{"id":195,"date":"2008-07-12T07:56:08","date_gmt":"2008-07-12T05:56:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=195"},"modified":"2008-08-24T13:58:56","modified_gmt":"2008-08-24T11:58:56","slug":"love-peace-happyness-ein-flashback-in-die-hippie-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2008\/07\/12\/love-peace-happyness-ein-flashback-in-die-hippie-zeit\/","title":{"rendered":"Love, Peace, Happyness: ein Flashback in die Hippie-Zeit"},"content":{"rendered":"<p>Gestern sah ich auf ARTE den Film <a href=\"http:\/\/www.arte.tv\/de\/kunst-musik\/summer-of-love\/Das-Programm\/1592456.html\">&#8222;The big Pink&#8220;<\/a> &#8211; die Geschichte einer sehr ungew\u00f6hnlichen Familie: eine Frau, ihre f\u00fcnf Kinder und drei M\u00e4nner, ihr Leben in   Kalifornien, Thailand, Italien, Portugal, Tansania und Senegal. Zuvor schon war eine Dokumentation \u00fcber den Hippie-Trail gelaufen, \u00fcber die Zeit Ende der 60ger-Jahre, als der gro\u00dfe Aufbruch zum ganz anderen Leben alle Welt erfasste: wer jung genug war, machte sich auf, hielt den Daumen in den Wind oder startete mit dem VW-Bus Richtung S\u00fcden: Marokko, Afghanistan, Indien &#8211; das gro\u00dfe Abenteuer lockte, das zu den damaligen Zeiten ohne jede touristische Infrastruktur auch noch wirklich eines war. <!--more--><\/p>\n<p>Beide Filme boten viel Originalmaterial, Monica Neven Dumont (die Frau aus The big Pink) hatte auf all ihren Stationen und Reisen viel gefilmt, dazu erklang sehr kundig arrangierte Musik  &#8211; und nicht nur die Gassenhauer, sondern all die subtilen St\u00fccke mit guten Texten und einem Sound, der das Lebensgef\u00fchl dieser wilden Zeit, ihre gro\u00dfen Sehns\u00fcchte und Utopien wundervoll ausdr\u00fcckte. Ich war jedenfalls schwer ergriffen und wehm\u00fctig ber\u00fchrt: wie INTENSIV damals das Lebensgef\u00fchl doch war, wie weit entfernt von jeglicher beengenden \u00c4ngstlichkeit, von Konkurrenzdenken und Ellenbogenmentalit\u00e4t. Ein WUNDER, dass es das tats\u00e4chlich gab!<\/p>\n<p>Selber war ich damals ein paar Jahre zu jung, um mit auf die Reise zu gehen, doch mein erster Freund trampte rund ums Mittelmeer und die allgemeine Atmosph\u00e4re der Hippie-Kultur mit ihrer Ablehnung des Bestehenden, mit ihren einfachen Rezepten f\u00fcr ein besseres Leben (Friede, Freude, Liebe&#8230;) hatte mich voll erfasst. Wenn ich das heute sehe, beeindruckt mich die Kraft des Zeitgeistes ungeheuer: es erschien tats\u00e4chlich M\u00d6GLICH, aus allem, was an\u00f6det, nervt und langweilt, heraus zu kommen, indem man es einfach abwirft wie eine alte Haut und eben auf die Reise geht &#8211; die \u00e4u\u00dfere und die innere. <\/p>\n<p>Wenige Jahre erschien Utopia machbar, Geld spielte keine Rolle, man war fr\u00f6hlich und freundlich zueinander und Fremden gegen\u00fcber aufgeschlossen. Die M\u00e4nner sahen anders aus als \u00fcblich: weicher, langhaarig und weiblicher. Nicht der coole K\u00e4mpfer war angesagt, sondern der Lover, der Tr\u00e4umer, S\u00e4nger und Poet. Man sa\u00df in der Sonne, h\u00f6rte Musik, rauchte Haschisch und war gl\u00fccklich &#8211; aufrichtig \u00fcberzeugt, dass die ganze Welt den Frieden f\u00e4nde, wenn es nur alle so machten und dass das ganz leicht m\u00f6glich sei.<\/p>\n<p>Was es dann doch nicht war &#8211; wir kennen ja den weiteren Verlauf der Geschichte. Und seit den 90gern tragen die M\u00e4nner gerne Kampfanz\u00fcge als ganz normale Mode, die Haare wurden wieder kurz oder Mann rasiert sich gar eine Glatze, Symbol der neuen alten H\u00e4rte.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern sah ich auf ARTE den Film &#8222;The big Pink&#8220; &#8211; die Geschichte einer sehr ungew\u00f6hnlichen Familie: eine Frau, ihre f\u00fcnf Kinder und drei M\u00e4nner, ihr Leben in Kalifornien, Thailand, Italien, Portugal, Tansania und Senegal. 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