{"id":2891,"date":"2019-09-16T14:09:22","date_gmt":"2019-09-16T12:09:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=2891"},"modified":"2020-02-17T14:41:26","modified_gmt":"2020-02-17T13:41:26","slug":"wie-umgehen-mit-der-katastrophalen-klima-perspektive","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2019\/09\/16\/wie-umgehen-mit-der-katastrophalen-klima-perspektive\/","title":{"rendered":"Wie umgehen mit der katastrophalen Klima-Perspektive?"},"content":{"rendered":"<p>Da es so aussieht, als schaffe die Menschheit es nicht, dem &#8222;Klimawandel&#8220; (was f\u00fcr ein sanftes Wort!) wirksame Ma\u00dfnahmen entgegen zu setzen, stellt sich die Frage, wie wir als Individuen damit umgehen. Es mangelt ja nicht an katastrophalen Szenarien, wir sind \u00fcber &#8222;Kipppunkte&#8220; informiert und sehen, dass die Regierungen entweder gar nichts tun oder Ma\u00dfnahmen auf den Weg bringen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ausreichen werden, um das Steuer wirklich herum zu reissen.<!--more--><\/p>\n<p>Im letzten langen Kommentargespr\u00e4ch, das sich ab <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2019\/07\/13\/co%c2%b2-wasch-mich-aber-mach-mich-nicht-nass\/#comment-293355\">hier<\/a> bereits diesem Thema widmet, <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2019\/07\/13\/co%c2%b2-wasch-mich-aber-mach-mich-nicht-nass\/#comment-293697\">schrieb G\u00fcnther<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Es gibt sicher viele, die sich umfangreich informieren, kritisch \u00fcber vieles nachdenken, sich engagieren usw. Aber es sind (immer) zu wenige.<br \/>\nDer Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung informiert sich nicht ausreichend, denkt wenig kritisch nach und ist oft leicht (z.B. von Politik und Werbung) manipulierbar, engagiert sich kaum, ist meist egoistisch und ignorant. Das ist zwar kein historisch neues Ph\u00e4nomen, sondern gab es immer schon seit Menschen in Massen zusammenleben, aber dieses Ph\u00e4nomen f\u00fchrt heute (sehr wahrscheinlich) in den globalen Abgrund. <\/p>\n<p>Wie ich schon geschrieben habe, male ich ungern schwarz, aber in hellen und bewussten Momenten sehe ich diese fatale Entwicklung sehr klar und deutlich. Mir geht es aber sp\u00fcrbar besser, wenn ich dar\u00fcber reden oder schreiben kann und diese Gedanken mit jemanden teilen kann, der \u00e4hnlich denkt. Das \u00e4ndert zwar nichts an dieser fatalen Entwicklung, aber macht die eigene Existenz irgendwie ertr\u00e4glicher und leichter\u2026&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Mit dem wahrscheinlichen Untergang der Menschheit hat sich in den 80ger-Jahren Hoimar von Ditfurth ausf\u00fchrlich befasst. Sein Buch &#8222;<strong>So lasst uns denn ein Apfelb\u00e4umchen pflanzen &#8211; Es ist soweit<\/strong>&#8220; wurde zum Grundlagentext der erstarkenden Umwelt- und Anti-Atomkraft-Bewegung. Heute ist es noch genauso aktuell wie damals, obwohl er noch nicht von der &#8222;Klimakatastrophe&#8220; sprach, sondern vom Artensterben (&#8222;Faunenschnitt&#8220;), das durch die wachsende Menschheit zwangsl\u00e4ufig verursacht werde. <\/p>\n<p>Seine Sicht der Dinge war schon damals \u00e4u\u00dferst pessimistisch, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/So_la%C3%9Ft_uns_denn_ein_Apfelb%C3%A4umchen_pflanzen\">wie Wikipedia zusammen fasst<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Das Besondere an Ditfurths Werk ist der philosophische zweite Teil des Buches, in dem der Frage nachgegangen wird, ob die Menschheit als Kollektiv in der Lage ist, ihr Verhalten zu \u00e4ndern, denn dies sei elementare Voraussetzung f\u00fcr ihr \u00dcberleben. Ditfurth stellt den hohen Einfluss der Genetik auf das Verhalten anhand von F\u00e4llen aus der Zwillingsforschung dar, um die Begrenztheit des sogenannten menschlichen freien Willens aufzuzeigen. Ditfurth schlussfolgert, es sei der Menschheit nicht m\u00f6glich, ihr Verhalten so grundlegend zu \u00e4ndern, dass ein Faunenschnitt (Massensterben der Arten) und damit auch der eigene Untergang der Menschheit vermieden werden kann.