{"id":2875,"date":"2019-08-09T11:54:53","date_gmt":"2019-08-09T09:54:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=2875"},"modified":"2019-08-09T12:50:44","modified_gmt":"2019-08-09T10:50:44","slug":"wie-der-garten-hilft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2019\/08\/09\/wie-der-garten-hilft\/","title":{"rendered":"Wie der Garten hilft"},"content":{"rendered":"<p><em>&#8222;Die Tage schwimmen davon. Einer nach dem andern. Ihre Anmut hei\u00dft Gleichf\u00f6rmigkeit.&#8220;<\/em> schrieb Claudia Kilian gestern in ihre <a href=\"https:\/\/www.claudiakilian.de\/journal08082019\">Sammelmappe<\/a>.<\/p>\n<p>Anmut? Kann Gleichf\u00f6rmigkeit anmutig sein? Auch mit l\u00e4ngerem Nachsinnen komme ich nicht dahin, das so zu sehen. Wenn ich meine Stimmungslage betrachte, dann ist Gleichf\u00f6rmigkeit eher ein Gift, das mich auf Dauer herunter zieht. <\/p>\n<p>Zum Beispiel tagelang das Haus nicht verlassen, allenfalls mal zum &#8222;L\u00e4dchen&#8220; unten am Eck. Kleinste Kreise ziehen zwischen Bildschirmen: PC im Arbeitszimmer, TV im Wohnzimmer &#8211; und nat\u00fcrlich auch mal K\u00fcche, Bad, Balkon. <\/p>\n<p>Letzterer ist dieses Jahr ein richtiger <a href=\"http:\/\/www.das-wilde-gartenblog.de\/2019\/06\/09\/mein-balkongarten-2019\/\">Balkongarten<\/a>, aber er reicht nicht. Reicht nicht f\u00fcr das Gef\u00fchl, etwas Anderes erlebt zu haben, dazu braucht es mehr.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/balkon-erdbeeren.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/balkon-erdbeeren.jpg\" alt=\"Balkongarten\" width=\"1000\" height=\"750\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2876\" srcset=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/balkon-erdbeeren.jpg 1000w, https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/balkon-erdbeeren-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/balkon-erdbeeren-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/balkon-erdbeeren-500x375.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><!--more--><\/p>\n<p>Nach vier derart &#8222;gleichf\u00f6rmigen&#8220; Tagen, an denen ich zwischen Artikel schreiben (mein Brotjob) und Prokrastinieren durch Medienkonsum oszillierte, war meine Laune im Keller. Nurmehr die Pflicht und zur &#8222;Abwechslung&#8220; schlechte Nachrichten: \u00dcberall Gefahren, miese Entwicklungen, dunkle Perspektiven. Ich schrieb \u00fcber die <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2019\/08\/07\/angst-2\/\">Angst<\/a>, die mir all das macht, manchmal hilft es ja, sich die Dinge von der Seele zu schreiben. Nachhaltig ist das aber nicht.<\/p>\n<p><strong>Was wirklich geholfen hat: Ein Besuch im Garten!<\/strong> Seit letzten Freitag war ich nicht mehr dort gewesen, eine ungew\u00f6hnlich lange Zeit. Es hatte genug geregnet, so dass keine elend lange Gie\u00dforgie f\u00e4llig wurde, also konnte ich da einfach ein paar Stunden entspannen, mit dem Liebsten plaudern, durch die drei Zonen des Gartens wandern und schauen, was sich so alles tut. <\/p>\n<p>Schon bald war mein Stimmungstief wie weggeblasen. Der Garten interagiert mit dem K\u00f6rper, spricht meine Sinne an, konzentriert den Geist auf die Ph\u00e4nomene der Natur. Die Fahrt mit dem Fahrrad hin und zur\u00fcck (jeweils 25 Minuten) bringt genug k\u00f6rperliche Bewegung, um innerlich &#8222;umzuschalten&#8220;, raus aus dem Medien-Modus, hin zum physischen Dasein. <\/p>\n<p>Sonne und Schatten, Vogelstimmen und Insektengesumm, frische Luft und die Farben des Sommers. An jeder Ecke des Gartens kommen Ideen, was alsbald, im Herbst oder in der n\u00e4chsten Saison getan werden k\u00f6nnte. Und im hier und jetzt: Tomaten ernten, verkosten und dar\u00fcber sprechen, welche Sorten wir n\u00e4chstes Jahr anbauen.  Da bleibt kein Raum f\u00fcrs Kreisen um das Elend der Welt &#8211; und das ist richtig gut so.<\/p>\n<p>Wieder zuhause angekommen, schaffte ich locker und ohne irgendwelche Missempfindungen die Beendigung des Artikels, der mir vorher so schwer gefallen war. Nicht weil er irgendwie schwierig gewesen w\u00e4re, ich hab&#8216; in dem Metier eine Routine, die keine Zweifel am K\u00f6nnen aufkommen l\u00e4sst. Nein, es lag am Wollen bzw. Nicht wollen. An der Gleichf\u00f6rmigkeit, die mich mehr und mehr ausbremste bis fast hin zur Schreibblockade.<\/p>\n<p>Heute hab&#8216; ich davon getr\u00e4umt, bei mir w\u00e4re eingebrochen worden: der PC war weg! Ein leerer Schreibtisch &#8211; sonst fehlte nichts. Ein Hinweis aus den Tiefen des Unbewussten? Im Traum hab&#8216; ich mich schrecklich aufgeregt, bekam Existenz\u00e4ngste, dachte daran, einen &#8222;Finderlohn&#8220; auszuschreiben. Im Wachzustand denke ich, ich sollte mal wieder mein Backup aktualisieren und die externe Festplatte nicht neben den PC legen!<\/p>\n<p>F\u00fcnf Tage ohne Garten &#8211; das lasse ich nicht mehr einreissen! :-) Und f\u00fcr den Winter muss ich mir was \u00fcberlegen, das Fitness-Center reicht nicht. <\/p>\n<p>***<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Die Tage schwimmen davon. Einer nach dem andern. Ihre Anmut hei\u00dft Gleichf\u00f6rmigkeit.&#8220; schrieb Claudia Kilian gestern in ihre Sammelmappe. Anmut? 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