{"id":2864,"date":"2019-08-01T09:16:02","date_gmt":"2019-08-01T07:16:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=2864"},"modified":"2019-08-02T08:54:21","modified_gmt":"2019-08-02T06:54:21","slug":"zum-streit-um-die-physisch-diverse-leichtatletin-caster-semenya","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2019\/08\/01\/zum-streit-um-die-physisch-diverse-leichtatletin-caster-semenya\/","title":{"rendered":"Zum Streit um die physisch diverse Leichtathletin Caster Semenya"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich interessiere ich mich wenig f\u00fcr Sport. Es m\u00fcssen schon seltsame Dinge passieren, damit ich in die Tasten haue. Wie z.B. diese Auseinandersetzung um Caster Semenya:<\/p>\n<p>Der Schweizer BGH hat entschieden, dass die im April 2018 eingef\u00fchrte Regel des Internationalen Leichtathletikverband (IAAF), nach der Athletinnen, deren Testosteronspiegel bestimmte Werte \u00fcberschreite, ausgeschlossen werden d\u00fcrfen, \u201evorerst wieder anwendbar\u201c ist. In dieser Regel geht es um den Ausschluss von <strong>Frauen mit XY-Chromosomen<\/strong>, die einen Testosteronspiegel aufweisen, der im m\u00e4nnlichen Bereich liegt. F\u00fcr den IAAF geh\u00f6rt die zweifache Olympiasiegerin Caster Semenya zu den \u201ebiologisch m\u00e4nnlichen Athleten mit weiblichen Geschlechtsidentit\u00e4ten\u201c.<!--more--><\/p>\n<p>Die TAZ nennt das &#8222;<a href=\"https:\/\/taz.de\/Caster-Semenya-darf-nicht-an-den-Start\/!5610239\/\">Ein verst\u00f6rendes Urteil<\/a>&#8222;. <\/p>\n<p>Ich finde es eher &#8222;verst\u00f6rend&#8220;, dass offenbar ernsthaft die Position vertreten wird, dass Menschen wie Semeny einfach so bei den Frauen mitlaufen (und Sieg um Sieg erringen) sollen &#8211; aufgrund physischer Eigenschaften, die Frauen ohne m\u00e4nnliche Anteile nun mal nicht haben. <\/p>\n<p>Verst\u00f6rend finde ich insbesondere, dass von den Vertreter\/innen des schrankenlosen Mitlaufens physisch diverser Menschen die entstehende Gerechtigkeitsl\u00fccke nicht gesehen wird. Darauf wird einfach nicht eingegangen, wie so oft in &#8222;identit\u00e4tspolitischen&#8220; Streitigkeiten. Das zeigt mir, dass wichtige Werte nicht mehr geteilt werden. Wie etwa Gerechtigkeit, Chancengleichheit &#8211; und auch die notwendigen Bedingungen einer sinnvollen Debatte! Die erfordert n\u00e4mlich, dass man auf Argumente eingeht und nicht einfach um eigene Emp\u00f6rungen und Partikularinteressen kreist wie etwa die kommentierende &#8222;Fallmanagerin&#8220;: <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Ein Skandal! Die \u201cnotwendige Sicherheit und Gleichstellung f\u00fcr alle Athleten\u201c? Ich glaub es hackt! Nur weil ein Mensch nicht ins bin\u00e4re System passt, ist die Sicherheit und Gleichstellung anderer bedroht? Was f\u00fcr ein Bullshit. Ich hoffe sehr, dass die Sportlerin doch noch zu ihrem Recht kommt.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>In einem sinnvollerweise &#8222;bin\u00e4r&#8220; gestalteten Wettkampfsystem ist es geradezu selbstverst\u00e4ndlich, dass Zwischengeschlechtler\/innen ein Problem darstellen, das nicht einfach ignoriert werden kann. Die L\u00f6sung,  wissenschaftlich klar nachweisbare Eigenschaften (Testosteronspiegel) als Zugangsvoraussetzung zu Wettk\u00e4mpfen zu nutzen, ist eine nachvollziehbare rationale L\u00f6sung. Dazu weiter aus der TAZ:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Die praktische Konsequenz daraus, dass Semenya nur mithilfe einer Hormontherapie wieder auf ihren Spezialstrecken starten kann, nannte Ulrich Montgomery, Pr\u00e4sident des Welt\u00e4rztebundes WMA, gegen\u00fcber der FAZ \u201einverses Doping\u201c. \u00c4rzte sollten sich ebenso wenig daran beteiligen wie beim Dopen von Sportlern.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn Diverse mit physisch m\u00e4nnlichen Vorteilen ohne solche Vorgaben \u00fcberall mitstarten d\u00fcrften, m\u00fcsste man allerdings in der Konsequenz allen Sportlerinnen das Doping erlauben. Wie sollten sie denn sonst mit jenen mithalten, die durch ihre Natur mit deutlich mehr Testosteron versorgt sind?<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich interessiere ich mich wenig f\u00fcr Sport. Es m\u00fcssen schon seltsame Dinge passieren, damit ich in die Tasten haue. Wie z.B. diese Auseinandersetzung um Caster Semenya: Der Schweizer BGH hat entschieden, dass die im April 2018 eingef\u00fchrte Regel des Internationalen Leichtathletikverband (IAAF), nach der Athletinnen, deren Testosteronspiegel bestimmte Werte \u00fcberschreite, ausgeschlossen werden d\u00fcrfen, \u201evorerst wieder [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8],"tags":[],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2864"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2864"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2864\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2864"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2864"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2864"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}