{"id":1730,"date":"2015-06-02T11:11:41","date_gmt":"2015-06-02T09:11:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=1730"},"modified":"2024-02-29T19:47:47","modified_gmt":"2024-02-29T18:47:47","slug":"vom-sinn-des-lebens-nur-fressen-ficken-saufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2015\/06\/02\/vom-sinn-des-lebens-nur-fressen-ficken-saufen\/","title":{"rendered":"Vom Sinn des Lebens:  nur &#8222;fressen, ficken, saufen&#8220; ?"},"content":{"rendered":"<p>Immerhin spielt der &#8222;Sinn des Lebens&#8220; eine Rolle im Untertitel dieses Blogs. &#8222;Vom Sinn des Lebens zum Buchstabengl\u00fcck&#8220; verweist auf das kleine Gl\u00fcck, sich schriftlich ausdr\u00fccken zu k\u00f6nnen &#8211; und nicht nur f\u00fcr die Schublade, sondern als Kommunikation mit der Welt da drau\u00dfen.<\/p>\n<p>Heute schrieb &#8222;dasNuf&#8220; in <a href=\"http:\/\/dasnuf.de\/wie-kuehe-auf-der-weide\/\">Wie K\u00fche auf der Weide<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Dieser Alltag. Alles ist bestens, aber wenn ich n\u00e4her dar\u00fcber nachdenke ist es so sinnlos. A \u2013 B \u2013 C. Jeden Tag.<br \/>\nIch frage mich, ob ich unzufrieden sein darf. Dar\u00fcber, dass ich pl\u00f6tzlich alt aussehe auf Fotos. \u00dcberall Falten.<br \/>\nDar\u00fcber, dass ich Pflichten zu erf\u00fcllen habe.<br \/>\nIn mir sammelt sich Wut. Mir war das gar nicht klar. Eine Freundin, die auch jemanden verloren hat, sagte das: \u201cIch bin so w\u00fctend\u201d und pl\u00f6tzlich denke ich: \u201cJa! Ja, genau! Was ich f\u00fchle ist Wut. So viel Wut.\u201d<br \/>\n\u00dcber jede verschwendete Minute meines Lebens. R\u00fcckwirkend. Jeden Satz, den ich nicht gesagt habe. Jedes Gef\u00fchl, das ich unterdr\u00fcckt habe und ich habe so viel unterdr\u00fcckt. Wollte funktionieren. Nicht unfreundlich erscheinen. Reif und gelassen. <strong>Jetzt ist mir nach fressen, ficken, saufen und zwar genau so ekelhaft unfein wie es klingt. Mehr hat das Leben doch nicht zu bieten.<\/strong> Jedes mittelgute Essen ist eine Beleidigung. Warum muss eigentlich ICH immer diejenige sein, die sich zusammenrei\u00dft? Die ruhig bleibt? Die nachdenkt, was wie auf wen wirken k\u00f6nnte? Warum kann ich eigentlich nicht auch mal rumschreien? Ungerecht sein? Utopische Sachen einfordern? Mich irrational verhalten?&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Hat man einen lieben Menschen verloren, der in jungen Jahren aus dem Leben gerissen wurde, stellt sich fast zwangsl\u00e4ufig die Frage, was mit dem eigenen Leben ist: W\u00fcrde es mich jetzt treffen, h\u00e4tte ich genug gelebt? Oder habe ich &#8222;nur funktioniert&#8220;, mich abgestrampelt, um fremden Anforderungen und Erwartungen zu gen\u00fcgen? <!--more--><\/p>\n<p>F\u00fcr mich kann ich sagen: Im Gro\u00dfen und Ganzen hab ich das NICHT getan. Deshalb bin ich lange schon selbst\u00e4ndig, sitze alleine im Homeb\u00fcro, hab&#8216; keine Familie, aber gute Freunde und einen Garten in einer Kleingartenanlage. In den Jahren, in denen andere Kinder gro\u00df ziehen oder klassische Karrieren machen, hab&#8216; ich mich intensiv politisch und sozial engagiert &#8211; bis zum Burnout, wie man das heute nennen w\u00fcrde. Finanziell immer prek\u00e4r, was mich aber nicht gest\u00f6rt hat, denn ich war jung und brauchte nicht viel f\u00fcr mich. Jetzt lebe ich prek\u00e4r auf einem h\u00f6heren Niveau, was mich ebenfalls nicht st\u00f6rt, denn an 9-to-5 mit festem Einkommen hab&#8216; ich mich nie gew\u00f6hnt. Nicht gew\u00f6hnen wollen, denn wo sich die Gelegenheit bot, war es mir binnen Kurzem viel zu langweilig (bei zugleich hohem Nervigkeitsgrad).