{"id":2547,"date":"2018-01-10T01:00:31","date_gmt":"2018-01-10T00:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=2547"},"modified":"2018-01-10T11:34:46","modified_gmt":"2018-01-10T10:34:46","slug":"warum-mehr-maenner-morden-als-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2018\/01\/10\/warum-mehr-maenner-morden-als-frauen\/","title":{"rendered":"Warum mehr M\u00e4nner morden als Frauen"},"content":{"rendered":"<p>Gewaltdelikte, insbesondere Mord und Totsschlag, werden signifikant h\u00e4ufiger von M\u00e4nnern begangen als von Frauen. Was aber bedeutet das? Sind M\u00e4nner deshalb &#8222;das b\u00f6sere Geschlecht&#8220;?<!--more--><\/p>\n<p>Antje Schrupp <a href=\"https:\/\/antjeschrupp.com\/2017\/12\/29\/mord-und-totschlag-in-der-tagesschau\/\">schreibt zur Faktenlage<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>\n&#8222;\u201eWirklichen\u201c Mord und Totschlag, also die gezielte und beabsichtigte T\u00f6tung eines anderen Menschen, gab es in Deutschland in 2016 in ca. 650 F\u00e4llen. Das sind knapp zwei pro Tag und m\u00fcsste sich in der Tagesschau eigentlich unterbringen lassen. Was die Korrelationen zwischen diesen Taten mit bestimmten demografischen Faktoren betrifft: 84 Prozent der Tatverd\u00e4chtigen waren m\u00e4nnlich (253 von 291 bei Mord, 335 von 407 bei Totschlag).&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch wenn es hier nur um &#8222;Verd\u00e4chtige&#8220; geht, so reichen doch aus meiner Sicht die Fakten aus, um mit Fug und Rech festzustellen: Ja, M\u00e4nner morden \u00f6fter und sind insgesamt h\u00e4ufiger gewaltt\u00e4tig.<\/p>\n<p>Manche Feministen und Feministinnen nehmen diese Tatsache nun zum Ausgangspunkt, um das m\u00e4nnliche Geschlecht, die M\u00e4nnlichkeit ganz allgemein, als Hort des B\u00f6sen und irgendwie grunds\u00e4tzlich defizit\u00e4r, zumindest aber als moralisch verurteilenswert zu brandmarken. Dabei f\u00e4llt unter den Tisch, dass Frauen im Schnitt nur &#8222;anders b\u00f6se&#8220; sind, n\u00e4mlich eher mittels &#8222;psychischer Gewalt&#8220;, Intrigen, Erpressung und Mobbing.<\/p>\n<p>Klar, Mord und Totschlag und jede andere Art der Gewaltt\u00e4tigkeit sind selbstverst\u00e4ndlich verurteilenswert. Sie zu vermeiden ist allerdings eine zivilisatorische Leistung, die die gro\u00dfe Mehrheit der M\u00e4nner durchaus hinbekommt.<\/p>\n<p>Da <a href=\"https:\/\/antjeschrupp.com\/2017\/12\/29\/mord-und-totschlag-in-der-tagesschau\/#comment-248250\">schreibt z.B. ein Kommentierender bei Antje<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Die Zahlen belegen, dass M\u00e4nner und Frauen relativ friedlich sind. Der Unterschied liegt bei 99,9986 (M\u00e4nner) gegen\u00fcber 99,9997(Frauen). Und DAS soll der Beleg f\u00fcr \u201e\u00fcberm\u00e4\u00dfige Bereitschaft zu Mord und Totschlag\u201c sowie dass \u201eM\u00e4nner Gewalt gesellschaftlich antrainiert bekommen\u201c sein? Etwas, das die allerallermeisten M\u00e4nner \u00fcberhaupt nicht betrifft und dazu ohnehin r\u00fcckl\u00e4ufig ist?&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Guter Einwurf, der vor allem die Relation der Gewalt zur Gesamtpopulation der M\u00e4nner thematisiert. Und doch: Wer seine Augen nicht zu Gunsten irgend einer Ideologie komplett verschlie\u00dft, muss doch zugeben: M\u00c4NNER sind weitaus h\u00e4ufiger M\u00f6rder und Totschl\u00e4ger. Gleichzeitig sind sie aber auch immer schon Krieger, sind GSG9 und KSK, sind Feuerwehrm\u00e4nner und Bergretter, Helfer und Besch\u00fctzer, sind also &#8211; im Vergleich zu Frauen &#8211; jene Menschen, die zur Not <strong>ihr Leben dran geben<\/strong>, die risikobereiter und todesverachtender sind, die sich