{"id":283,"date":"2009-04-13T10:50:43","date_gmt":"2009-04-13T08:50:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=283"},"modified":"2009-05-13T08:37:23","modified_gmt":"2009-05-13T06:37:23","slug":"lebenszeichen-gartenfreuden-und-weniger-zigaretten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2009\/04\/13\/lebenszeichen-gartenfreuden-und-weniger-zigaretten\/","title":{"rendered":"Lebenszeichen: Gartenfreuden und weniger Zigaretten"},"content":{"rendered":"<p>Weil es einigen lieben Menschen auff\u00e4llt, dass ich zur Zeit weniger schreibe, hier mal ein Lebenszeichen: Die wunderbar sonnig-warmen Tage ziehen mich in den Garten, dessen erstes Fr\u00fchjahr ich gerade erlebe und mit Freude auch <a href=\"http:\/\/www.das-wilde-gartenblog.de\/2009\/04\/08\/intuitive-gartengestaltung-gefuehl-und-recycling\/\">aktiv gestalte<\/a>. Gleichzeitig mache ich seit einer guten Woche eine neue Erfahrung im Umgang mit der Nikotinsucht: Das <strong>Rauchen reduzieren statt aufgeben<\/strong> &#8211; und bis jetzt funktioniert es erstaunlich gut!<!--more--><\/p>\n<p>Mein Leben lang war ich \u00fcberzeugt, nur die &#8222;Punkt-Schluss-Methode&#8220; sei das einzig Erfolgreiche &#8211; entweder einfach so oder f\u00fcr ein paar Tage gest\u00fctzt von <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2006\/05\/08\/lunge-entlasten-mit-nikotintabletten\/\">Nikotintabletten<\/a>. Doch alle Versuche, das Rauchen komplett aufzugeben, scheiterten. Und zwar NICHT w\u00e4hrend der k\u00f6rperlichen Entzugsphase, die gar nicht so schlimm ist, wenn man sich drauf einstellt. Sondern immer einige Zeit sp\u00e4ter, wenn ich feststellte, was mir das Rauchen alles bedeutete: n\u00e4mlich sehr viel mehr als die blo\u00df physische Versorgung mit einem Suchtmittel.\u00a0 Meist nahm ich dann auch gerade ein wenig zu (was normal ist, wenn der K\u00f6rper das Gift nicht mehr abarbeiten muss) und in die Leere, die ich sp\u00fcrte, sickerte immer \u00f6fter der Gedanke: <em>Auch Nichtraucher sterben<\/em>&#8230;. Bis ich wieder eine ansteckte und schon bald wieder rauchte wie eh und je.<\/p>\n<h2>Leiden bringt Ver\u00e4nderung<\/h2>\n<p>Mittlerweile ist mir das Motiv, aufh\u00f6ren zu wollen, um das Sterben am Lungenkrebs oder einer anderen Folgekrankheit zu vermeiden, komplett abhanden gekommen. Dazu ist es nach so vielen Jahren zu sp\u00e4t: Entweder haben andere Aspekte meines gelebten Lebens (z.B. Stress-Armut, viel Selbstverwirklichung, gute Ern\u00e4hrung, Gl\u00fcck und innerer Friede) genug Ausgleich geschaffen oder eben nicht. Auch gibt es andere Risikofaktoren, die noch weit mehr Menschen dahin raffen, denen ich ebenfalls nicht ganz ferne stehe. Kurzum: Ich lebe nicht, um den Tod zu vermeiden. Mein Engagement in Sachen &#8222;gesund leben&#8220; wird erst dann mehr als ein blasser Gedanke, wenn ich f\u00fchlbar leide und mit Ver\u00e4nderungen auch sofort Verbesserungen erreiche (bl\u00f6d, aber Fakt!).