{"id":2669,"date":"2018-09-15T11:10:35","date_gmt":"2018-09-15T09:10:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=2669"},"modified":"2018-10-07T10:22:54","modified_gmt":"2018-10-07T08:22:54","slug":"eine-woche-krank-und-eine-geschichte-vom-abnehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2018\/09\/15\/eine-woche-krank-und-eine-geschichte-vom-abnehmen\/","title":{"rendered":"Eine Woche krank &#8211; und eine Geschichte vom Abnehmen"},"content":{"rendered":"<p>Eine so lange Auszeit hatte ich lange nicht! Nicht mal im Urlaub, denn wer h\u00e4ngt schon den ganzen Urlaub auf dem Bett ab?<\/p>\n<p>Nun ja, seit zwei Tagen bin ich auch wieder ein bisschen am PC, aber nie lange und ohne zu arbeiten. Es war ein Pilzgericht, dass mich flach legte: einfache kleine Champignons, die ich bl\u00f6derweise nicht im K\u00fchlschrank gelagert hatte, in der Meinung: es gibt ja auch Trockenpilze, was soll schon sein?<!--more--><\/p>\n<p>Weit gefehlt! Champignons bestehen im wesentlichen aus Eiwei\u00df und Wasser. Sie denaturieren also eher wie Fleisch, nicht wie Pflanzen &#8211; und bilden somit auch die entsprechenden Gifte, wenn man sie nicht schnell trocknet. Man bekommt also keine &#8222;Pilzvergigtung&#8220;, sondern eine klassische Lebensmittelvergiftung mit allem drum und dran.<\/p>\n<p>Die erste drei Tage waren \u00fcbel, Magengrimmen, Fieber, verr\u00fcckt spielende Verdauung &#8211; und nat\u00fcrlich vollst\u00e4ndige Appetitlosigkeit. Dann ging es ganz langsam wieder besser und heute f\u00fchl&#8216; ich mich soweit ok, nur eben ziemlich schwach wegen des Fitnessverlustes durch das viele Liegen.<\/p>\n<h2>&#8222;Nachteil ist Vorteil&#8220; &#8211; Cioran<\/h2>\n<p>Der Vorteil, bzw. Krankheitsgewinn: ich habe fast drei Kilo abgenommen! Und noch immer keinen Appetit. Der Magen ist geschrumpft, es wird also ein Leichtes sein, nicht mehr solche Mengen zu verzehren, wie sie f\u00fcr mich normal geworden waren. Das ist die Wende, die ich mir seit langem gew\u00fcnscht hatte, ohne sie wirklich zu schaffen. Stammleser erinnern sich: 2017 hatte ich &#8211; inspiriert durch das tolle Buch &#8222;<a href=\"https:\/\/amzn.to\/2xciWTt\">Fettlogik \u00fcberwinden&#8220; (verdienter Werbelink)<\/a> &#8211; mittels Kalorien z\u00e4hlen \u00fcber 12 Kilo abgenommen und wog am Ende &#8222;nur&#8220; noch 71 Kilo. Zwar hatte ich daf\u00fcr fast ein Jahr gebraucht, also keineswegs schnell und ungesund abgenommen, aber dennoch war nun auf einmal Schluss. Das Z\u00e4hlen und die Beschr\u00e4nkung meines Speiseplans auf &#8222;gem\u00e4\u00dfigtes Low Carb&#8220; ging mir derart auf die Nerven, dass ich es nicht schaffte, weiter zu machen. Gel\u00fcste nach alledem, was ich mir kaum noch geg\u00f6nnt hatte, unterminierten jeden Ansatz eines &#8222;weiter so&#8220; &#8211; also gab ich auf und begann, wieder zu essen worauf ich Lust hatte. Und Lust hatte ich jetzt vor allem auf traditionelle Gerichte, die lange nicht auf meinem Speiseplan standen. Es wundert nicht, dass ich nicht mal ein Jahr brauchte, um\u00a0 alles wieder zuzunehmen.<\/p>\n<p>Nun werden mir die Kundigen sagen: Ist doch klar, du sollst dir doch nichts verbieten, sondern &#8222;ausgewogen und abwechslungsreich&#8220; essen! Ja sicher, das hatte ich 2017 auch noch <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2017\/01\/27\/abnehmen-perfektionismus-verhindert-den-erfolg\/\">selbst verk\u00fcndet<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Ich konnte erst abnehmen, nachdem ich mir erlaubt hatte, alle anderen Erkenntnisse und Meinungen \u00fcbers gesunde, angesagte, einzig richtige Essen zu ignorieren. Nat\u00fcrlich lebe ich nicht von klassischen Dickmachern, aber wenn es mich extrem nach etwas Derartigem verlangt, plane ich das halt ein und gleiche es an anderer Stelle wieder aus. Anything goes, Heureka!