{"id":269,"date":"2009-02-28T12:15:28","date_gmt":"2009-02-28T10:15:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=269"},"modified":"2011-07-11T13:50:31","modified_gmt":"2011-07-11T11:50:31","slug":"web-20-ja-verdammt-wo-bleibt-die-rendite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2009\/02\/28\/web-20-ja-verdammt-wo-bleibt-die-rendite\/","title":{"rendered":"Web 2.0: Ja verdammt, wo bleibt die Rendite?"},"content":{"rendered":"<p>Da wurde, wie ich auf <a href=\"http:\/\/rivva.de\/\">Riva<\/a> mitbekam, die <strong>&#8222;Konferenz Web 2.0 Expo Europe&#8220;<\/strong> von den amerikanischen Veranstaltern <a href=\"http:\/\/community.oreilly.de\/blog\/2009\/02\/27\/web-20-expo\/\">abgesagt,<\/a> weil die sich so einen Event in der Krise nicht mehr leisten k\u00f6nnen. Und das <a href=\"http:\/\/blog.handelsblatt.de\/webwatcher\/eintrag.php?id=494\">Handelsblatt-Blog<\/a> schreibt dazu:<\/p>\n<p><em>&#8222;Wohlgemerkt: das ist jetzt keine H\u00e4me gegen die Web-2.0er. Aber es wird immer klarer, das Web 2.0 eben nicht die Antwort war, auf die alle gewartet haben. Das letzte erfolgreiche Gesch\u00e4ftsmodell aus dem Valley war Google. Die sind nun mal so richtig 1.0ig. Facebook? Myspace? Twitter? Publikumserfolge, ja. Unbestritten. Aber <strong>where&#8217;s the beef?<\/strong> Die Frage wird immer lauter.&#8220;<\/em><!--more--><\/p>\n<div id=\"retreat\">\n<p><a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2009\/02\/24\/krise-alltag-und-froehliches-getwitter\/\"><strong>Blog-Retreat zum Zehnj\u00e4hrigen des Digital Diary<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.webwriting-magazin.de\/twitter-vom-raum-zum-schwarm-teil-ii\/\" title=\"Twitter: Vom Raum zum Schwarm (Teil II)\">\u00ab Text 10<\/a> | Text 11 | <a href=\"http:\/\/www.das-wilde-gartenblog.de\/2009\/02\/28\/spaete-fruehblueher\/\" title=\"Gartenblog: Sp\u00e4te Fr\u00fchbl\u00fcher\">Text 12 &raquo;<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/blog-retreat-zum-10-jaehrigen-alle-artikel\/\">\u00dcbersicht<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p>Offensichtlich machen sich da die verschiedensten Akteure seit Jahren gegenseitig vor, man k\u00f6nne mit &#8222;Web 2.0&#8220; ganz gro\u00dfartige Renditen erzielen, wenn nur mal genug Leute an die neuen Dienste gew\u00f6hnt seien. Und das wird auch geglaubt, denn meist sind die Entscheider nicht diejenigen, die all das Neue selber nutzen: Sie lassen sich von begeisterten StartUps und eloquenten Marketing-Leuten die rosige Zukunft an die Wand malen, ohne selbst aus dem eigenen Gef\u00fchl heraus beurteilen zu k\u00f6nnen, was so ein Web 2.0-Umtrieb eigentlich bringt &#8211; und wie einfach man auf ihn auch wieder verzichten kann.<\/p>\n<h2>\u00d6ffentliche R\u00e4ume, privat finanziert<\/h2>\n<p>Bez\u00fcglich der Geldgeber, die in gro\u00dfem Stil investieren, meine ich, eine feine Ironie der Geschichte zu bemerken: Sind nicht (auch) sie es gewesen, die immer f\u00fcr den R\u00fcckzug des Staates aus vielen sozialen und gesellschaftlichen Bereichen pl\u00e4dierten? Private Shopping-Malls und Einkaufcenter auf der gr\u00fcnen Wiese anstatt gepflegter \u00f6ffentlicher R\u00e4ume,\u00a0 weil das nun mal mehr Rendite bringt? Weg mit den \u00f6ffentlichen Bibliotheken, man kann sich ja B\u00fccher kaufen?