{"id":190,"date":"2008-06-19T10:29:52","date_gmt":"2008-06-19T08:29:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=190"},"modified":"2008-08-24T11:30:55","modified_gmt":"2008-08-24T09:30:55","slug":"wenn-freiheit-aergert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2008\/06\/19\/wenn-freiheit-aergert\/","title":{"rendered":"Wenn Freiheit \u00e4rgert"},"content":{"rendered":"<p>auf <strong>&#8222;Zeit zu leben&#8220;<\/strong> fand ich heute einen <a href=\"http:\/\/www.zeitzuleben.de\/blog\/entry\/1348\/5275\/Warum-kaempfen-manche-darum-ein-Opfer-sein-zu-duerfen.html\">sehr guten Artikel<\/a> von Ralf Senftleben, der die Frage stellt: &#8222;Warum k\u00e4mpfen manche darum, ein Opfer sein zu d\u00fcrfen?&#8220;<\/p>\n<p>Darin geht er der Frage nach, warum so viele Menschen ver\u00e4rgert reagieren, wenn jemand die M\u00f6glichkeiten aufzeigt, das eigene Leben in die Hand zu nehmen und all das, was daran st\u00f6rt, zu ver\u00e4ndern. Er kommt zum Ergebnis, dass es wohl der Blick auf <strong>die Schuldfrage<\/strong> ist, der zu solchen Reaktionen f\u00fchrt: <em>Aha, mir geht es nicht nur mies, ich bin also auch noch selber schuld, weil ich ja nichts daran \u00e4ndere &#8211; na klasse!<\/em><!--more--><\/p>\n<p>Ralf bem\u00fcht sich dann, zu zeigen, wie \u00fcberfl\u00fcssig und behindernd es ist, an der Schuldfrage zu kleben, die (das f\u00fcge ich hinzu) als Besonderheit spezifisch deutscher Problembew\u00e4ltigungsstrategie bekannt und ber\u00fcchtigt ist:  liegt etwas im Argen, suchen wir erstmal den Schuldigen, nicht etwa DIE L\u00d6SUNG! In so einer Gesellschaft ist es schwierig f\u00fcr ein Individuum, die Felder der Eigenverantwortung ohne Scheuklappen zu erkennen und kreativ zu nutzen. Denn immer droht ja das Urteil &#8222;schuldig&#8220;, wenn etwas nicht klappt.<\/p>\n<p>Das Thema ist spannend und stellt die alte Frage nach dem Verh\u00e4ltnis von <strong>Weltver\u00e4nderung und Selbstver\u00e4nderung: <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Mit dem Blick nach au\u00dfen erkenne ich viele Missst\u00e4nde und versuche (vielleicht&#8230;), sie zu ver\u00e4ndern. Oder ich empfinde mich als machtloses Opfer der Verh\u00e4ltnisse (das System, der Neoliberalismus, das Patriarchat etc. usw.) und verharre in Depressivit\u00e4t. Bin aber selber &#8222;immer bei den Guten&#8220; und kann aus dieser Position ungebrochen schimpfen, klagen und anklagen. <\/li>\n<li>Mit dem Blick nach innen hinterfrage ich meine Bewertungsma\u00dfst\u00e4be und deren Voraussetzungen: Habe ich hohe oder niedrige Anspr\u00fcche? Woher kommt meine Einsch\u00e4tzung dessen, was ich f\u00fcr &#8222;normal&#8220;, f\u00fcr gut und richtig halte? Nutze ich meine M\u00f6glichkeiten? Bin ich zu feige, zu bequem, zu verkn\u00f6chert, um den Preis der Ver\u00e4nderung zu bezahlen? <\/li>\n<\/ul>\n<p>Mit dem Blick ausschlie\u00dflich nach au\u00dfen landet man leicht im politischen Sektierertum und bei den Verschw\u00f6rungstheorien. Schaut man nur aufs eigene Selbst, droht die spirituelle Matschbirne, der alles  EINS ist, sowie die Arroganz und Blindheit, die mit der \u00dcberzeugung, alles h\u00e4nge nur von der eigenen Einstellung ab, gerne einher geht. <\/p>\n<p>Gibt es einen Weg der Mitte? Ich hoffe es, schwanke ich doch selber im Lauf meines Lebens immer schon zwischen diesen Sichtweisen &#8211; mit einem deutlichen Trend &#8222;nach au\u00dfen&#8220; in der Jugend und der Umkehrung dieses Trends so ab vierzig.  <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>auf &#8222;Zeit zu leben&#8220; fand ich heute einen sehr guten Artikel von Ralf Senftleben, der die Frage stellt: &#8222;Warum k\u00e4mpfen manche darum, ein Opfer sein zu d\u00fcrfen?&#8220; Darin geht er der Frage nach, warum so viele Menschen ver\u00e4rgert reagieren, wenn jemand die M\u00f6glichkeiten aufzeigt, das eigene Leben in die Hand zu nehmen und all das, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8],"tags":[103,106,105,107,108,104],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/190"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=190"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/190\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=190"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=190"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=190"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}