{"id":3045,"date":"2020-04-11T12:31:28","date_gmt":"2020-04-11T10:31:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=3045"},"modified":"2020-04-11T12:57:30","modified_gmt":"2020-04-11T10:57:30","slug":"corona-krise-die-wirtschaftlichen-folgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2020\/04\/11\/corona-krise-die-wirtschaftlichen-folgen\/","title":{"rendered":"Corona-Krise: die wirtschaftlichen Folgen"},"content":{"rendered":"<p>Dieses Thema ist einen eigenen Blogpost wert bzw. ist gro\u00df genug, um separat diskutiert zu werden.<\/p>\n<p>Eine besonders schwarzmalerische Sicht der Dinge hat Ingo <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2020\/03\/30\/corona-zu-den-laufenden-entwicklungen\/#comment-320028\">in die Kommentare geschrieben<\/a>, der beklagt, dass diese Aspekte in der Debatte kaum eine Rolle spielen. Ich zitiere ein paar Beispiele:<!--more--><\/p>\n<ol>\n<li>Kritische Stimmen aus dem Finanzbereich sind sich einig dass auf die gesamte Aktien\/Immobilien und sonstige Investmentwelt eine bereits diagnostizierte und nicht mehr abwendbare Vernichtungswelle zurollt. Der Tsunami wird bis in 8-10 Wochen \u00fcber alle hereinbrechen und das System, das wir bis heute in der Mehrheit sicherlich nicht begriffen haben, ruinieren.<\/li>\n<li>Die FED hat auf null gesetzt, aber es gibt keinen mehr der damit was anfangen kann. Kommende Aktiennachschussforderungen, Futures, Leerverk\u00e4ufe &#8211; wei\u00df der Geier, kenn mich da nicht aus &#8211; k\u00f6nnen nicht mehr ausgeglichen werden. Deshalb werden Aktien der Investmentgesellschaften zwangsenteignet und zum Ausgleich der f\u00e4lligen Kurszusammenbruchsforderungen verwendet werden. Mit nicht ausreichender Wirkung. <\/li>\n<li>Bis dahin gibt es keine M\u00e4rkte mehr, die irgendwas zur finanziellen Absicherung \/ kaufbare G\u00fcter mehr anbieten koennen [???]. Goldm\u00e4rkte sind geschlossen, die paar \u00fcbrigen Rolexen sind weg, der Mittelstand hat den Todesstoss erhalten.<\/li>\n<li>Der Kapitalmarkt wird mehr als 80% seines derzeitigen \u201eWertes\u201c ersatzlos verlieren, eine Reperatur wird mindestens 5-8 JAHRE dauern.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ingo rechnet mit einem &#8222;Crash&#8220;, der ihn jedoch pers\u00f6nlich nicht weiter \u00e4ngstigt:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Mir pers\u00f6nlich ist das vollkommen wurscht. Ich weiss, was mir nach einem Crash geschieht. Ich kann nichts mehr verlieren, das ist meine Beruhigung.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich vermute mal, Ingo hat die Finanz-Kassandras gelesen, die ich seit der Finanzkrise auch einige Zeit mitgelesen habe. Immer haben sie den gro\u00dfen Systemcrash prognostiziert, doch gekommen ist er nie. Und zwar, weil die Akteure in Politik und Wirtschaft an diversen Schr\u00e4ubchen gedreht haben, damit das nicht passiert.<\/p>\n<p>Allerdings haben wir jetzt eine noch nie da gewesene Situation, die weltweit und nicht nur in einigen L\u00e4ndern ihre desastr\u00f6sen Wirkungen entfaltet. Wer wei\u00df, vielleicht haben die Kassandras ja dieses Mal recht? <\/p>\n<p>Fakt ist, dass die Geldschleusen \u00fcberall ge\u00f6ffnet werden, jetzt zu Gunsten der Realwirtschaft. Wie immer sind sich die Analysierer uneinig: Wo die &#8222;Finanzmarktwelt&#8220; in Sachen Inflation ein <a href=\"https:\/\/finanzmarktwelt.de\/warum-inflation-durch-das-coronavirus-sehr-schnell-kommen-kann-161708\/\">Katastrophenszenario zeichnet<\/a>, klingt die Bewertung der Vorg\u00e4nge <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2020-03\/coronavirus-krise-rettungsprogramme-inflation-5vor8\">in der ZEIT<\/a> l\u00e4ngst nicht so alarmistisch.<\/p>\n<p>Was wir sicher wissen: Viele Unternehmen, kleine und gro\u00dfe, sind in Gefahr und auf &#8222;Rettungsma\u00dfnahmen&#8220; angewiesen. Ich sch\u00e4tze mal, f\u00fcr alle und alle Verluste wird es nicht reichen, es wird durchaus Pleiten geben, steigende Arbeitslosigkeit, deutlich weniger Steuereinnahmen. <\/p>\n<p>Ingo wundert sich, dass all diese Folgen der Regierung und den Bundesb\u00fcrgern weitgehend egal zu sein scheinen:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;&#8230; und wir bleiben friedlich, setzen uns sogar im Park l\u00e4cherliche Masken auf und bleiben friedlich. Lassen uns zu Ostern den Kirchgang verbieten, der Petersplatz bleibt leer, urbi et orbi at his best. Die bundesregierung hat diese Informationen, es interessiert sie aber nicht im geringsten, sie sch\u00fcrt weiter das Feuer unter den Hintern der VIRUS-F\u00fcrchtenden.<br \/>\nDas ist nicht kriminell, das entspricht keinerlei mess-und bewertbarer Bezeichnung.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Dazu sage ich: Kann es nicht sein, dass viele deshalb auf die wirtschaftlichen Folgen pfeiffen, weil sie die Nase gestrichen voll von unserer Art Wirtschaft haben? Wachstumszwang, Rattenrennen, verdichtete Arbeit, st\u00e4ndige Konkurrenz, \u00fcberfl\u00fcssige Waren, die am Ende auch noch vernichtet werden, weil sie keiner kauft. Outsourcing von Arbeitspl\u00e4tzen und Prekarisierung durch Globalisierung, Niedriglohnsektor, Banken retten m\u00fcssen, Naturzerst\u00f6rung, Ressourtcenverschwendung, Grenzen des Wachstums,  Klimawandel&#8230;<\/p>\n<p>Gleichzeitig wird sp\u00fcrbar deutlich, welche Berufe SEHR systemrelevant sind. Die meisten davon werden &#8222;in unserer Wirtschaft&#8220; richtig schlecht bezahlt. <\/p>\n<p>Ich behaupte nicht, dass es sinnvoll w\u00e4re, wegen alledem nur die Schultern zu zucken und dem Niedergang zynisch l\u00e4chelnd zuzusehen, bis es einen selber trifft! Aber ich kann verstehen, dass &#8222;die Wirtschaft&#8220; f\u00fcr viele nicht unbedingt ein Sympathietr\u00e4ger ist, so wichtig sie auch ist f\u00fcr unser aller Wohlstand. <\/p>\n<p>Was meint Ihr?<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Thema ist einen eigenen Blogpost wert bzw. ist gro\u00df genug, um separat diskutiert zu werden. Eine besonders schwarzmalerische Sicht der Dinge hat Ingo in die Kommentare geschrieben, der beklagt, dass diese Aspekte in der Debatte kaum eine Rolle spielen. 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