{"id":2721,"date":"2002-04-20T11:08:59","date_gmt":"2002-04-20T09:08:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=2721"},"modified":"2019-01-20T11:09:35","modified_gmt":"2019-01-20T10:09:35","slug":"aus-dem-netzleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2002\/04\/20\/aus-dem-netzleben\/","title":{"rendered":"Aus dem Netzleben"},"content":{"rendered":"<p>K\u00fcrzlich hab&#8216; ich das Diary mal wieder mit dem Netscape 4.7 angesehen &#8211; und erschrocken festgestellt, dass aus unerfindlichen Gr\u00fcnden die ganze Optik im Eimer war! Diese mittlere Spalte hier erschien nur noch als meterlange Wortliste &#8211; und es hat verdammt lang gedauert, bis ich den Fehler fand (wieder mal ein Bug im NS 4.7). Jetzt ist alles wieder ok. Schade, dass mich niemand darauf aufmerksam gemacht hat.<\/p>\n<p>Die Mailingliste CSS-Design ist ein voller Erfolg. Binnen weniger Tage fanden sich \u00fcber 300 Leute zusammen, die sich jetzt ausschweifend \u00fcber die aktuellen und k\u00fcnftigen Methoden des Webcoding austauschen. Dabei wundert mich immer wieder, wie lange es dauert, bis sich die Basiskenntnisse eines erfolgreichen &#8222;Netzlebens&#8220; bei allen durchsetzen. Manche melden sich entsetzt wieder ab, wenn sie merken, dass sie pro Tag 30 bis 50 Mails von der Liste bekommen &#8211; es ist tats\u00e4chlich noch nicht \u00fcberall bekannt, dass man Listen am besten in eigene Ordner &#8222;flie\u00dfen l\u00e4sst&#8220; und WIE man das macht. Auch die M\u00f6glichkeit, das Ganze als t\u00e4gliche Zusammenfassung zu beziehen, wird zwar in der Begr\u00fc\u00dfungsmail mitgeteilt, aber kaum einer macht davon Gebrauch. Dann geschieht es immer wieder, dass ein Dialog pl\u00f6tzlich ins Private kippt &#8211; und 300 Leute lesen mit, woher sich zwei kennen und welche Firma sie schon von innen gesehen haben. Verwunderlich auch, dass viele sagen: Genau so eine Liste hat uns gefehlt! Wussten sie nicht, dass jeder eine Mailingliste aufmachen kann? Bin mal gespannt, wie viel Zeit noch vergehen muss, bis die Kulturtechniken des Netzes so verbreitet sind wie Lesen &#038; Schreiben.<\/p>\n<p>Ich staune auch oft dar\u00fcber, wie gro\u00df doch die kriminelle Kreativit\u00e4t sein kann: sogenannte &#8222;Hackerbanden&#8220; teilen mir unter dem nicht ignorierbaren Subject &#8222;Abmahnung&#8220; mit, endlich sei es ihnen gelungen, &#8222;illegale Sexkan\u00e4le&#8220; zu knacken: anbei die URL zum kostenlosen Dialer-Download. Wie viele darauf wohl noch reinfallen und &#8211; voller Vertrauen zu den &#8222;Hackern&#8220; &#8211; den teuersten Internet-Zugang ihres Lebens anw\u00e4hlen?? Heut morgen dann zum dritten Mal in dieser Woche die &#8222;Nigeria-Masche&#8220;: Angeblich braucht ein nigerianischer Stromkonzern f\u00fcr eine \u00dcberweisung ein ausl\u00e4ndisches Konto, darf aber selber keines er\u00f6ffnen. Man soll ihnen also hilfreich zur Seite stehen und bekommt daf\u00fcr 10% von 28 Mio Dollar in Aussicht gestellt &#8211; wie gro\u00dfz\u00fcgig! Ich frag mich, wie verr\u00fcckt jemand sein muss, um darauf herein zu fallen und brav Konto und pers\u00f6nliche Daten hin zu mailen? Die Masche lief auch schon VOR dem Netz: Wenn einer darauf einsteigt, ergeben sich bald irgendwelche &#8222;Schwierigkeiten&#8220; und man soll mal eben kurz ein paar tausend Dollar &#8222;auslegen&#8220;. Tja, Dummheit und Gier existieren immer schon, aber seit es E-Mail gibt, hat man gr\u00f6\u00dfere Chancen, damit gewaltig auf die Nase zu fallen.<\/p>\n<p>Schade, da\u00df Politiker meist nur dar\u00fcber nachdenken, wie sie das Netz reglementieren k\u00f6nnten, anstatt jeden Cent und alles Engagement in die notwendige Volksbildung zu stecken. Unternehmen schotten ihre Intranets lieber ab, SysAdmins ziehen die Firewalls h\u00f6her und h\u00f6her. Mitarbeitern wird verboten, Attachements anzunehmen, weil diese auch Viren enthalten k\u00f6nnten, anstatt dass man sie laufend schult oder beim selber lernen unterst\u00fctzt. Ich bekomme regelm\u00e4\u00dfig Viren im Anhang omin\u00f6ser Mails &#8211; na und? Sie werden eben gel\u00f6scht, wie der andere SPAM auch. Mit jemandem, den ich kenne, tausche ich trotzdem Attachments aus: WENN wir es besprochen haben, nicht einfach mal eben so, weil was dran h\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Und wenn ich schon mal am Klagen bin: wirklich schade ist, dass viele Einsteiger zwischen Shopping-Malls und Viren-Angst kaum noch mitbekommen, was das Netz sein kann. Wie gut, dass es immer noch Menschen gibt, die viel Arbeit und Herzblut investieren, um ein anderes Web zu zeigen. Zum Beispiel Iris Bleyer mit ihren RauspfeilBrightsites, die ich zum Schlu\u00df einfach im O-ton zitiere:<\/p>\n<blockquote><p> &#8222;Mir geht es in meiner Auswahl der brighsites darum, Interneteinsteiger ohne allzu viel Tamtam auf die hellsten Seiten des Web zu locken. Ich hoffe, wenn sie sich von dort aus weiter bewegen, werden sie sich nie wieder mit weniger zufrieden geben. Denn sie erkennen dann vielleicht, dass das Internet eine Seite hat, die f\u00fcr viele Newbees im wuchernden, grellen, lauten, flashenden Brei vom &#8222;Klick mich &#8211; Kauf mich&#8220; immer schwerer zu finden ist. Das Netz lebt &#8211; es hat eine Seele. Und die ist freundlich, kommunikativ, kreativ, phantasievoll, klug, gef\u00fchlvoll, liebenswert&#8230; &#8211; und unverk\u00e4uflich :o).&#8220;<\/p><\/blockquote>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcrzlich hab&#8216; ich das Diary mal wieder mit dem Netscape 4.7 angesehen &#8211; und erschrocken festgestellt, dass aus unerfindlichen Gr\u00fcnden die ganze Optik im Eimer war! Diese mittlere Spalte hier erschien nur noch als meterlange Wortliste &#8211; und es hat verdammt lang gedauert, bis ich den Fehler fand (wieder mal ein Bug im NS 4.7). 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