<\/p>\n<p>Das war nun seit einiger Zeit beim Rauchen der Fall: mein gew\u00f6hnliches Kontingent von ca. 25 Zigaretten pro Tag sp\u00fcrte ich zunehmend als Leiden. Kurzatmigkeit, h\u00e4ufiges H\u00fcsteln w\u00e4hrend des Sprechens, ein &#8222;belegtes&#8220; Lungengef\u00fchl wie bei einer Bronchitis &#8211; und all das, w\u00e4hrend viele der gerauchten Zigaretten schon gar nicht schmeckten. Ja, ich bemerkte sie nicht einmal, w\u00e4hrend ich sie rauchte, denn das geschah ganz unbewusst und beil\u00e4ufig, w\u00e4hrend ich mich auf andere Dinge konzentrierte &#8211; zum Beispiel aufs Schreiben, aufs Gestalten, auf Lesen und kommentieren.<\/p>\n<p>Ich wollte also einerseits nicht mit dem Rauchen aufh\u00f6ren, andrerseits aber diese Missbefindlichkeiten verbessern. Da bleibt dann nur die Reduzierung, das Z\u00e4hlen der Zigaretten, das Beobachten der physischen und pychischen Bed\u00fcrfnisse, die mich danach verlangen lassen, die n\u00e4chste anzustecken.<\/p>\n<h2>Sportlicher Ehrgeiz<\/h2>\n<p>Und siehe da: Genau das, was ich immer f\u00fcr unm\u00f6glich und nicht machbar gehalten hatte, funktioniert nun doch!\u00a0 Ich reduzierte zun\u00e4chst auf &#8222;erlaubte 15&#8220;, rauchte aber nur maximal 12 bis 13. Dann senkte ich die erlaubte Zahl auf 13 und schaffe es seitdem mit 7 bis 10 Zigaretten pro Tag.\u00a0 Und tats\u00e4chlich: das H\u00fcsteln ist schon weg, ich atme freier und f\u00fchle mich insgesamt besser. Ich pflege diesen kleinen sportlichen Ehrgeiz, unter 10 zu bleiben und freunde mich damit an, nicht mehr ins unbewusste &#8222;vor mich hin werkeln&#8220; am Monitor zu verfallen, f\u00fcr das die Zigarette den Anker in der physischen Welt darstellte (so nach dem Motto: der K\u00f6rper will sich auch dann noch sp\u00fcren, w\u00e4hrend ich mich ins Virtuelle abseile).<\/p>\n<p>Eine Hilfe ist die Arbeit im Garten: wenn ich k\u00f6rperlich etwas zu tun habe, f\u00fchle ich kaum je den Drang zu rauchen. Vermutlich deshalb, weil dabei auch so die &#8222;Belohnungsst\u00f6ffchen&#8220; Dopamin, Serotonin und Endorphine ausgesch\u00fcttet werden, die man als Nikotins\u00fcchtiger \u00fcber die Droge hervorstimuliert. Das Sch\u00e4dliche ist aus meiner Sicht sowieso nicht die Zigarette, sondern das Gesamtsetting des Lebensstils, den ich lange schon praktiziere: sitzend vor dem Monitor verdiene ich meine Br\u00f6tchen, kommuniziere mit Freunden und Bekannten, schreibe meine Blogs und folge den Impulsen, die mir Web 2.0 begegnen &#8211; dies alles w\u00e4re wunderbar unproblematisch, w\u00e4re da nicht der K\u00f6rper, dem das (zu Recht!) nicht genug ist.<\/p>\n<p>Also mach ich jetzt Schluss und schwinge mich aufs Rad: die 20 Minuten zum Garten und zur\u00fcck sp\u00fcre ich schon deutlich als gesteigerte Fitness, wenn ich dann wieder in den 3.Stock steige. Und was die Zigaretten angeht: Vielleicht schaffe ich es irgendwann auf drei bis f\u00fcnf pro Tag, das w\u00e4re dann fast wie nicht rauchen&#8230;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weil es einigen lieben Menschen auff\u00e4llt, dass ich zur Zeit weniger schreibe, hier mal ein Lebenszeichen: Die wunderbar sonnig-warmen Tage ziehen mich in den Garten, dessen erstes Fr\u00fchjahr ich gerade erlebe und mit Freude auch aktiv gestalte. 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