{"id":1783,"date":"2015-09-04T09:37:02","date_gmt":"2015-09-04T07:37:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=1783"},"modified":"2015-09-04T09:42:52","modified_gmt":"2015-09-04T07:42:52","slug":"zombies-vampire-und-die-apokalypse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2015\/09\/04\/zombies-vampire-und-die-apokalypse\/","title":{"rendered":"Zombies, Vampire und die Apokalypse"},"content":{"rendered":"<p>Gefilmte Albtr\u00e4ume haben eine entspannende Wirkung. Das hab&#8216; ich k\u00fcrzlich erlebt, als mir all die Infos und Berichte, die Bilder, Videos und kontroversen Debatten rund ums Fl\u00fcchtlingsdrama einfach zuviel wurden. Mich in Arbeit versenken ist ein \u00fcbliches und konstruktives Mittel, wieder &#8222;besser drauf&#8220; zu kommen und nat\u00fcrlich helfen auch <a href=\"http:\/\/www.das-wilde-gartenblog.de\/2015\/08\/29\/ende-august-riesenzucchini-steinbeet-liebe-und-thuja-sterben\/\">Gartenbesuche<\/a>: Gie\u00dfen, in der Erde w\u00fchlen, alles andere vergessen&#8230; <!--more--><\/p>\n<p>Doch an einem Tag dieser Woche bin ich bei Filmen gelandet, hab&#8216; geschaut, was das Smart-TV, Youtube und die Amazon-Videothek so hergibt. Angefixt durch &#8222;Fear the living Death&#8220; (Zombies) folgte &#8222;The Strain&#8220; (Vampirische Zombies\/Verwandelte), dann ein paar apokalyptische Szenarien: The Core (Erdkern rotiert nicht mehr), Sunshine (Sonne stirbt), und &#8222;der Tag, an dem die Erde still stand&#8220; (Alien will Erde vor den Menschen retten). Anders als realistischere Dramen oder gute Serien wie &#8222;Game of Thrones&#8220;, bei denen ich innerlich richtig mitleide, wirkten diese Movies zu meiner Verwunderung positiv auf die Stimmung: Entspannung pur. <\/p>\n<p>Warum wohl? Vermutlich, weil nur eine sehr oberfl\u00e4chliche Identifikation mit den holzschnittartigen Klischee-Figuren stattfindet, wenn \u00fcberhaupt. Die jeweils drohenden Gefahren sind derart lebensfern und unwahrscheinlich, dass man sie nicht ernst nimmt, also auch nicht wirklich mitf\u00fchlt und mitf\u00fcrchtet. Die inszenierten Weltunterg\u00e4nge werden zuverl\u00e4ssig von den Helden der Stories abgewendet, Zombies und Vampire betrachte ich distanziert, bewerte mehr die Qualit\u00e4t der Special Effects als dass der Horror auf mich wirken k\u00f6nnte. Wobei auch gilt: je mehr im Detail gezeigt wird, desto weniger nimmt es mich mit.<\/p>\n<p>Trotzdem frag&#8216; ich mich, was ausgerechnet Zombies und Vampire so reizvoll macht. Ist das ein Ph\u00e4nomen, das in den letzten Jahren zugenommen hat? Was bedeutet das? Hat es mit der zunehmenden Vereinzelung und Individualisierung zu tun, die in der Folge die &#8222;Angst vor dem Anderen&#8220;, vor der Unberechenbarkeit und Undurchschaubarkeit des Mitmenschen verst\u00e4rkt? Die Wirkung dieser Filme entspr\u00e4che dann auf pers\u00f6nlicher Ebene der Wirkung der Weltuntergangsszenarien: Schau, es k\u00f6nnte noch viel viel schlimmer sein als es ist! Immerhin ist der Andere kein &#8222;lebender Toter&#8220; und auch kein Vampir &#8211; freue dich! Und ja, es gibt viel Chaos, Krieg und Krise in diesen Tagen, aber immerhin rotiert der Erdkern noch, das Magnetfeld steht, die Sonne wird noch milliarden Jahre scheinen &#8211; also reg dich ab und genie\u00dfe das Leben!<\/p>\n<p>Hat gewirkt. F\u00fcr kurze Zeit.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gefilmte Albtr\u00e4ume haben eine entspannende Wirkung. 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