{"id":1741,"date":"2015-07-03T10:21:22","date_gmt":"2015-07-03T08:21:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=1741"},"modified":"2015-08-27T09:26:08","modified_gmt":"2015-08-27T07:26:08","slug":"der-elephant-im-zimmer-den-niemand-sehen-will","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2015\/07\/03\/der-elephant-im-zimmer-den-niemand-sehen-will\/","title":{"rendered":"Der Elephant im Zimmer, den niemand sehen will"},"content":{"rendered":"<p>In Griechenland bekommt derzeit jeder nur 60 Euro pro Tag an den Geldautomaten, Rentner m\u00fcssen mit Raten von 125,- auskommen. Die Griechenland-Krise ist auf einem H\u00f6hepunkt, alle starren gebannt auf das Referendum, in Talkshows und Medien werden die komplexen Sachverhalte, die zu diesem Desaster gef\u00fchrt haben, mehr als ausgiebig diskutiert. Nur ein Thema wird gar nicht erw\u00e4hnt: Inwiefern ist es eigentlich &#8222;normal&#8220;, bzw. DARF es normal sein, dass eine Staats- oder Bankenpleite EIGENES GELD der Menschen in Gefahr bringt? <!--more--><\/p>\n<p>Klar, wenn ein Staat pleite ist, kann er keine Zahlungen mehr leisten. Dass aber gleichzeitig die Geldversorgung \u00fcber die Banken zu entfallen droht, ist nicht Schuld des Staates, sondern h\u00e4ngt mit der verr\u00fcckten Konstruktion unseres Geld- und Bankensystems zusammen. Die Griechen sollen noch ca. 100 Milliarden eigenes Verm\u00f6gen haben: Bankguthaben, Sparb\u00fccher etc. &#8211; Geld, das noch nicht ins Ausland gerettet wurde. Das droht nun den &#8222;Kapitalverkehrskontrollen&#8220; zum Opfer zu fallen, ganz einfach weil die Banken pleite sind, die keine weiteren &#8222;Ela-Kredite&#8220; mehr bekommen. Auch bei einem &#8222;Ja&#8220; im Referendum ist es hochwahrscheinlich, dass den Griechen weiterhin der Zugriff auf <strong>ihr pers\u00f6nliches Verm\u00f6gen<\/strong> verwehrt bleibt, denn es droht ja nun erst recht der &#8222;Abfluss&#8220; dieses Geldes, wenn die Banken unbeschr\u00e4nkt wieder \u00f6ffnen. <\/p>\n<h2>Wir alle haften mit<\/h2>\n<p>Warum regt sich dar\u00fcber au\u00dfer den Betroffenen niemand auf? Was hat ein Mensch mit normal erarbeitetem Sparguthaben mit dem Finanzkasino zu tun? Doch eigentlich nichts! Dennoch haften wir mittlerweile alle f\u00fcr Bankenpleiten, denn nach einer 2013 verabschiedeten EU-Richtlinie, die schon weitgehend <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/news\/2015-06\/27\/banken-neue-einlagensicherung-mehr-schutz-fuers-ersparte-27113019\">in nationale Gesetze umgesetzt<\/a> wurde, haften Sparer noch vor Rettungsaktivit\u00e4ten des &#8222;Rettungsschirms&#8220;. Lediglich der Einlagensicherungsfont sch\u00fctzt Verm\u00f6gen bis 100.000 &#8211; aber davon sp\u00fcren die Griechen grade gar nichts, das Geld wird einfach einbehalten mit ungewissem Ausgang (ob die einen Einlagensicherungsfont haben bzw. ob der ausreichend gef\u00fcllt ist, wei\u00df ich nicht, bezweifle es aber).<\/p>\n<p>Noch einmal: Was k\u00f6nnen einfache B\u00fcrger f\u00fcr das Finanzverhalten ihrer Regierungen, gar der Banken? Nichts! Zu sagen, man habe die Politiker, die all das zu verantworten haben, doch gew\u00e4hlt, ist kein Gegenargument. Denn wo h\u00e4tten denn jemals W\u00e4hler \u00fcber die Details des Finanzsystem entschieden? Dass die Banken nur minimales &#8222;Eigenkapital&#8220; halten m\u00fcssen und mit dem gro\u00dfen Rest der Einlagen machen d\u00fcrfen, was sie wollen &#8211; hat das jemails irgend eine Bev\u00f6lkerung der Welt gutgehei\u00dfen? <\/p>\n<p>Demokratie sch\u00f6n und gut. Aber WER bestimmt, was man der demokratischen Beschlussfassung \u00fcberl\u00e4sst und was nicht?<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Griechenland bekommt derzeit jeder nur 60 Euro pro Tag an den Geldautomaten, Rentner m\u00fcssen mit Raten von 125,- auskommen. Die Griechenland-Krise ist auf einem H\u00f6hepunkt, alle starren gebannt auf das Referendum, in Talkshows und Medien werden die komplexen Sachverhalte, die zu diesem Desaster gef\u00fchrt haben, mehr als ausgiebig diskutiert. 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