueller Sehgewohnheiten, die Wiederholungen gerne vermeidet und &#8222;L\u00e4ngen&#8220; scheut. 7,955 Millionen (ARD) plus 2,493 Millionen (3.Programme) Zuschauer sahen den ersten Film, nurmehr 4,829 Millionen sahen auch den zweiten Teil, also weniger als die H\u00e4lfte!<\/p>\n<p>Neben &#8222;Gegen die Zeit&#8220; (Film aus der Sicht des Kommissars) h\u00e4tte eine zweite Version gestellt werden m\u00fcssen, die die Gewissheiten und emotionalen Urteile aufgrund der ersten Fassung tats\u00e4chlich ersch\u00fcttert. Da der Freispruch mangels Beweisen und wegen eines aufgrund der Folter nicht verwendbaren Gest\u00e4ndnisses beruhte, w\u00e4ren das die beiden Ans\u00e4tze f\u00fcr die Andersartigkeit der zweiten Fassung gewesen:<\/p>\n<ul>\n<li>man zeigt die Entf\u00fchrung anders, mit mehr Blick auf den T\u00e4ter, so dass zumindest Zweifel aufkommen, ob das wirklich der Beschuldigte ist,<\/li>\n<li>man zeigt so viel, dass klar ist, dass es ein anderer T\u00e4ter \u00e4hnlicher Statur ist,<\/li>\n<li>man erkl\u00e4rt das Wissen des vermeintlichen T\u00e4ters um den Aufenthaltsort des Opfers (es ist sein Bruder, sein Vater, sein Geliebter&#8230;) und mittels einer Vorgeschichte auch gleich den Grund, warum er lieber gesteht als ihn zu benennen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dazu noch mehr Details, um den T\u00e4ter symphatisch zu machen, der schlie\u00dflich einiges getan hat, um das M\u00e4dchen im Verlies zu versorgen &#8211; auch mehr Entsetzen bei der Todesnachricht. Und schon w\u00e4re das Votum anders ausgefallen.<\/p>\n<p>Statt dessen eine \u00f6de Wiederholung aller wesentlichen Szenen, nur angereichert durch ein bisschen Story rund um den Verteidiger, dessen rechtsstaatliche \u00dcberlegungen schlie\u00dflich auch in Version 1 vor Gericht gen\u00fcgend zum Ausdruck kamen. Einzig das Gespr\u00e4ch mit dem Beschuldigten war neu, jedoch exakt so erwartbar.<\/p>\n<p>FAZIT: Viel Aufwand und Selbstbeweihr\u00e4ucherung (ich bin eine FREUNDIN des \u00d6RR!) um ein suboptimales Film-Experiment, das sein Ziel nicht wirklich erreicht.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich mach&#8216; es kurz, schlie\u00dflich wird \u00fcber dieses schwer gehypte &#8222;TV-Experiment&#8220; von Schirach derzeit genug geschrieben. Zwar ist es l\u00f6blich, m\u00f6glichst vielen Zuschauern die Basics unseres Rechtsstaats deutlich machen zu wollen, aber so richtig gelungen ist das nicht. 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