{"id":2529,"date":"2017-12-26T12:27:10","date_gmt":"2017-12-26T11:27:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=2529"},"modified":"2017-12-26T13:04:55","modified_gmt":"2017-12-26T12:04:55","slug":"ein-moment-ausserhalb-der-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2017\/12\/26\/ein-moment-ausserhalb-der-zeit\/","title":{"rendered":"Ein Moment au\u00dferhalb der Zeit"},"content":{"rendered":"<p>Das ist das Einzigartige an Weihnachten: zu keiner anderen Zeit ist der Konsens so gro\u00df, dass die gewohnte Umtriebigkeit endlich einmal aussetzt. Privatheit, Familie und lustvolle V\u00f6llerei sind so sehr angesagt, dass jegliches Abweichen verst\u00e4rkt ins Bewusstsein tritt.  Allen, die arbeiten m\u00fcssen, um die Grundversorgung aufrecht zu erhalten, wird endlich mal richtig gedankt, und alle, die an Weihnachten einsam sind, werden entsprechend bedauert. Auf Twitter entstand mit dem Hashtag  #KeinerTwittertAllein sogar spontan eine &#8222;Weihnachtsfeierplatzvermittlung&#8220; &#8211; eine liebevoll solidarische Aktion! <!--more--><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/stern.jpg\" alt=\"Stern\" width=\"600\" height=\"262\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2530\" srcset=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/stern.jpg 600w, https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/stern-300x131.jpg 300w, https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/stern-500x218.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p>Und selbst? Sonntags treffe ich mich immer mit einem alten Freund. Dieses Mal war das der 24.12.,  am &#8222;heiligen Abend&#8220; war ich also nicht alleine, allerdings ganz ohne Weihnachtsfeierlichkeit. Gestern hatte ich den Tag dann komplett f\u00fcr mich, genau wie heute. Die Ruhe und Freiheit dieser &#8222;Zeit au\u00dferhalb der Zeit&#8220; genie\u00dfe ich sehr, frei von irgendwelchen Erwartungen und Ritualen. Sogar ganz ohne den Druck der inneren ToDo-Liste, die mir sonst immer einfl\u00fcstert, dass ich doch besser dies und jenes erledigen sollte, anstatt nur unproduktiv rumzuh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein unsinniges System es doch ist, indem wir alle leben! Anstatt dass die Technik uns von der Notwendigkeit der Arbeit mehr und mehr befreit, erzeugt der Kapitalismus fortw\u00e4hrend neue Bed\u00fcrfnisse, die zu einem immer h\u00f6heren Versorgungs- und Konsumniveau f\u00fchren. Die Ungleichverteilung lasse ich jetzt mal au\u00dfen vor, denn es war auch nicht anders, als sich die Einkommen und Verm\u00f6gen noch nicht so krass unterschieden wie heute. Wir sind Arbeitstiere geworden, die das &#8222;unproduktive Herumh\u00e4ngen&#8220; als asozial geiseln &#8211; ziemlich irre eigentlich! Ich zitier mal <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/karriere\/2012-10\/leserartikel-zu-viel-arbeit\">Tobias H\u00e4fele aus der ZEIT:<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Naturv\u00f6lker arbeiten nicht mehr als drei bis vier Stunden t\u00e4glich und St\u00e4mme wie die Nuer halten es sogar f\u00fcr ein b\u00f6ses Omen, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zu arbeiten. Noch im fr\u00fchen Mittelalter und in den Hochkulturen der Antike war Arbeit im heutigen Sinne meist unbekannt oder von geringem Wert. Aristoteles war beispielsweise der Ansicht, Lohnarbeit mache das Denken unruhig und niedrig. Nietzsche konstatierte: &#8222;Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel f\u00fcr sich selbst hat, ist ein Sklave.&#8220; <\/p><\/blockquote>\n<p>Uns Heutigen ist nur noch Weihnachten als kollektive Auszeit geblieben, in der wirklich niemand erwartet, dass man im Rattenrennen strampelt. Auch die Tage &#8222;zwischen den Jahren&#8220; haben noch diese Atmosph\u00e4re erlaubten Nichtstuns, die uns sonst weitgehend abhanden gekommen ist.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche allen eine sch\u00f6ne &#8222;Zeit au\u00dferhalb der Zeit&#8220; &#8211; egal ob mit oder ohne Familie, in Gesellschaft oder alleine.<\/p>\n<p>Und: Lasst Euch blo\u00df nicht die Stimmung vermiesen!<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-lang=\"de\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Manche strengen sich an Weihnachten extra an, ihre Menschenverachtung, Gef\u00fchllosigkeit und Aggressivit\u00e4t zu zeigen.  K\u00f6nnen einem Leid tun, denn sie sind ja immer bei sich &#8211; wir k\u00f6nnen immerhin wegklicken!<\/p>\n<p>&mdash; ClaudiaBerlin (@HumanVoice) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/HumanVoice\/status\/945384986525306880?ref_src=twsrc%5Etfw\">25. Dezember 2017<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist das Einzigartige an Weihnachten: zu keiner anderen Zeit ist der Konsens so gro\u00df, dass die gewohnte Umtriebigkeit endlich einmal aussetzt. Privatheit, Familie und lustvolle V\u00f6llerei sind so sehr angesagt, dass jegliches Abweichen verst\u00e4rkt ins Bewusstsein tritt. 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