&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Allerdings: mit einer Miniportion Tortellini muss ich gar nicht erst anfangen, eine Pizza hat mindestens 800 Kalorien und schon ein einfaches K\u00e4sebr\u00f6tchen bringt es auf \u00fcber 300. Mit einem &#8222;klassischen Abendessen&#8220; wie fr\u00fcher h\u00e4tte ich mein Abnehm-Tagesbudget fast verbraucht. Wenn man das wei\u00df, l\u00e4sst man es am Ende lieber ganz, um nicht st\u00e4ndig &#8222;halb zufrieden&#8220; zu sein und ans Ausgleichen denken zu m\u00fcssen. Zudem bin ich gut belehrt, was &#8222;gesund&#8220; bedeutet: Gem\u00fcse, Salat, Obst, N\u00fcsse, hochwertige \u00d6le &#8211; wenn ich zu alledem, worauf ich Gel\u00fcste habe, noch st\u00e4ndig &#8222;das Gesunde&#8220; dazu esse, ist Zunehmen wirklich kein Wunder!<\/p>\n<h2>Eitelkeit<\/h2>\n<p>W\u00e4re es allein ums Essen gegangen, h\u00e4tte ich es trotzdem geschafft, mein Gewicht wenigstens zu halten. Wenn nicht sogar weiter abzunehmen bis zum Normalgewicht, von dem mich nur noch wenige Kilo trennten. Denn dem Nachteil des kontrollierten Essens standen ja massive Vorteile gegen\u00fcber: 12 Kilo weniger sind eine deutlich geringere Last! Das sp\u00fcrt man beim Bewegen, Laufen, Treppen steigen und an den Klamotten. Yoga ging leichter, ich neigte weniger dazu, &#8222;sitzen zu bleiben&#8220; &#8211; insgesamt eine tolle Entwicklung, die ich durchaus sch\u00e4tzte.<\/p>\n<p>ABER: So ab 73 Kilo abw\u00e4rts wurde ich deutlich knittriger! Besonders im Gesicht wurde das Alter verst\u00e4rkt sichtbar. Dass mich das so schockte, hat mich selbst \u00fcberrascht, denn eigentlich war ich der Meinung, ein gelassenes Verh\u00e4ltnis zum nat\u00fcrlichen Altern zu haben. Nun musste ich erkennen: ich bin doch noch verdammt eitel und am Ende lieber prall als faltig!<\/p>\n<p>Gibt es also \u00fcberhaupt eine Chance, dass ich diese &#8222;Wende&#8220; nun auch als solche nutze? Ich hoffe, ja. Denn immerhin hatte ich ein Jahr Zeit, mich mit dieser Erkenntnis \u00fcber mich selbst zu befassen. Die \u00c4ngste zu hinterfragen, mit dem &#8211; deutlich j\u00fcngeren &#8211; Liebsten dar\u00fcber zu reden, der meint, es sei nicht wichtig, wie knittrig ich gerade sei. Wegen der Optik war sowieso noch nie ein Mann lange mit mir zusammen, das wei\u00df ich sicher. Und kenne es selbst so, dass man bei langj\u00e4hrigen N\u00e4chsten gar nicht so genau hin sieht, kleine Ver\u00e4nderungen im Lauf der Zeit praktisch nicht wahrnimmt &#8211; und wenn doch, die Liebe darunter jedenfalls nicht leidet.<\/p>\n<p>Es ist also nicht wirklich die Angst, f\u00fcr die liebsten Freunde nicht mehr &#8222;sch\u00f6n genug&#8220; zu sein. Im vorger\u00fcckten Alter &#8222;60plus&#8220; w\u00e4re das auch ziemlich absurd! Es ist die massive Abwertung jeglicher Abweichungen von der &#8222;Normsch\u00f6nheit&#8220;, die in unserer Gesellschaft kolportiert wird, einschlie\u00dflich s\u00e4mtlicher Zeichen nat\u00fcrlicher Alterung. Und jener Teil in mir, der diese Abwehr teilt: Wer sieht schon gerne den eigenen Verfall t\u00e4glich im Spiegel?<\/p>\n<h2>\u00d6fter versuchen!<\/h2>\n<p>Man schafft nicht immer alles Schwierige gleich beim ersten Mal. Doch bin ich guter Dinge, nicht mehr so geschockt zu sein, sollte es mir gelingen, noch ein paar Kilo mehr abzuwerfen. Gesundheitlich werden auch immer mehr Vorteile bekannt, wenn man es schafft, im Alter weniger zu essen. Denn <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wissen\/immunsystem-wie-koennen-wir-laenger-gesund-bleiben--31212082\">zu viele N\u00e4hrstoffe \u00fcberlasten das Immunsystem<\/a>, das im Alter nicht mehr so gut damit zurecht kommt und deshalb zu Autoimmunreaktionen neigt. Ein geschrumpfter Magen ist jedenfalls die beste Voraussetzung daf\u00fcr, das Vern\u00fcnftige auch umzusetzen und weitgehend leidfrei weniger zu essen.<\/p>\n<p>Das werde ich jetzt einfach mal machen!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine so lange Auszeit hatte ich lange nicht! Nicht mal im Urlaub, denn wer h\u00e4ngt schon den ganzen Urlaub auf dem Bett ab? Nun ja, seit zwei Tagen bin ich auch wieder ein bisschen am PC, aber nie lange und ohne zu arbeiten. 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