{"id":247,"date":"2009-01-13T10:21:03","date_gmt":"2009-01-13T09:21:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=247"},"modified":"2015-12-12T15:51:27","modified_gmt":"2015-12-12T14:51:27","slug":"vom-buchstabenglueck-7-tage-bloggen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2009\/01\/13\/vom-buchstabenglueck-7-tage-bloggen\/","title":{"rendered":"Vom Buchstabengl\u00fcck: 7 Tage bloggen&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Die Idee, mir zum Zehnj\u00e4hrigen <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2009\/01\/10\/eine-woche-blog-retreat-zum-zehnjaehrigen\/\">eine Woche &#8222;Bloggen intensiv&#8220;<\/a> zu g\u00f6nnen, inspiriert mich schon vorab mehr als ich dachte. Nicht nur,  dass mir allerlei Themen einfallen, \u00fcber die ich lange mal schreiben wollte: der Termin am 24.Februar strukturiert auch meine Zeit, die bisher aus voraussichtlich gleichf\u00f6rmigen Tagen bis hinein in den hohen Fr\u00fchling bestand. Tage, die angef\u00fcllt sind mit alledem, was sich auf der ToDo-List sammelt, manchmal eine Vielfalt, die mich schier erschl\u00e4gt. <!--more--><\/p>\n<p>Organisatorisches, Webdesign-Auftr\u00e4ge, das Buch aus den letzten Kurstexten, die f\u00fcnf Blogs, meine Honorarschreiberei, die Beh\u00f6rdenfront, kleine Korrekturen an diesem oder jenem Projekt &#8211; und dazwischen mailen, surfen, News konsumieren (Finanzkrise!), hier und da was kommentieren. Nix Besonderes insgesamt, das Gem\u00fct bleibt friedlich, doch ist der Zerstreuungseffekt manchmal schier nicht zum aushalten. <\/p>\n<h2>Damals&#8230;<\/h2>\n<p>Eine Woche NUR bloggen wirkt da wie die R\u00fcckkehr ins Paradies, das 1996 bis 98 im Web stattfand, jedenfalls f\u00fcr mich und die damals noch \u00fcberschaubare Zahl der &#8222;Webber &#038; Homepager&#8220;: jeder kannte jeden, nicht wirklich, aber im Gef\u00fchl. &#8222;Da drau\u00dfen&#8220; hatte noch kaum jemand vom Internet geh\u00f6rt, das uns bereits &#8222;Lebensfeld&#8220; geworden war: ein Abenteuerspielplatz ganz ohne die M\u00fchen des Alltags. Vor allem ohne jeden Bezug zu Themen wie <a href=\"http:\/\/www.webwriting-magazin.de\/make-money-online-geld-verdienen-mit-dem-thema-geld-verdienen\/\">&#8222;Geld verdienen&#8220;<\/a>, was viele dazu verf\u00fchrte, das Neuland als ganz besonders revolution\u00e4r anzusehen. Die Utopien schossen nur so ins Kraut, John Perry Barlow zeigte den &#8222;Regierungen der Welt, diesen m\u00fcden Giganten aus Stahl und Fleisch&#8220; den Stinkefinger und rief <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/1\/1028\/1.html\">die &#8222;neue Heimat des Geistes&#8220;<\/a> aus. Nun ja&#8230;. bald stiegen die Start-Ups ein, die Internet-Blase bl\u00e4hte sich auf und das vergeistigte Treiben mit all seinen kreativen Bl\u00fcten trat in den Hintergrund. <\/p>\n<p>Klar gibt es dahin kein Zur\u00fcck, doch allein schon die mehrt\u00e4gige Konzentration auf blo\u00dfes &#8222;Spass-bloggen&#8220; vermittelt mir ein abenteuerliches Gef\u00fchl, wie es in meinem Alltag sonst kaum mehr vorkommt. Ich lerne daraus, dass es wohl angesagt ist, meine \u00fcbliche Strukturierung der Arbeit neu zu \u00fcberdenken: statt ToDo-List und halbherzigem Wochenplan mit vielen verschiedenen T\u00e4tigkeiten verteilt \u00fcber den Tag sollte ich lieber &#8222;Werktage&#8220; ansetzen. Jeweils ein wichtigeres Projekt am St\u00fcck bearbeiten, so dass ich mich da richtig rein vertiefen kann: erst wenn die Gedanken an alles, was sonst noch auf Befassung wartet, definitiv verschwindet, kann der Flow sich entfalten, in dem Arbeit zum begl\u00fcckenden Spiel wird. <\/p>\n<p>Ich schlie\u00dfe mit einem Zitat des <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/flusser\/\">Medienphilosophen Vil\u00e9m Flusser<\/a>, das mich in den ersten Jahren sehr inspiriert hat &#8211; mal wieder zum nach-denken, ob und was es damit auf sich hat:<\/p>\n<blockquote style=\"text-align:center\"><p><em>&#8222;Arbeit,<br \/>\nsei sie Tun oder Leiden, oder sei sie Tun und Leiden,<br \/>\nmacht unfrei, weil sie M\u00f6gliches verwirklicht.<br \/>\nNur wenn Tun und Leiden auf Automaten abgeschoben sind,<br \/>\n&#8230;, nur im Feld des Potentiellen ist die Freiheit:<br \/>\nnur wenn man projiziert anstatt zu operieren.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>***<\/p>\n<\/blockquote>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Idee, mir zum Zehnj\u00e4hrigen eine Woche &#8222;Bloggen intensiv&#8220; zu g\u00f6nnen, inspiriert mich schon vorab mehr als ich dachte. Nicht nur, dass mir allerlei Themen einfallen, \u00fcber die ich lange mal schreiben wollte: der Termin am 24.Februar strukturiert auch meine Zeit, die bisher aus voraussichtlich gleichf\u00f6rmigen Tagen bis hinein in den hohen Fr\u00fchling bestand. Tage, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[414,8],"tags":[],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/247"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=247"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/247\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=247"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=247"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=247"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}