{"id":2299,"date":"2017-01-23T12:03:28","date_gmt":"2017-01-23T11:03:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=2299"},"modified":"2017-01-24T10:03:21","modified_gmt":"2017-01-24T09:03:21","slug":"krank-und-allein-was-dann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2017\/01\/23\/krank-und-allein-was-dann\/","title":{"rendered":"Krank und allein &#8211; was dann?"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber Antje Schrupps Hinweis <a href=\"https:\/\/www.piqd.de\/liebe-sex\/wer-sorgt-fur-singles-wenn-sie-krank-sind\">&#8222;Wer sorgt f\u00fcr Singles wenn sie krank sind?&#8220;<\/a> fand ich den Artikel von Caleb Luna <a href=\"https:\/\/thebodyisnotanapology.com\/magazine\/romantic-love-is-killing-us\/\">&#8222;Romantic Love is Killing Us: Who Takes Care of Us When We Are Single?&#8220;<\/a>. Antje fasst ihn so zusammen: <\/p>\n<blockquote><p>Ein trauriger, w\u00fctender und pers\u00f6nlicher Text dar\u00fcber, dass sich oft niemand daf\u00fcr zust\u00e4ndig f\u00fchlt, dass Singles umsorgt und umhegt werden, wenn sie &#8211; zum Beispiel &#8211; mal krank sind oder sonstwie Hilfe brauchen. Denn das F\u00fcreinander Sorgen unter Erwachsenen ist in unserer Kultur aufs Engste verkn\u00fcpft mit dem Konzept der romantischen Zweierbeziehung. Wenn unsere Ehefrau oder unser Lebenspartner krank ist, f\u00fchlen wir uns automatisch daf\u00fcr zust\u00e4ndig, ihn oder sie zu bekochen, ins Krankenhaus zu begleiten oder sonstwie zu umhegen, da gibt es kein Wenn und kein Aber. Aber was ist mit Menschen, die nicht in einer Zweierbeziehung leben? Weil sie entweder nicht wollen oder niemanden finden?  <\/p><\/blockquote>\n<p> <!--more--><\/p>\n<p>Jedes Mal, wenn ein allein lebender Freund krank ist, biete ich F\u00fcrsorge-Aktivit\u00e4ten an: Einkaufen gehen, bekochen, Medikamente besorgen und sowas. Wird aber in der Regel nicht angenommen: der Wunsch, niemandem zur Last zu fallen, ist gr\u00f6\u00dfer als das Bed\u00fcrfnis, umsorgt zu werden. Zumindest bisher, bei zum Gl\u00fcck nicht besonders schweren Krankheiten. Auch mein Liebster bleibt lieber allein zuhaus, wenn er krank ist, anstatt sich bei mir pflegen zu lassen. Aber beide k\u00f6nnen immerhin davon ausgehen, dass ich da bin, wenn ich WIRKLICH gebraucht werde. <\/p>\n<p>Wieviele Menschen es wohl gibt, die niemanden haben, der sich im Krankheitsfall um sie k\u00fcmmert? Die h\u00f6chstens ein paar &#8222;Bekannte&#8220; haben, denen sie sich nicht zumuten wollen?<br \/>\nZu den Zahlen der Alleinlebenden berichtete die SZ im Mai 2014 (neuere Daten fand ich nicht):<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;In mehr als jedem dritten Haushalt (etwa 37 Prozent) wohnt nur ein Mann oder eine Frau. Besonders oft (42 Prozent) wohnen Alleinlebende in Gro\u00dfst\u00e4dten. Nur wenige entsprechen dem Idealtyp des jungen Menschen, der aus freien St\u00fccken allein lebt: Lediglich etwa jeder sechste Alleinlebende (knapp 18 Prozent) ist j\u00fcnger als 30 Jahre, mehr als ein Drittel (34 Prozent) ist dagegen im Rentenalter (\u00e4lter als 64 Jahre)&#8220;.<\/p><\/blockquote>\n<p>Vermutlich sterben nicht wenige, weil sie nicht rechtzeitig gefunden werden, z.B. bei einem Hirnschlag. Das ist zwar nochmal ein anderes Problem, h\u00e4ngt aber ebenfalls mit dem alleine wohnen zusammen. <\/p>\n<h2>Wie k\u00f6nnten Verbesserungen aussehen?