{"id":2433,"date":"2017-07-04T00:28:51","date_gmt":"2017-07-03T22:28:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=2433"},"modified":"2017-07-04T01:01:29","modified_gmt":"2017-07-03T23:01:29","slug":"was-geht-ab-keine-ahnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2017\/07\/04\/was-geht-ab-keine-ahnung\/","title":{"rendered":"Was geht ab? Keine Ahnung!"},"content":{"rendered":"<p><em>&#8222;Was hat sich ge\u00e4ndert? Nach aussen ist das nat\u00fcrlich nicht sichtbar&#8220;<\/em>, schrieb mir Gerhard in den Kommentaren zum <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2017\/06\/30\/regen-regen-regen\/\">letzten Text<\/a>. Das Bl\u00f6de ist: auch &#8222;von innen&#8220; ist es derzeit f\u00fcr mich nicht erkennbar. Ich merke nur, dass die Routinen nicht mehr so leicht fallen, dass ich meine To-Dos regelrecht bestreike und mich zusammen reissen muss, um &#8222;nach au\u00dfen&#8220; den ganz normalen Eindruck zu machen. <!--more--><\/p>\n<p>Dabei bin ich weder krank noch depressiv und hab&#8216; auch keine Probleme mit meinen N\u00e4chsten. Finanziell ist alles im gr\u00fcnen Bereich, allenfalls merke ich, dass ich derzeit lieber weniger verdiene, mehr aufschiebe bzw. gar nicht erst annehme, um&#8230; tja, wenn ich wenigstens dazu etwas sagen k\u00f6nnte! Ich tr\u00f6dle einfach mehr herum, r\u00e4ume lieber ein bisschen auf, sp\u00fcle Geschirr oder koche mir was, anstatt am PC sitzen zu bleiben. Ebenso &#8222;versurfe&#8220; ich die Zeit einfach so &#8211; oder ich wechsle zum TV, obwohl meine innere Kritikerin davon heftig abr\u00e4t.<\/p>\n<p><strong>Im Garten<\/strong> ist nach wie vor alles wunderbar. Dort stellen sich keine Sinnfragen, es geht nicht ums Geld verdienen, nicht um Sicherheit oder gesellschaftliches Engagement, nicht mal um Vergn\u00fcgen, Unterhaltung oder Zerstreuung. &#8222;Ohne Denken&#8220; kann ich mich vom Garten leiten lassen, der mir Arbeit gibt und Aufgaben zuteilt, die ich widerstandslos angehe. Selbst wenn ich mit meinem Liebsten die 800m\u00b2 erstmal nur durchwandern will, um den Stand der Dinge zu besichtigen, ist das kaum durchzuhalten: Wir neigen beide dazu, ganz pl\u00f6tzlich ins Arbeiten \u00fcberzugehen: hier was mulchen, da was beschneiden, dort eine Tomate anbinden, Not-Gie\u00dfen&#8230; Es ist ein interaktives In-der-Welt-Sein, die Pflanzen scheinen mir zuzurufen: Los, mach mal eben! Auf eine Art, die kein gro\u00dfartiges dr\u00fcber Nachdenken anst\u00f6\u00dft, sondern mich direkt ins Handeln \u00fcbergehen l\u00e4sst. Ich muss regelrecht stoppen: <em>Hey, wir wollten doch erstmal nur rumspazieren!<\/em> Oder ich halte kurz inne, weil mich zu viele Rufe gleichzeitig erreichen und ich zumindest beschlie\u00dfen muss, womit ich anfange.<\/p>\n<h2>Tun und Sein-lassen<\/h2>\n<p>So ist es im Garten, dort hab&#8216; ich kein Problem mit dem Tun, Was-Tun, Wann-Tun, Nicht-Tun und Sein-lassen. Wohl aber zuhause in meinem Wohn-Arbeitszimmer, in meiner seit mittlerweile \u00fcber 20 Jahre gewohnten &#8222;selbst bestimmten&#8220; Freiberufler-Situation, die mir gestattet, meine Brotarbeit, eigene Projekte und diverse Engagements \u00fcbers Netz abzuwickeln. Ganz so einsiedlerisch ist das nicht: ich sehe regelm\u00e4\u00dfig meinen Liebsten und meine n\u00e4chsten Freunde, ab und an gibts mal ein Treffen im <a href=\"https:\/\/www.betterplace.org\/de\/projects\/16145-formulare-verstehbar-machen-ein-ubersetzungsprojekt\">\u00dcbersetzungsprojekt<\/a>, bin jedoch nicht gezwungen, mich unters Volk zu mischen, mit Arbeitskollegen zu plaudern, auf Festen Smalltalk zu pflegen und ich vermisse das auch nicht. Wenn ich &#8222;was Besonderes&#8220; erleben will, muss ich es anregen, aussuchen, aufsuchen, veranstalten &#8211; mach&#8216; ich auch ab und zu, aber vermutlich zu selten.<\/p>\n<p>Ein lieber Freund hat mir k\u00fcrzlich ein verl\u00e4ngertes Urlaubswochenende in St.Peter-Ording geschenkt, wo er mich in sein gemietetes Ferienhaus eingeladen hat. Damit ich mal zur Ruhe komme&#8230; Ich durfte nicht mal Geschirr sp\u00fclen! :-) Und ja, es war wundervoll. Ich wollte immer schon mal die Nordsee kennen lernen, Ebbe und Flut, das Watt. Stundenlang darin herum wandern, endlose Weiten, Sand, Wasser, Horizont &#8211; das war wirklich toll!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Watt.