{"id":3129,"date":"2020-08-24T00:34:18","date_gmt":"2020-08-23T22:34:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=3129"},"modified":"2020-08-24T23:40:17","modified_gmt":"2020-08-24T21:40:17","slug":"maskenstreit-vom-gesicht-des-anderen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2020\/08\/24\/maskenstreit-vom-gesicht-des-anderen\/","title":{"rendered":"Maskenstreit: Vom Gesicht des Anderen"},"content":{"rendered":"<p>Einige Corona-Masken-Kritisierende und -Verweigernde (ok so?) kommen mit dem Argument, eine Maske verhindere das Erkennen der Mimik der Mitmenschen. Recht haben sie, das ist wirklich \u00e4tzend! Es ist mir <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2011\/02\/06\/fuer-ein-recht-auf-gesicht-zur-burka-debatte\/\">immer schon gegen den Strich gegangen<\/a>, egal in welcher Form die Vermummung daher kommt.<!--more--><\/p>\n<p>Dass ich zur kollektiven Abwehr einer relevanten Gefahr bereit bin, mir dieses St\u00fcck dreilagiges Papier (= viel angenehmer als all das aus edlen Stoffen gewebte Commnity-Zeugs) vors Gesicht zu schnallen, hei\u00dft nicht, dass ich es mag! Zum Gl\u00fcck trifft mich  die Maskenpflicht nur beim Einkaufen und beim Aufsuchen \u00f6ffentlicher Orte (Arzt, Beh\u00f6rde, Superm\u00e4rkte) &#8211; also nicht wirklich oft und auch nicht lange. Eine mehrst\u00fcndige Zugreise hab ich allerdings auch schon hinter mir. Es war recht ertr\u00e4glich in einem noch nicht \u00fcbervollen Zug. <\/p>\n<p>Was ich sagen will: Ich nehme Euch das Argument nicht ab! Nicht weil es nicht stimmen w\u00fcrde, sondern weil Ihr es als blo\u00dfes Argumentationsmaterial zweckentfremdet. Erz\u00e4hlt mir doch nicht, Ihr w\u00fcrdet die Mitmenschen, die Euch im Alltag begegnen, wirklich anschauen! Ihnen ins Gesicht sehen, was ja &#8211; wenn beide gleichzeitig schauen &#8211; bedeutet, dass mensch vom Gegen\u00fcber wei\u00df: hat mich gesehen und wei\u00df, dass ich ihn\/sie\/es (?) auch gesehen habe. <\/p>\n<p>Bei meinem Urteil \u00fcber Mitmenschen, gehe ich immer zuerst von mir selber aus. Und von mir wei\u00df ich, dass ich meist in Gedanken bin, wenn ich so durch die Welt laufe, versunken ins Nachdenken \u00fcber Vergangenes oder \u00fcber n\u00e4chste Aktivit\u00e4ten. (Dabei hat mich <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2018\/01\/29\/da-haut-mich-einer-einfach-um\/\">mal einer umgehauen<\/a>, einfach so..) <\/p>\n<p>Geht der Geliebte oder gute Freund an meiner Seite, kann ich die Wahrnehmung meiner Mitwelt besonders weit herunter fahren, denn auf M\u00e4nner projiziere ich die F\u00e4higkeit, vor allem aber die Willigkeit (!), die Au\u00dfenwelt im Auge zu behalten und die Orientierung f\u00fcr uns beide zu \u00fcbernehmen. Stimmt meistens, allerdings hab ich auch schon erlebt, dass Mann-an-meiner-Seite &#8222;uns&#8220; verirrt hat. Shit happens! Da hat dann meine weibliche Bereitschaft, Anwohner um Orientierungshilfe zu bitten,  weiter geholfen :-)). <\/p>\n<p>Kurzum: ich glaube nicht, dass Euch der Gesichtsausdruck des jeweiliegen Gegen\u00fcbers fehlt. Dass ihr euch das leisten k\u00f6nnt wie wir alle, ist nicht mal ein Bug, sondern ein Feature! Ein Feature des Produkts &#8222;Zivilisation&#8220;, das wir nicht in den M\u00fcll entsorgen, sondern sch\u00fctzen sollten!<\/p>\n<p>Der einzige Grund, warum es durchaus wichtig ist, die je eigene Umwelt aufmerksam im Auge zu behalten, ist die M\u00f6glichkeit des Kriegs, die potentielle Gefahr, die vom Mitmenschen ausgehen k\u00f6nnte &#8211; nicht ausgehen muss, aber k\u00f6nnte. <\/p>\n<p>Zivilisiert leben bedeutet: in Frieden sein, als Privatmensch im Alltag nicht st\u00e4ndig damit rechnen m\u00fcssen, wegen irgendwas von XYZ angegriffen zu werden. Es bedeutet, in Ruhe den eigenen Gedanken nachh\u00e4ngen zu k\u00f6nnen, eine Basisfre\u00edheit, die heute zu wenig gesch\u00e4tzt wird. Nebenbei bedeutet es auch, im Kontakt-Fall nicht gleich in Schubladen gesteckt und abgehakt zu werden &#8211; aber das ist schon eine Weiterung, eine h\u00f6here Friedfertigkeit, die kaum mehr jemand aufbringen will. <\/p>\n<p>Soweit f\u00fcr jetzt. Es ist sp\u00e4t.<br \/>\n<strong><br \/>\nUpdate 24.8.:<\/strong><\/p>\n<p>Das FAZIT hat gefehlt, ich war gestern zu m\u00fcde f\u00fcr einen &#8222;runden&#8220; Artikel. Alsdenn: Diese \u00dcberlegungen sind vom &#8222;Maskenstreit&#8220; auf Twitter inspiriert. Mein Grundgef\u00fchl, dass es weiterhin m\u00f6glich ist, zivisiliert miteinander umzugehen, nimmt dort Schaden, wenn ich immer wieder lese, wie EGAL den &#8222;Skeptikern&#8220; die Anderen sind. Hauptsache ICH, meine FREIHEIT, keine Maske zu tragen &#8211; sie sch\u00fctzt ja sowieso nicht, wiederholen sie bis zum Abwinken. Dabei sch\u00fctzt sie sehr wohl, ein wenig die Tr\u00e4ger\/innen, aber vor allem die Anderen. <\/p>\n<p>Und weil gerade wieder herum gereicht wird, dass laut einem <a href=\"https:\/\/www.deutsche-apotheker-zeitung.de\/daz-az\/2020\/daz-33-2020\/hauptsache-maske\">Meinungsbeitrag in der Apothekerzeitung<\/a> viele Community-Masken aus Stoff wom\u00f6glich ein gutes Biotop f\u00fcr Bakterien seien: Ich hab mir auf Ebay einen 50ger-Pack Papiermasken gekauft. Nicht so schick, aber besser! Im \u00fcbrigen schreibt auch der skeptische Autor: <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Masken helfen nur dann, wenn es ein Risiko gibt, dass sich Infizierte und Nicht-Infizierte begegnen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Na, daf\u00fcr sind sie ja da, oder? <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einige Corona-Masken-Kritisierende und -Verweigernde (ok so?) kommen mit dem Argument, eine Maske verhindere das Erkennen der Mimik der Mitmenschen. Recht haben sie, das ist wirklich \u00e4tzend! 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