{"id":279,"date":"2009-03-19T14:22:07","date_gmt":"2009-03-19T12:22:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=279"},"modified":"2009-03-21T10:35:21","modified_gmt":"2009-03-21T08:35:21","slug":"fortschritt-und-kraenkung-hirnforschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2009\/03\/19\/fortschritt-und-kraenkung-hirnforschung\/","title":{"rendered":"Fortschritt und Kr\u00e4nkung: Hirnforschung"},"content":{"rendered":"<p>Gestern abend hab&#8216; ich mir auf 3Sat den <a href=\"http:\/\/www.3sat.de\/3sat.php?http:\/\/www.3sat.de\/neues\/sendungen\/magazin\/131872\/index.html\">Themenabend Gehirnforschung<\/a> angeschaut. Wer mal auf die Schnelle sein Wissen zum Stand der Dinge auffrischen will, kann das auf der Website des Senders machen. Nat\u00fcrlich gibts immer nur einen kurzen \u00dcberblick, aber den kann man ja dann eigenst\u00e4ndig vertiefen.<\/p>\n<h2>Blue Brain: Ein virtuelles Gehirn<\/h2>\n<p>Beeidruckend, was da alles geforscht und &#8211; durchaus mit Blick auf m\u00f6gliche &#8222;Nutzungen&#8220; &#8211; unternommen wird: So arbeiten am \u201eBrain and Mind Institute\u201c der polytechnischen Hochschule Lausanne 40 Neurologen, Biologen, Physiker und Informatiker am Projekt &#8222;Blue Brain&#8220;,  die herausfinden wollen, wie unser Gehirn funktioniert. Daf\u00fcr will man es mal eben im Computer nachbauen: Nervenzelle f\u00fcr Nervenzelle. Bis 2015 soll das Modell fertig sein. Und allen Ernstes wurde die Frage gestellt, ob dieses &#8222;virtuelle Hirn&#8220; dann wohl Bewusstsein enthalte?<br \/>\n(mehr dazu im 3Sat-Beitrag <a http:\/\/www.3sat.de\/3sat.php?http:\/\/www.3sat.de\/neues\/sendungen\/magazin\/131875\/index.html\">&#8222;Wer ist ich?&#8220;<\/a>)<!--more--><\/p>\n<h2>Gedanken lesen, bevor wir von ihnen wissen<\/h2>\n<p>Die manchen verst\u00f6rende Tatsache, dass wir uns oft schon entschieden haben, bevor uns eine Entscheidung bewusst wird, wurde im Beitrag <a href=\"http:\/\/www.3sat.de\/3sat.php?http:\/\/www.3sat.de\/neues\/sendungen\/magazin\/131874\/index.html\">&#8222;Die Gedankenlesemaschine&#8220;<\/a> ausf\u00fchrlich zelebriert. Neuerdings wird das &#8222;Lesen&#8220; mittels lernender Mustererkennungssoftware drastisch voran getrieben. M\u00f6gliche Anwendungen sind einerseits die Steuerung von Prothesen, andrerseits auch L\u00fcgendetektoren und sogar so etwas wie &#8222;Gehirnmarketing&#8220;. <\/p>\n<p>In <a href=\"http:\/\/www.3sat.de\/3sat.php?http:\/\/www.3sat.de\/neues\/sendungen\/magazin\/131873\/index.html\">&#8222;Schuldig oder krank?&#8220;<\/a> kamen dann Forscher zu Wort, die Gewalttaten (mit guten Belegen!) als Fehlfunktion des Gehirns bei der Verarbeitung von Emotionen ansehen. Woraus logisch folgen w\u00fcrde, dass man einen T\u00e4ter (der ja nicht anders handeln konnte) nicht schuldig sprechen k\u00f6nnte, was f\u00fcr freiheitliche Gesellschaften allerdings ein untragbarer Schluss ist. <\/p>\n<h2>Alzheimer: Big Pharma mal wieder auf dem falschen Dampfer?<\/h2>\n<p>Schwer beeindruckt haben mich auch die Beitr\u00e4ge zum Thema Alzheimer <em>(wenn ich mir Namen nicht merke, denke ich gelegentlich: das k\u00f6nnte der Anfang sein&#8230;).