<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Jetzt ist mir nach fressen, ficken, saufen und zwar genau so ekelhaft unfein wie es klingt. Mehr hat das Leben doch nicht zu bieten&#8220;.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist nat\u00fcrlich nur ein Wutausbruch! Ich wette, auch dasNuf wei\u00df, dass es mehr als das gibt &#8211; und dass &#8222;fressen, ficken, saufen&#8220; nicht lange befriedigt, sondern auch dick, m\u00fcde und Kopfschmerzen macht.<\/p>\n<p>Mehr? Und was? F\u00fcr mich zum Beispiel das:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Freude, jemandem eine Freude zu machen, einen Wunsch zu erf\u00fcllen, eine Not zu wenden.<\/li>\n<li>Das Staunen \u00fcber alles, was ist &#8211; dieses irre gro\u00dfe Universum, in dem wir ein St\u00e4ubchen sind und staunend zu den Sternen schauen;<\/li>\n<li>Die Dankbarkeit, dass ich hier noch halbwegs gesund und aktionsf\u00e4hig sitze und mich mit Themen wie <a href=\"http:\/\/www.unverbissen-vegetarisch.de\/2015\/05\/ich-nehm-dann-mal-ab\/\">&#8222;abnehmen&#8220;<\/a> besch\u00e4ftigen darf &#8211; eine privilegierte Situation, die angesichts des Zustands der Welt ein unverdientes Gl\u00fcck ist;<\/li>\n<li>Die Freude, wenn es gelingt, mit Anderen zusammen etwas Positives in Sachen &#8222;Weltverbesserung&#8220; zu bewirken<\/li>\n<li>Die Freude an der Natur: vom Sonnenaufgang \u00fcber das Wachsen und Bl\u00fchen der Pflanzen bis hin zum interessanten Leben eines Ameisenstaats.<\/li>\n<li>Der Flow, versunken in eine kreative Arbeit, die Freude am Gelingen;<\/li>\n<li>Die Liebe zum Liebsten und zu langj\u00e4hrigen Freunden: wie sch\u00f6n, dass es sie gibt!<\/li>\n<li>Die Freude \u00fcber Kommentare, Zuspruch, Erg\u00e4nzung und Kritik, \u00fcber die Aufmerksamkeitsgeschenke von Anderen;<\/li>\n<li>Das Wohlsein auch im Allein sein &#8211; ankommen bei sich selbst.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das ist gewiss keine abschlie\u00dfende Liste, sondern all das, was mir spontan eingefallen ist. K\u00fcrzlich sa\u00df ein Turmfalke auf meinem Balkon, da war ich stundenlang gl\u00fccklich, dieses wundersch\u00f6ne Wesen so ganz aus der N\u00e4he gesehen zu haben. Aus Sternenstaub entstanden in Milliarden Jahren Evolution &#8211; wow!<\/p>\n<p>Es gibt so viele Gelegenheiten, Gl\u00fcck und Sinn zu empfinden. Man muss sich allerdings selbst in die Lage versetzen, sie auch wahrzunehmen. Um nicht <a href=\"http:\/\/www.kunst-des-alterns.de\/2012\/01\/was-wir-am-ende-des-lebens-bereuen\/\">am Ende des Lebens zu bereuen<\/a>, nicht gelebt zu haben. Auch Wutausbr\u00fcche k\u00f6nnen dabei helfen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immerhin spielt der &#8222;Sinn des Lebens&#8220; eine Rolle im Untertitel dieses Blogs. &#8222;Vom Sinn des Lebens zum Buchstabengl\u00fcck&#8220; verweist auf das kleine Gl\u00fcck, sich schriftlich ausdr\u00fccken zu k\u00f6nnen &#8211; und nicht nur f\u00fcr die Schublade, sondern als Kommunikation mit der Welt da drau\u00dfen. 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