{"id":2832,"date":"2019-06-27T12:27:52","date_gmt":"2019-06-27T10:27:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=2832"},"modified":"2019-06-27T12:32:56","modified_gmt":"2019-06-27T10:32:56","slug":"ueber-militante-intoleranz-von-dauerbeleidigten-identitaetslinken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2019\/06\/27\/ueber-militante-intoleranz-von-dauerbeleidigten-identitaetslinken\/","title":{"rendered":"\u00dcber militante Intoleranz von dauerbeleidigten Identit\u00e4tslinken"},"content":{"rendered":"<p>Svenja Fla\u00dfp\u00f6hler spricht mir mal wieder aus der Seele, wie ich in diesem lesenswerten TAZ-Interview feststellen konnte:<\/p>\n<blockquote><p>Von moralischem Totalitarismus:<br \/>\n<strong><a href=\"https:\/\/taz.de\/!168884\/\">H\u00f6ren Sie auf, Sie beleidigen uns!<\/a><\/strong><br \/>\nSvenja Fla\u00dfp\u00f6hler spricht mit taz FUTURZWEI \u00fcber militante Intoleranz von dauerbeleidigten Identit\u00e4tslinken.<\/p><\/blockquote>\n<p>Hier ein paar Statements: <!--more--><\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Wenn an die Stelle von Argumenten Gef\u00fchle treten, ist an Diskutieren nicht zu denken. Das w\u00fcrgt alles ab.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>&#8222;Klar sollen und d\u00fcrfen benachteiligte Gruppen um Anerkennung k\u00e4mpfen. Und daf\u00fcr m\u00fcssen sie sich nun mal als Gruppe benennen. Aber es gibt einen Punkt, an dem dieser Kampf zu gesamtgesellschaftlicher Zersplitterung f\u00fchrt. Dieser Punkt ist eindeutig erreicht.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>&#8222;Sensibilit\u00e4t ist der Motor des Anerkennungskampfes von unterdr\u00fcckten Gruppen. Aber sie kann eben auch vom Progressiven ins Regressive kippen und zu moralischem Totalitarismus f\u00fchren&#8230;&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>&#8222;Abgesehen davon, dass die Ausw\u00fcchse von #MeToo mit Rechtsstaatlichkeit nichts mehr zu tun haben, hat sich Feminismus in eine Opferrolle hineingetwittert, die so schlicht nicht mehr vorliegt. Wir leben nicht mehr im Patriarchat, sondern in einer extrem vielschichtigen \u00dcbergangsphase.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>&#8222;Die Grenze des Sagbaren wird eng gezogen. Das so zu formulieren ist nat\u00fcrlich in sich schon wieder hakelig, weil das eine rechte Rhetorik ist: \u00bbDas wird man ja nochmal sagen d\u00fcrfen.\u00ab Das Schlimme ist aber, dass ich in den letzten zwei Jahren in Situationen gekommen bin, in denen mir genau dieser Satz auf der Zunge lag: Das werde ich ja wohl nochmal sagen d\u00fcrfen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Da ich selbst in den letzten Jahren ausgiebig erfahren habe, wie die neo-linke Identit\u00e4tsideologie Gruppen mit linkem Selbstverst\u00e4ndnis spaltet und in ausufernde selbstbezogene Diskurse und Feindseligkeiten treibt, kann ich sehr gut nachvollziehen, was Svenja berichtet. <\/p>\n<p>Wenn jede argumentierende Kritik an diesen spalterischen Prozessen und der &#8211; meist von wei\u00dfen Akademikerinnen mit moralischem Furor vorgetragenen &#8211; Ideologie selbst einfach ignoriert oder gar ohne jede Begr\u00fcndung als &#8222;Rassismus&#8220; gelabelt wird, dann wird jede Diskussion sinnlos, bzw. sie findet gar nicht statt. <\/p>\n<p>Man geht dann besser getrennte Wege, was nicht dazu beitr\u00e4gt, der urspr\u00fcnglich linken Sache zu dienen &#8211; ganz im Gegenteil!<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Siehe auch:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2017\/08\/03\/vom-verlust-der-wahrheit-und-linken-verirrungen-in-rechtes-denken\/\">Vom Verlust der Wahrheit und linken Verirrungen in rechtes Denken<\/a><\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Auch ich war einige Jahre der \u00dcberzeugung, diese \u201eDenke\u201c sei ungemein progressiv und fortschrittlich. Bis ich mehr und mehr bemerkte, dass sie die M\u00f6glichkeiten des gemeinsamen Politik-Machens zerbr\u00f6selt und es am Ende keinen gemeinsamen Werte-Anker mehr gibt, auf den man sich beziehen kann. Sondern nur noch den Kampf immer verschiedenerer Kleingruppen gegeneinander: um die \u201eDefinitionsmacht\u201c und letztlich die Macht, andere zu beherrschen. Was das glatte Gegenteil fr\u00fcherer linker Werte, denen ich mich immer schon verbunden f\u00fchlte und noch immer f\u00fchle.&#8220;<\/p><\/blockquote>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Svenja Fla\u00dfp\u00f6hler spricht mir mal wieder aus der Seele, wie ich in diesem lesenswerten TAZ-Interview feststellen konnte: Von moralischem Totalitarismus: H\u00f6ren Sie auf, Sie beleidigen uns! Svenja Fla\u00dfp\u00f6hler spricht mit taz FUTURZWEI \u00fcber militante Intoleranz von dauerbeleidigten Identit\u00e4tslinken. 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