{"id":202,"date":"2008-08-19T09:26:42","date_gmt":"2008-08-19T07:26:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=202"},"modified":"2008-08-24T13:29:05","modified_gmt":"2008-08-24T11:29:05","slug":"von-datenklau-trickbetrug-und-ueberwachung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2008\/08\/19\/von-datenklau-trickbetrug-und-ueberwachung\/","title":{"rendered":"Von Datenklau, Trickbetrug und \u00dcberwachung"},"content":{"rendered":"<p>Erst waren es &#8222;nur&#8220; <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/Datenklau_ist_Spitze_eines_Eisbergs_CallCenter_in_Luebeck_durchsucht\/140820085919\/1008747.html\">Datens\u00e4tze der S\u00fcddeutschen Klassenlotterie<\/a>, die auf dunklen Wegen abhanden kamen und zu illegalen Abbuchungen auf den Konten der Betroffenen f\u00fchrten. Nun sind es schon <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,572855,00.html\">viele Millionen Telekom-Kunden,<\/a> deren Daten inkl. Kontoverbindung von einem Callcenter weiter verkauft wurden. Testk\u00e4ufe einer Verbraucherzentrale zeigten, wie einfach es ist, an die sensiblen Daten zu kommen: F\u00fcr 850 Euro erstand der Testk\u00e4ufer eine CD mit 6 Millionen Datens\u00e4tzen, die mehrheitlich Kontonummern enthielten.<!--more--> <\/p>\n<p>Wie wirken sich solche Nachrichten eigentlich aufs pers\u00f6nliche Verhalten aus? Das sind jetzt spektakul\u00e4re Gro\u00df-Skandale und vielleicht schaffen es einige Gro\u00dfunternehmen ja, in Zukunft ein paar L\u00f6cher zu stopfen. Am ganz normalen Alltag des Datenmissbrauchs wird das nicht  viel \u00e4ndern, wie etwa der nervige Telefon-SPAM zeigt: manchmal sind es mehrere Anrufe t\u00e4glich, in denen irgend jemand versucht, mich auszufragen oder mir etwas zu verkaufen. <\/p>\n<h2>Konsequenzen?<\/h2>\n<p>Ich schaue mindestens einmal pro Woche aufs Konto und pr\u00fcfe die Abbuchungen. Von meinem Briefpapier und den entsprechenden digitalen Vorlagen ist die Kontonummer lange schon verschwunden. Am Telefon lege ich recht schnell, manchmal zu schnell auf, wenn jemand Fremdes anruft: Neulich musste mich ein Blumenh\u00e4ndler zweimal anrufen, um mir einen Geburtstagsstrau\u00df per FLEUROP zuzustellen, denn im ersten Versuch hatte ich angenommen, man wolle mich mit der Masche &#8222;Sie bekommen etwas umsonst&#8220; k\u00f6dern und nicht lange genug zugeh\u00f6rt. <\/p>\n<p>Und sonst? Ich wundere mich schon immer, wie freigiebig meine Mitmenschen mit ihren Daten umgehen. In der Schlange an der Kasse bin ich meist die einzige, die keine Kundenkarte hat und auch keine will. All die  vielen Gewinnspiele und Kostenlos-Angebote, die man im Web an jeder Ecke trifft, haben oft den einzigen Zweck des Datensammelns &#8211; es scheint viele nicht zu st\u00f6ren. Auch Trickbetr\u00fcger und Abzocker aller Art sind immer wieder erfolgreich, indem sie an der Gier oder der Angst der Menschen ansetzen: &#8222;Es wurde eine Nachricht f\u00fcr sie hinterlegt, die Sie auf www.irgendwo.com abrufen k\u00f6nnen&#8220; &#8211; diese Masche hat k\u00fcrzlich tats\u00e4chlich jede Menge Leute dazu bewegt, bei einem kostenpflichtigen Dienst Mitglied zu werden, um in den Besitz der Botschaft zu gelangen &#8211; man glaubt es kaum!