<\/h2>\n<p>Vermutlich ist es sinnlos, mehr &#8222;nachbarschaftliches Miteinander&#8220; in der jeweiligen Hausgemeinschaft zu fordern. So etwas findet von alleine statt oder eben nicht. Und wo nicht, kann man es nicht erzwingen. Aber wie sieht es aus in den neuen Nachbarschaftsnetzen? <a href=\"https:\/\/nebenan.de\/\">Nebenan.de<\/a> und <a href=\"https:\/\/wirnachbarn.com\/\">WirNachbarn.com<\/a> bieten seit 2015 die Vernetzung kleinteiliger Nachbarschaften an. <em>(Pers\u00f6nlich ziehe ich nebenan.de vor, da die kleinteiliger agieren).<\/em> Dass da nicht der B\u00e4r tobt, liegt wohl daran, dass viele ihre st\u00e4dtische Anonymit\u00e4t durchaus sch\u00e4tzen, aber allerlei Hilfen, Veranstaltungen und Stammtische gibt es mittlerweile ja doch. Vielleicht k\u00f6nnten die ja so eine Art &#8222;Krankenbesuchs-Zirkel&#8220; etablieren. Im Stil der sozialdemokratischen <strong>Krankenbesuchsvereine:<\/strong> wer teilnimmt und Kranke besucht, hat auch selbst Anrecht auf Krankenbesuche. Da die Mitglieder &#8222;verifiziert&#8220; sind (zumindest bei nebenan.de, die anderen kenn ich nicht so) muss man nicht f\u00fcrchten, dass da &#8222;irgendwer&#8220; kommt, um mal eben was mitgehen zu lassen&#8230;<\/p>\n<p>F\u00fcr den Notfall hab&#8216; ich mal rumgesucht, was es da so gibt. Und bin auf mein-notruf.de gesto\u00dfen, die eine App f\u00fcr den Notfall anbieten &#8211; man muss angeblich nicht mal mehr sprechen k\u00f6nnen, um den Notruf auszul\u00f6sen. Das Hilfe-Versprechen richtet sich zwar vornehmlich an alle, die unterwegs in eine Notlage geraten, doch wird auch der Hausnotruf erw\u00e4hnt: <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;F\u00fcr Senioren und Seniorinnen, die einen kosteng\u00fcnstigen und mobilen(!) Hausnotruf suchen, mit dem sie schnell und unkompliziert Hilfe alarmieren k\u00f6nnen. Das bedeutet Unabh\u00e4ngigkeit f\u00fcr Zuhause und unterwegs.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Abo-Preise sind sehr erschwinglich und gewiss muss man nicht &#8222;Senior&#8220; sein, um die App zu nutzen. Aber: man muss noch das Handy bedienen k\u00f6nnen&#8230;<\/p>\n<p>P.S.<br \/>\nDer Nutzen solcher Apps ist insofern doch recht zweifelhaft. Denn: wenn ich telefonieren kann, kann ich auch gleich die 112 anrufen! Ist mir dann doch beim nochmal Lesen verst\u00e4rkt aufgefallen. Es gibt da also keine sichere L\u00f6sung, mal abgesehen von totaler \u00dcberwachung mit Bewegungsmelder, der meldet, wenn ich nichts mehr r\u00fchrt. Tja, alleine wohnen ist halt Risiko-Wohnen, das l\u00e4sst sich nicht wirklich \u00e4ndern. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber Antje Schrupps Hinweis &#8222;Wer sorgt f\u00fcr Singles wenn sie krank sind?&#8220; fand ich den Artikel von Caleb Luna &#8222;Romantic Love is Killing Us: Who Takes Care of Us When We Are Single?&#8220;. Antje fasst ihn so zusammen: Ein trauriger, w\u00fctender und pers\u00f6nlicher Text dar\u00fcber, dass sich oft niemand daf\u00fcr zust\u00e4ndig f\u00fchlt, dass Singles umsorgt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[243,9,7],"tags":[],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2299"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2299"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2299\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2299"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2299"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2299"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}