f\u00fcr Andere, ein Ziel, eine Sache, ja auch eine Ideologie pers\u00f6nlich aufopfern. <\/p>\n<p>So, wie es Frauen &#8211; im Durchschnitt! &#8211; nicht tun, bzw. allenfalls f\u00fcr die Kinder. Uns ist der Frieden, die Harmonie, die zwischenmenschlichen Beziehungen und das Leben meist viel wichtiger als alles andere. Nat\u00fcrlich immer nur &#8222;im Schnitt&#8220;. Pro Geschlecht entsprechen 7o bis 90 % dem Klischee (was nix B\u00f6ses ist), der Rest jedoch nicht. \u00dcber die Prozente k\u00f6nnen wir gerne streiten, aber m.E. ist es ideologische Verblendung, diese Unterschiede insgesamt zu leugnen. <\/p>\n<p><strong>Und vor allem sollten wir erkennen: It&#8217;s a feature, not ab bug!<\/strong><\/p>\n<p>Was glaubt man eigentlich, wie wir Menschen es geschafft haben, den Planeten zumindest in gro\u00dfen Teilen zu so bequemen Habitaten umzugestalten? Ich sage damit nicht, dass alles in Ordnung sei, das w\u00e4re falsch, denn wir haben das nachhaltige Leben noch lange nicht geschafft! Das aber ist wahrlich nicht das alleinige Problem der M\u00e4nner, sondern Frauen haben daran gro\u00dfen Anteil, indem wir unsere Anspr\u00fcche an ein &#8222;gutes Leben&#8220; in nicht ganz zu vernachl\u00e4ssigender Anzahl durch M\u00e4nner verwirklichen lassen. Die sich immer schon extrem anstrengen, um durch Erschaffung bequemer Umst\u00e4nde ihre Unverzichtbarkeit unter Beweis zu stellen.<\/p>\n<p>Ich denke, gewisse Unterschiede zwischen den Geschlechtern krampfhaft zu leugnen, f\u00fchrt zu keiner positiveren Gesellschaft.<em> (Ich  selbst bin immer schon ein Teil der nicht so &#8222;Geschlechtstypischen&#8220; &#8211; aber das gibst auch bei M\u00e4nnern, sonst h\u00e4tte ich z.B. meine Liebsten nie gefunden).<\/em> Zu glauben, jeglicher Unterschied m\u00fcsse per &#8222;Gleichstellung&#8220; abgeschafft werden, sehe ich als Fehlweg. Gleichberechtigung war die Forderung der 2.Frauenbewegung, in der ich sozialisiert wurde &#8211; und das erscheint mir immer noch stimmig. Alle sollen alles machen d\u00fcrfen, aber nicht m\u00fcssen.<\/p>\n<p>WARUM ist denn das Patriarchat (das hierzulande nur noch rudiment\u00e4r existiert, wenn \u00fcberhaupt) entstanden? WARUM sind M\u00e4nner in der Lage, sich aggressiver &#8222;einer Sache&#8220; zu verschreiben? WARUM morden M\u00e4nner mehr als Frauen und WARUM sind sie letzlich doch bereiter, ALLES zu geben f\u00fcr irgendwas, das gerade als sinnvoll erscheint? Warum sind sie in Kulturen, die das noch m\u00f6glich machen, immer noch gern  dabei, Frauen zu &#8222;besitzen&#8220; bzw. ihre Freir\u00e4ume zu beschr\u00e4nken?<\/p>\n<p>Ganz einfach: Weil sie als M\u00e4nner gef\u00fchlt \u00fcberfl\u00fcssiger sind als Frauen, wenn es um die Arterhaltung geht. <\/p>\n<p>Das war schon immer so. Frauen m\u00fcssen nicht erst &#8222;was leisten&#8220;, weil Frauen diejenigen sind, aus denen die Kinder kommen. Der m\u00e4nnliche Beitrag ist biologisch marginal, die Frau ist es, die die neuen Menschen &#8222;austr\u00e4gt&#8220;, aus der die Zuk\u00fcnftigen kommen. Um sie zu befruchten, br\u00e4uchte es recht wenige M\u00e4nner. Daher r\u00fchrt der Stress, der M\u00e4nner unbewusst motiviert, sich aufzuopfern f\u00fcr &#8222;die gute Sache&#8220;, exzessiv im Hamsterrad zu strampeln, zu k\u00e4mpfen und den Helden und Probleml\u00f6ser zu geben, wo immer es geht. Aber ganz genauso dazu, sich &#8211; zur Not mit Gewalt &#8211; zu nehmen, was sie begehren und h\u00e4ufiger aggressiv auszurasten. Es ist eine ZIVILISATORISCHE und KULTURELLE Leistung, dass all das heute in Sport und andere Wettbewerbe kanalisiert werden kann und nurmehr wenige M\u00e4nner tats\u00e4chlich zu M\u00f6rdern und Totschl\u00e4gern werden.