{"id":270,"date":"2009-03-02T13:27:53","date_gmt":"2009-03-02T11:27:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=270"},"modified":"2016-06-14T00:08:56","modified_gmt":"2016-06-13T22:08:56","slug":"selbsterkenntnis-bin-ich-da-noch-dran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2009\/03\/02\/selbsterkenntnis-bin-ich-da-noch-dran\/","title":{"rendered":"Selbsterkenntnis &#8211; bin ich da noch dran?"},"content":{"rendered":"<p>Unter einem fast zwei Jahre alten Diary-Eintrag mit dem Titel <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2007\/03\/21\/mich-selbst-erkennen\/#comment-8579\">&#8222;Mich selbst erkennen&#8220;<\/a> fand ich gestern einen <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2007\/03\/21\/mich-selbst-erkennen\/#comment-8574\">Kommentar von &#8222;Oskopia&#8220;<\/a> &#8211; mit der Frage, ob ich da &#8222;noch dran sei&#8220;.<!--more--><\/p>\n<div id=\"retreat\" style=\"border:1px solid black;padding:10px\">\n<p><a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2009\/02\/24\/krise-alltag-und-froehliches-getwitter\/\"><strong>Blog-Retreat zum Zehnj\u00e4hrigen des Digital Diary<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a title=\"Sp\u00e4te Fr\u00fchbl\u00fcher\" href=\"http:\/\/www.das-wilde-gartenblog.de\/2009\/02\/28\/spaete-fruehblueher\/\">\u00ab Text 12<\/a> | Text 13 | <a href=\"http:\/\/www.modersohn-magazin.de\/2009\/03\/02\/kreuzberg-braucht-seinen-kuehlschrank\/\">Text 14 \u00bb<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/blog-retreat-zum-10-jaehrigen-alle-artikel\/\">\u00dcbersicht<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p>Gute Frage! Eine, die nicht so einfach mit JA oder NEIN zu beantworten ist. Ja, einerseits bin ich da &#8222;immer dran&#8220;, denn es ist mir zur zweiten Natur geworden, quasi mitlaufend drauf zu schauen, was &#8222;ich&#8220; f\u00fchle, empfinde, wahrnehme und dar\u00fcber denke. Und nein, ich bin nicht mehr auf der Suche nach irgend etwas GANZ ANDEREM, was mein Da-Sein und So-Sein mittels neuer Mega-Einsichten (etwa ins &#8222;Selbst&#8220;) \u00fcbersteigen k\u00f6nnte. Die Dinge sind ja, wie sie sind, ganz unabh\u00e4ngig davon, was ich in so manche Ph\u00e4nomene hinein interpretiere, seien sie nun &#8222;innen&#8220; oder &#8222;au\u00dfen&#8220; oder gar nicht einzuordnen. Der Satz klingt banal, doch bildet die Aussage den Boden meiner Gelassenheit im Blick auf jegliche Form spiritueller Suche: nach Gott bzw. dem &#8222;G\u00f6ttlichen&#8220;, nach dem Selbst, nach Erleuchtung oder was auch immer. <\/p>\n<p>Ich hab&#8216; ein wenig in den Seiten von &#8222;Oskopia&#8220; gest\u00f6bert, um den Schreibimpuls, den sie mir vermittelt hat, zu vertiefen. Und fand dort einen <a href=\"http:\/\/www.oskopia.de\/texts\/tspiritualitaet0.htm\">Bericht<\/a>, der davon handelt, wie ein bislang intensiv nach dem &#8222;\u00dcberpers\u00f6nlichen&#8220; suchender Mensch eines Morgens erwachte und das ganze &#8222;spirituelle Ged\u00f6hns&#8220; (=meine Worte) auf einmal als leeres Suchen erkannte. Quasi ein Anfall von spontanem Materialismus, der sie auch gleich bewegte, ihren <a href=\"http:\/\/www.oskopia.de\/texts\/tspiritualitaet1.htm\">&#8222;Abschied von der Spiritualit\u00e4t&#8220;<\/a> mittels einer Reihe logischer \u00dcberlegungen in Worte zu fassen und in einschl\u00e4gigen Foren bekannt zu machen. Durch die Antworten, die sie darauf bekam, wurde ihr bewusst, was ihr eigentliches Problem war: nicht etwa eine unbefriedigend verlaufende Gott- und Selbstsuche, sondern die schlichte Tatsache, dass sie <a href=\"http:\/\/www.oskopia.de\/texts\/tspiritualitaet2.htm\">nicht tut, was sie will.