<\/em> Derzeit forscht der Mainstream ja vehement an den sogenannten &#8222;Plaques&#8220;, diese toxischen Einwei\u00df-Ablagerungen, die man im Gehirn Alzheimer-Kranker findet. Angeblich seien sie es, die das Gehirn nach und nach zerst\u00f6ren. An der Berliner Charit\u00e9 ist man gar dabei, eine &#8222;Impfung&#8220; (gegen k\u00f6rper-eigenes Eiwei\u00df!!!) zu entwickeln, die allerdings gef\u00e4hrlich sein wird und lange VOR jeglichen Symptomen angewendet werden muss (also mit mir nicht!). <\/p>\n<p>Ich hab&#8216; dann nicht schlecht gestaunt, als im Beitrag <a href=\"http:\/\/www.3sat.de\/3sat.php?http:\/\/www.3sat.de\/neues\/sendungen\/magazin\/131881\/index.html\">&#8222;R\u00e4tsel Alzheimer&#8220;<\/a> die Erkenntnisse der sogenannten &#8222;Nonnenstudie&#8220; vorgef\u00fchrt wurden: eine blendende Testgruppe, weil die durchweg hochbetagten Nonnen im Kloster \u00fcber viele Jahre unter gleichen Lebensbedingungen leben, und zudem alle Daten \u00fcber ihre Krankengeschichte vorliegen. Da die Nonnen in christlicher N\u00e4chstenliebe ihre Gehirne auch gleich der Wissenschaft vermachten, konnte man nach dem Tod etlicher Nonnen Erstaunliches feststellen: Auch noch als Hochbetagte waren sie <strong>geistig ausgesprochen fit,<\/strong> einige hatten sich \u00fcber Jahre in den Tests sogar in mancher F\u00e4higkeit noch gesteigert. Die nach dem Tod sezierten Gehirne zeigten jedoch zum gro\u00dfen Erstaunen der Wissenschaftler Zust\u00e4nde, wie sie im Endstadium Alzheimer typisch sind: zerbr\u00f6selt und zerfasert, alles voller &#8222;Plaques&#8220;.<br \/>\nDie &#8222;herrschende Theorie&#8220; kann man damit doch eigentlich in die Tonne treten, das ficht deren Vertreter aber offenbar nicht an. <\/p>\n<h2>Eine zu billige L\u00f6sung:<\/h2>\n<p>In einem weiteren Film <a href=\"http:\/\/www.3sat.de\/3sat.php?http:\/\/www.3sat.de\/nano\/redaktion\/122071\/index.html\">&#8222;Entz\u00fcndungshemmer scheinen bei Alzheimer zu wirken&#8220;<\/a> kam der Forscher \tPat McGeer von der Universit\u00e4t Vancouver zu Wort, der mit wirklich guten Gr\u00fcnden zu einer ganz anderen These \u00fcber Alzheimer kommt: unter dem Mikroskop konnte er zeigen, dass es gar nicht die Plaques sind, die die Nervenzellen zerst\u00f6ren, sondern andere deformierte bzw. &#8222;sch\u00e4dliche&#8220; Zellen, die immer dort auftreten, wo es Entz\u00fcndungen gibt. Alzheimer &#8211; eine Gehirnentz\u00fcndung? Er suchte nach einer Testgruppe und kam auf die Idee, Rheumatologen zu fragen. Denn Rheuma-Patienten nehmen \u00fcber Jahre eine ganze Latte entz\u00fcndungshemmender Medikamente gegen die Rheuma-typischen Gelenkentz\u00fcndungen. Und tats\u00e4chlich: er fand kaum Alzheimer-Patienten unter den Rheumatikern: diese bekommen sechsmal weniger Alzheimer als Menschen, die KEINE Entz\u00fcndungshemmer nehmen.<\/p>\n<p>Geld, um das weiter zu erforschen, bekommt er nat\u00fcrlich nicht. Dazu hei\u00dft es <a href=\"http:\/\/www.3sat.de\/3sat.php?http:\/\/www.3sat.de\/nano\/redaktion\/122071\/index.html\">im Beitrag<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p><em> &#8222;Pat McGeer bekommt keine Gelder, um die entsprechenden Studien durchzuf\u00fchren: Weltweit findet er keine Firma, die bereit ist, zu investieren. &#8222;Man macht Studien mit Medikamenten, die hohe Einnahmen versprechen. Wenn man als Forscher auf Firmen angewiesen ist, die Geld machen wollen, dann werden sie nur Versuche mit Wirkstoffen unterst\u00fctzen, die teuer verkauft werden k\u00f6nnen. Viele der altbew\u00e4hrten Medikamente sind die besten. Warum werden sie ausrangiert? Weil sie zu billig sind. Die Erkl\u00e4rung ist ganz einfach.&#8220;<\/em> <\/p><\/blockquote>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern abend hab&#8216; ich mir auf 3Sat den Themenabend Gehirnforschung angeschaut. Wer mal auf die Schnelle sein Wissen zum Stand der Dinge auffrischen will, kann das auf der Website des Senders machen. Nat\u00fcrlich gibts immer nur einen kurzen \u00dcberblick, aber den kann man ja dann eigenst\u00e4ndig vertiefen. 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