<\/p>\n<p>Mittels <a href=\"http:\/\/www.symantec.com\/de\/de\/norton\/library\/article.jsp?aid=article2_06_06\">&#8222;Webwanzen&#8220;<\/a> finden Mail-Spammer heraus, welche ihrer zusammen gesammelten Mailadressen &#8222;valide&#8220; sind: kleine unsichtbare Bilder, die in die Mail eingebunden werden, zeigen dem Versender durch ihren unbemerkten Abruf beim Lesen an, dass da ein Mensch die Nachricht anschaut. Und schon ist die Adresse deutlich mehr wert und kann an andere Spammer verkauft werden. Seit Jahren ist das bekannt, aber hat das den Siegeszug der &#8222;HTML-Ansicht&#8220; von E-Mails beeintr\u00e4chtigt? Nicht die Bohne! W\u00fcrden alle im Textmodus lesen, h\u00e4tten die Wanzen keine Chance, doch scheint sich solches Wissen nicht in den K\u00f6pfen zu etablieren, bzw. der Reiz der &#8222;nett aufgemachten&#8220; Mails ist zu gro\u00df, als dass man darauf verzichten wollte. <\/p>\n<h2>Google wei\u00df alles&#8230;<\/h2>\n<p>Ach ja, dann ist da noch Google:  Wer die vielen, gut miteinander vernetzten Google-Dienste nutzt, dessen Surfverhalten wird komplett erfasst, das ist ja lange bekannt. Ob es nun die Toolbar ist oder ob man sich nach dem Lesen des News-Readers nicht ausloggt, ob man Google-Mail nutzt oder mit den eigenen Webseiten Teil des Adsense\/Adwords-Imperiums ist: Google hat so viele M\u00f6glichkeiten, Userverhalten zu protokollieren wie noch kein Unternehmen und kein Staat zuvor. Lange hab&#8216; ich versucht, mich weitgehend abstinent zu verhalten und Google-Dienste zu meiden, doch letztlich bin ich dann doch der Bequemlichkeit verfallen und hab&#8216; in diesem Punkt resigniert. Will ich mal unbeobachtet  surfen, nehme ich eben <strong>einen anderen Browser<\/strong>, der frei von allen Cookies ist, die das hilfreiche Google-Universum auf meinem PC hinterl\u00e4sst &#8211; aktuell sind es 49, ich hab sie grade mal gez\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Ich hab&#8216;  doch nichts zu verbergen? Dieses naive Argument wird immer wieder angef\u00fchrt, wenn es um die Vorsicht mit den eigenen Daten und deren Erfassung geht. Und dann wundern sie sich, wenn Firma XY ltd. mal eben 50 Euro abbucht oder eine &#8222;Auftragsbest\u00e4tigung&#8220; ins Haus flattert \u00fcber Produkte oder Dienste, die nie bestellt und nie genutzt wurden. <\/p>\n<p>Wie geht Ihr so ganz pers\u00f6nlich mit dem Spannungsfeld &#8222;Datenklau &#038; Missbrauch&#8220; um? <\/p>\n<p>*<br \/>\nMehr zum Thema:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.golem.de\/0808\/61803.html\">Krankenkasse gab Patientendaten an Unternehmen weiter<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/blog.markus-pachali.de\/2008\/08\/19\/daten-immer-mehr-daten\/\">Daten, immer mehr Daten<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.doctorsblog.cc\/2008\/08\/thema-der-woche-datenschutz\/\">Thema der Woche: Datenschutz<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.elexpress.de\/archives\/2008\/08\/19\/datenschutzmissbrauch-zusammenfassung\/\">Datenschutzmissbrauch &#8211; Zusammenfassung<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erst waren es &#8222;nur&#8220; Datens\u00e4tze der S\u00fcddeutschen Klassenlotterie, die auf dunklen Wegen abhanden kamen und zu illegalen Abbuchungen auf den Konten der Betroffenen f\u00fchrten. Nun sind es schon viele Millionen Telekom-Kunden, deren Daten inkl. Kontoverbindung von einem Callcenter weiter verkauft wurden. 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