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-2434\" style=\"border: 1px solid grey;\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Watt-500x354.jpg\" alt=\"Watt Nordsee\" width=\"500\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Watt-500x354.jpg 500w, https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Watt-300x212.jpg 300w, https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Watt-768x544.jpg 768w, https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Watt.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch da kommt eine Selbstvergessenheit auf, \u00e4hnlich wie im Garten, aber ohne dass etwas &#8222;nach mir ruft&#8220;. Vier knappe Tage waren dennoch zu wenig, um bis zur Langeweile bzw. zur &#8222;langen Weile&#8220; zu kommen, in der sich dann etwas heraus kristallisiert. Eine Idee, eine Erkenntnis, ein heftiger Wunsch, was auch immer.<\/p>\n<p>Am ersten normalen Tag nach diesem Kurzurlaub merkte ich, wie sehr mir die Zentrierung im physischen Leben gefallen hat, was f\u00fcr eine tief gehende Umstimmung meines Lebensgef\u00fchls im Augenblick da stattgefunden hat &#8211; und grade dabei war, schnell wieder zu verschwinden. Trotzdem bekomme ich deshalb nicht etwa Lust, wieder aufs Land zu ziehen (<a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/erde\/index.htm\">been there, done that!<\/a>). Eine l\u00e4ngere Auszeit w\u00e4r&#8217;s vielleicht, aber die kann ich mir nicht leisten. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/kuehe.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-2435\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/kuehe-500x369.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/kuehe-500x369.jpg 500w, https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/kuehe-300x221.jpg 300w, https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/kuehe-768x566.jpg 768w, https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/kuehe.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das hier ist jetzt aber keine Klage, sondern &#8222;nur&#8220; die Suche nach einer Antwort auf Gerhards Frage, die auch meine Frage ist. Was hat sich ver\u00e4ndert, dass das Leben nicht mehr wie gewohnt flutscht? Was gibt mir \u00fcberhaupt das Gef\u00fchl, dass es nicht mehr &#8222;flutscht&#8220;, jedenfalls nicht mehr &#8222;wie gewohnt&#8220;? Immer \u00f6fter beobachte ich mich dabei, wie ich mich verweigere. Ich ignoriere Texte, die mich eigentlich interessieren, wende mich immer h\u00e4ufiger ab von der M\u00f6glichkeit, mental und emotional auf dies und das oder jenes einzusteigen. Dabei ist&#8217;s sogar egal, ob positive oder negative Verstrickungen locken. Wie seltsam! Zu fast allem, was da so an Impulsen &#8218;rein kommt, tritt ein spontanes Gef\u00fchl von &#8222;been there, done that&#8220; auf. Mich NOCHMAL \u00fcber Trump aufregen? \u00dcber die SPD? Die neuesten verfassungs- oder europarechtswidrigen Gesetzgebungen? Den schnell wachsenden \u00dcberwachungsstaat? All die anderen Mega-Themen unserer Zeit, die ich &#8211; normalerweise &#8211; interessiert verfolge und kommentiere&#8230;- ja wozu eigentlich?<\/p>\n<p>Wieder einmal beneide ich die Menschen, die ab der Kindheit oder sp\u00e4testens ab der Pubert\u00e4t ihr pers\u00f6nliches Thema gefunden habe. Lebenslang begeisterter K\u00e4ferforscher oder Cello-Spielerin sein, die Faszination zum Beruf machen und darin aufgehen &#8211; das muss toll sein! :-)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/strand.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-2436\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/strand-500x375.jpg\" alt=\"Strand, Watt, \" width=\"500\" height=\"375\" srcset=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/strand-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/strand-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/strand-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/strand.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, was sich gerade ver\u00e4ndert. Es schreibend zu thematisieren regt dennoch das Hirn an, zu spekulieren. Der Verstand ist immer zu Diensten und gibt (fast) niemals zu, nichts zu wissen. Wenigstens will er benennen, was los ist, ob&#8217;s dann so stimmt, wird sich zeigen.<\/p>\n<p>Dem gehe ich jetzt aber mal nicht auf den Leim, der Text ist schon lange genug.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Was hat sich ge\u00e4ndert? Nach aussen ist das nat\u00fcrlich nicht sichtbar&#8220;, schrieb mir Gerhard in den Kommentaren zum letzten Text. Das Bl\u00f6de ist: auch &#8222;von innen&#8220; ist es derzeit f\u00fcr mich nicht erkennbar. 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