\u00a0 An vielen Stellen wurden die Bewegungsr\u00e4ume der Menschen privatisiert und auf reine Konsum-Interessen zugeschnitten &#8211; und wer kein Geld hat, kann kaum noch am kulturellen Leben teilnehmen.<\/p>\n<p>Welch ein Segen, dass gleichzeitig das &#8222;Web 2.0&#8220; heran wuchs:\u00a0 Virtuelle Orte, die die Funktionen \u00f6ffentlicher R\u00e4ume in Teilen \u00fcbernehmen k\u00f6nnen. Zwar konnte das vom Ansatz her auch schon das alte Web 1.0, doch seit dem massenhaften Eintreten &#8222;der Kommerziellen&#8220; ins Geschehen (was ja gleich zu einer &#8222;Blase&#8220; f\u00fchrte, die dann spektakul\u00e4r platzte) war HTML zu kompliziert geworden, um noch &#8222;eben mal&#8220; an einem Nachmittag autodidaktisch einzusteigen. Mit den Blogs und Communities wurde das Web wieder ohne gro\u00dfe Vorkenntnisse f\u00fcr jeden nutzbar, was zu einem neuen Boom f\u00fchrte &#8211; und wieder stehen sie auf der Matte und wollen ihre Rendite! Dabei werden sie feststellen: egal, wie man es dreht und wendet, der Mensch ist nicht blo\u00df Konsument, sondern geht in \u00f6ffentlichen R\u00e4umen anderen Interessen nach. Und nachdem sie den physischen Raum der St\u00e4dte in dieser Hinsicht ver\u00f6det haben, zahlen sie nun eben die neuen &#8222;\u00f6ffentlichen R\u00e4ume&#8220; aus eigener Tasche.<\/p>\n<h2>Wo Menschen sind, ist auch Markt<\/h2>\n<p>Ich behaupte nicht, man k\u00f6nne im Web 2.0 kein Geld verdienen! Aber eben nur beil\u00e4ufig und klein-klein: durch Ansiedlung von allerlei passenden Angeboten rund um die \u00f6ffentlichen Orte. (inkl. Schw\u00e4rme, Staur\u00e4ume, Info-Dienste&#8230;.) Eben genau so, wie es einst auch im physischen Raum stattfand: es gab zentrale Pl\u00e4tze, auf denen sich die Anwohner trafen &#8211; und rund herum machten sich immer mehr L\u00e4den, Caf\u00e9s und Dienstleister breit, die in dieser &#8222;lukrativen Lage&#8220; durchaus gute Gesch\u00e4fte machten.<\/p>\n<p>Das ist aber nicht die <strong>&#8222;gro\u00dfe Antwort&#8220;<\/strong>, die die Gro\u00dfinvestoren erwarten: sie wollen eine spektakul\u00e4r hohe Verzinsung ihres &#8222;Venture-Kapitals&#8220;. Daf\u00fcr m\u00fcssten die Massen bereit sein, f\u00fcr die neuen Dienste erhebliche Eintritts- und Nutzungsgeb\u00fchren zu bezahlen. Das aber tun sie nicht, sondern suchen lieber wieder andere Begegnungsm\u00f6glichkeiten, wo nicht all diejenigen ausgeschlossen sind, die das Geld f\u00fcrs blo\u00dfe &#8222;dabei sein&#8220; nicht aufbringen. Und immer wieder gibt es auch engagierte Leute, die aus eigener Kraft und mit viel Engagement Alternativen aufbauen &#8211; OHNE sich gleich vorab mit Venture-Kapital zusch\u00fctten zu lassen und sich damit in exorbitanten Wachstumszwang zu begeben. Und auch ohne gleich vom Start weg auf den &#8222;Exit&#8220; zu spekulieren: aufs blo\u00dfe Geld machen also, anstatt auf die Freude am sinnvollen Tun.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da wurde, wie ich auf Riva mitbekam, die &#8222;Konferenz Web 2.0 Expo Europe&#8220; von den amerikanischen Veranstaltern abgesagt, weil die sich so einen Event in der Krise nicht mehr leisten k\u00f6nnen. Und das Handelsblatt-Blog schreibt dazu: &#8222;Wohlgemerkt: das ist jetzt keine H\u00e4me gegen die Web-2.0er. 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