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Er spricht sich jedoch dagegen aus, deshalb in Depression und Verzweiflung zu verfallen:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eSo wenig mich die Gewi\u00dfheit meines individuellen Todes \u2013 aller Angst vor dem Vorgang des Sterbens ungeachtet \u2013 in Verzweiflung st\u00fcrzen l\u00e4\u00dft, so wenig Grund gibt es, an dem Sinn des Auftretens der Spezies Homo sapiens auf diesem Planeten allein deshalb zu zweifeln, weil auch ihr Auftreten wie das aller anderen lebenden Kreatur naturnotwendig nur vor\u00fcbergehenden Charakter haben konnte!\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Und das Buch endet mit den ber\u00fchmten Worten:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;So lasst uns denn ein Apfelb\u00e4umchen pflanzen. Es ist soweit.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Als <a href=\"http:\/\/www.das-wilde-gartenblog.de\/\">Hobby-G\u00e4rtnerin<\/a> spricht mich das unmittelbar an! Letztes Jahr sind zwei Apfelb\u00e4ume dazu gekommen und wenn ich im Garten werkele, denke ich zwar auch oft an den Klimawandel, allerdings nicht \u00e4ngstlich, sondern als Anreiz, mich mit den Ver\u00e4nderungen in der Pflanzen- und Tierwelt konstruktiv zu befassen. Mehr Hitze- und Trockenphasen &#8211; was w\u00e4chst unter diesen Umst\u00e4nden gut? <\/p>\n<p>Das &#8222;Apfelb\u00e4umchen pflanzen&#8220; hei\u00dft f\u00fcr mich auch: teilnehmen an den Bem\u00fchungen, die Entwicklungen m\u00f6glichst zu verz\u00f6gern, wenn es auch unwahrscheinlich ist, dass sich der Trend hin zum Katastrophischen dadurch grunds\u00e4tzlich \u00e4ndert. Am Freitag ist Klima-Streiktag, nicht nur mit Sch\u00fclern, dieses Mal sind alle aufgefordert, an den<a href=\"https:\/\/fridaysforfuture.org\/events\/map\"> Demos in aller Welt<\/a> teilzunehmen. Selbst wenn es &#8222;nur&#8220; gut tut, mal viele Menschen zu treffen, die im Rahmen ihrer M\u00f6glichkeiten politisch aktiv sind, so ist es doch wirksamer als der blo\u00dfe Austausch in einem Kommentargespr\u00e4ch &#8211; zu dem ich nat\u00fcrlich weiterhin einlade!<\/p>\n<p>Der Fingerphilosoph, ein leider verschwundener philosophierender Blogger, der fr\u00fcher hier auch mal kommentiert hat, war was m\u00f6gliches Umschwenken angeht, absolut pessimistisch. Mir schrieb er mal:<\/p>\n<blockquote><p>Ich sehe den Tatsachen lieber ins Auge, als mir st\u00e4ndig etwas sch\u00f6nzureden. Das ist mir zu anstrengend.<br \/>\nWenn ich mich also trotzdem einer m\u00f6glichst sparsamen, zur\u00fcckhaltenden Lebensweise beflei\u00dfige, dann nicht, um die Welt zu retten oder Ressourcen zu schonen, sondern weil ich damit selbst am zufriedensten bin. Ich tu mir damit nur selber einen Gefallen. Und je weniger man braucht, desto unabh\u00e4ngiger ist man.<br \/>\nF\u00fcr mich reicht das vollkommen als Begr\u00fcndung.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich f\u00fcge hinzu: Weniger Autoverkehr in den St\u00e4dten, weniger Konsum und Fleischverzehr, weniger Energieverbrauch &#8211; fast alles, was dem schnellen Klimawandel entgegen wirkt, kann auch die Lebensqualit\u00e4t verbessern. Wenn ich auf dem Rad z\u00fcgig am Stau vorbei fahre, wird mir das jedes Mal bewusst! <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da es so aussieht, als schaffe die Menschheit es nicht, dem &#8222;Klimawandel&#8220; (was f\u00fcr ein sanftes Wort!) wirksame Ma\u00dfnahmen entgegen zu setzen, stellt sich die Frage, wie wir als Individuen damit umgehen. 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