<\/a> Dass sie nicht so lebt, wie sie es gerne m\u00f6chte, sondern dazu neigt, in unstrukturiertem Chaos zu versacken:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Ich hab schlicht und einfach kein psychologisches Problem mit meiner Vergangenheit (von wegen ungeliebt oder unterdr\u00fcckt oder mi\u00dfbraucht, oder was man sich sonst noch so ausmalen k\u00f6nnte) und ich hab kein spirituelles Problem. Ich hab kein Problem mit meiner Umwelt, keines mit meinem Gott (ganz gleich, was das ist), keines mit meinem Schicksal. Ich hab einzig und alleine ein Problem mit mir. Und dieses Problem versuchte ich mit L\u00f6sungen aus meiner spirituellen oder Eso-Weltsicht zu beheben.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Das erinnert mich an die Zeit Ende drei\u00dfig, als ich ein <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2006\/06\/01\/koenig-alkohol-der-kontrollversuch-ist-der-kontrollverlust\/\">massives Alkoholproblem<\/a> hatte und versuchte, mittels verschiedenster &#8222;kleiner Fluchten&#8220; davon loszukommen: mal in eine psychotherapeutische Selbstfindungsgruppe, mal in ein spirituelles Zentrum, um dort zu meditieren, zu massieren,   zu tanzen und zu malen. Immer in der Hoffnung, forcierte Selbstbesinnung und das Bem\u00fchen ums ganz Andere, um das H\u00f6here und Heilige werde mich aus meiner leidvollen Verstrickung befreien.<\/p>\n<p>Doch weit gefehlt! Das alles hat den Weg nur verl\u00e4ngert, den ich doch einfach nur weiter gehen musste. N\u00e4mlich weiter trinken, solange es mich danach verlangte, bis hin zum Tiefpunkt, an dem ich endlich in der Lage war, einzusehen, was offenkundig war: dass ich am Ende war mit meinem Latein, trotz des spritzigen Verstands mit seinen immer neuen Rettungsideen. Sie alle hatten sich wieder und wieder als l\u00e4cherlich erwiesen &#8211; und pl\u00f6tzlich war da nur noch Stille. Der Verstand war schlicht verzweifelt und hielt nun die Klappe, weil ihm nichts mehr einfiel. Ein FURCHTBARES Erlebnis! Ich dachte, ich sterbe.<\/p>\n<p>Es war dann das Gegenteil eines Kraftakts, was mich vom Alkohol befreite: kein mich zusammen rei\u00dfen, sondern das ausweglose Erleben, Zulassen und Einsehen des eigenen Scheiterns, der eigenen Machtlosigkeit. Pl\u00f6tzlich konnte ich einfach tun, was Andere mir rieten: das erste Glas stehen lassen. (Und tsch\u00fcss Alkohol-Phase!)<\/p>\n<p>Angeleitet durch viele B\u00fccher und diverse spirituelle und psychologische Lehrer hatte ich auch in den Jahrzehnten zuvor schon phasenweise versucht, &#8222;mich selbst zu beobachten&#8220;. Nun aber fiel es mir wie Schuppen von den Augen, dass ich trotz all der engagierten Belehrungen und sogar stellenweise ernsthafter eigener Bem\u00fchungen nie den Schimmer einer Chance gehabt hatte, der Wirklichkeit ansichtig zu werden. Wer n\u00e4mlich dauernd die Bewertungsbrille auf hat und die eigenen Schattenseiten entweder nicht sieht oder uminterpretiert und sch\u00f6n redet, kann noch so lange &#8222;beobachten&#8220; und wird dennoch nichts erkennen.<\/p>\n<p>Das ist nun fast zwanzig Jahre her, doch noch immer kann ich \u00fcber Selbsterkenntnis nicht sinnvoll sprechen, ohne diese Geschichte zu erz\u00e4hlen. Was spirituelles Suchen und Streben angeht, hat es mich auf nicht r\u00fccknehmbare Art ver\u00e4ndert: ich f\u00fchle mich seitdem in einer Weise &#8222;bei mir&#8220;, von der ich zuvor nicht mal tr\u00e4umen konnte. Wie viel ich nun noch beobachte und erkenne, hat etwa den Stellenwert eines interessanten Hobbys &#8211; und jetzt wird es gerade Fr\u00fchling, da ist mir das <a href=\"http:\/\/www.das-wilde-gartenblog.de\/\">&#8222;Garten-Hobby&#8220;<\/a> deutlich n\u00e4her!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter einem fast zwei Jahre alten Diary-Eintrag mit dem Titel &#8222;Mich selbst erkennen&#8220; fand ich gestern einen Kommentar von &#8222;Oskopia&#8220; &#8211; mit der Frage, ob ich da &#8222;noch dran sei&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/270"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=270"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/270\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=270"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=270"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=270"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}