<\/p>\n<p>Antje zitiert in o.g. Artikel eine <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/antjeschrupp\/posts\/10211211590229690?comment_id=10211212545533572&amp;reply_comment_id=10211215180839453&amp;comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R%22%7D\">Rebecca, die auf Facebook schrieb<\/a>: <\/p>\n<blockquote><p>\u201eMal anders: wenn gel\u00e4nge, das m\u00e4nnerspezifische Problem, das zu \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Bereitschaft zu Mord und Totschlag bei M\u00e4nnern f\u00fchrt, zu erkennen und zu beseitigen, lie\u00dfen sich damit ungef\u00e4hr 7 von 10 F\u00e4lle von Mord- oder Totschlag verhindern.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das w\u00e4re nat\u00fcrlich sch\u00f6n, doch denke ich, dass das &#8222;Problem&#8220; lange erkannt ist und sich nicht grunds\u00e4tzlich \u00e4ndern, sondern nur minimieren l\u00e4sst. Weil es die R\u00fcckseite einer Medaille ist, auf deren Vorderseite wir nicht verzichten k\u00f6nnen und wollen.<\/p>\n<p>Hier der wissenschaftliche Status Quo \u00fcber die Wirkung von Testosteron <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Testosteron\">laut Wikipedia<\/a>, das zwar auch Frauen beeinflusst, aber bei M\u00e4nnern aufgrund der h\u00f6heren Menge sehr viel massiver wirkt:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Als verhaltensbiologische Wirkungen bei Tieren wurden Imponiergehabe, Kampfverhalten sowie Begattungsdrang erforscht und beobachtet. Dies wurde u. a. durch Kastration und anschlie\u00dfende Hormonzufuhr an Tieren (aggressive Hengste werden zu sanften, angepassten Wallachen) nachgewiesen.<\/p>\n<p>Bei Menschen ist der Einfluss des Hormons auf das Verhalten weniger etabliert als bei Tieren. Eine systematische \u00dcbersichtsarbeit zur Beziehung zwischen Testosteron und antisozialem Verhalten ergab, dass ein hoher Testosteronspiegel zu einer beeintr\u00e4chtigten Regulation emotionaler und motivationaler Prozesse, geringerer sozialer Sensibilit\u00e4t und starker Belohnungsmotivation f\u00fchrt. Ob sich das in antisozialem Verhalten \u00e4u\u00dfert, h\u00e4ngt jedoch von einer Reihe sozialer und genetischer Faktoren ab.[8] Eine Metaanalyse von insgesamt 45 Studien zum Verh\u00e4ltnis zwischen Testosteron und Aggressivit\u00e4t bei Menschen ergab hingegen einen schwachen, aber signifikanten positiven Zusammenhang zwischen Aggressivit\u00e4t und Testosteron.[9] Zwei systematische \u00dcbersichtsarbeiten kamen zu dem Schluss, dass es nicht allein Testosteron ist, das aggressives Verhalten steigert, sondern das Verh\u00e4ltnis von Testosteron zu Cortisol. Ein hoher Testosteronspiegel gepaart mit einem niedrigen Cortisolspiegel sei besonders stark mit Aggressivit\u00e4t assoziiert.[10][11] Eine Studie aus dem Jahr 2012 zeigte, dass subjektiv empfundene Wut mit erh\u00f6htem Testosteron, nicht jedoch mit Cortisol, zusammenhing.[12]<\/p><\/blockquote>\n<p>H\u00e4tte sich diese hormonelle Disposition bei m\u00e4nnlichen Wesen \u00fcberh\u00e4upt entwickelt, wenn sie nicht gebraucht w\u00fcrde? Oder anders gefragt: Ist eine Welt denkbar, in der alle in Frieden zusammen leben und die Ressourcen gerecht verteilt werden? In der Krieg, Kampf und Wettbewerb komplett \u00fcberfl\u00fcssig werden? <\/p>\n<p>Momentan sieht es nicht danach aus. Leider.<\/p>\n<p>***<br \/>\n<strong>Morgendliches Update:<\/strong> Fehler bereinigt und Erg\u00e4nzungen eingebunden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gewaltdelikte, insbesondere Mord und Totsschlag, werden signifikant h\u00e4ufiger von M\u00e4nnern begangen als von Frauen. 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